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letzte Meldung von der noerdlichen Hemisphaere

letzte Meldung von der noerdlichen Hemisphaere

23:36 Wir brauchen gar nicht schummeln. Der Wind ist seit Stunden wieder weg und mit einem leichten Hauch hangeln wir uns an der Kante zur unteren Erdkugel entlang. Wenigstens der Strom ist mit uns, sonst wuerde sich da gar nichts mehr bewegen. Aber irgendwann gibt es auch wieder Wind und seit den Perlas habe wir keine Meile unter Motor zurueckgelegt. Nur zum Nachladen der Batterien drueckt der Daimler morgens und abends mal ne halbe Stunde mit unter Last. Das ist gar nicht so schlimm und ich frage mich, warum wir frueher immer so viel motort sind. Nach jetzigen Bedingungen sind es noch 10 Meilen bis zur Party mit Sekt und so, es wird dann wohl 3 Uhr morgens sein. Schon komisch diese Segler.

18:22 Der Countdown laeuft. Auf dem derzeitigen Kurs sind es noch ca. 30 Seemeilen bis zur magischen Linie. Gegen Mitternacht werden wir sie wohl erreichen. Wird ne ganz schoen kalte Taufe, so mitten in der Nacht! Wir koennten natuerlich auch schummeln und uns die Nacht eine Meile weiter noerdlich entlanghangeln. Mal sehen. Der Sekt steht auf jeden Fall kalt, schon von der Suedhalbkugel, aus Chile.

Unsere Etmale steigern sich langsam wieder, 115 Meilen heute mittag um 12, das ist doch was. Wenn der Wind nicht komplett einschlaeft, werden wir wohl im LAufe des Donnerstags die Galapagosinseln erreichen. Erstes Ziel ist San Christobal.

06:21 So heisst das Lieblingsmusikstueck von Contadoraguenter und wenn es dann schon mal spaeter und feuchter am Abend geworden ist, schallt es nicht ueber die Ankerbucht dort, sondern ueber >>seine<< Netzfrequenz. In Deutschland wuerde man in dafuer ins Gefaengniss stecken, aber da sind wir ja nun mal nicht.

Der stille Ocean ist wirklich still. Genau wie unser Gaestebuch. Wo sind sie geblieben? Hoffentlich rennen all unsere Leser von einer Friedensdemo zur anderen und versuchen nicht einfach, wie die Bodenstation meint, die schnelle Fruehjahrsmark zu machen. Wenig Wind, wenig Kommentar, da hilft nur Fisch ;-) Ich haenge gleich mal die Angel raus.

Seit Malpelo segeln wir so hoch und dicht am Wind, dass wir immer kurz vorm Segelkillen sind. So hatten wir uns die Begruessung nicht vorgestellt. Uns dicht auf den Fersen sind uebrigens zwei andere deutsche Boote. Das Holzschiff IRENA mit Schelmi und Crew und die SWANTJE, mit Wulf und Marion, wie wir eine Scorpion II von der Feltzwerft, allerdings in Edel aus Alu. Da bin ich ja mal gespannt die beiden Schiffe auf den Galapagos zu treffen. Koennen wir ja kraefig trinken gehen und deutsche Matrosenlieder singen. Haha. Stephanie, Natales Schwester hat uns den Steuersong von der Gerdshow als Karaoke Ausgabe geschickt.

04:27 Der Wind hat wieder zugenommen, sportlich legt sich die Lady auf die Seite. Rumps, kawumm, stampf... Hoch am Wind ist wirklich nichts fuer eine Langfahrt. Aber was solls, besser als unter Motor allemal!
Was auch gleich zur Frage von Rudi passt. Auslauf und sportliche Betaetigung auf nem Segelboot ist schon schwierig. Bei unserem letzten Deutschlandaufenthalt haben wir uns mit Yogaliteratur eingedeckt und auch schon angefangen zu turnen, doch sobald das Schiff in Bewegung ist, kannste das auch vergessen. Am Ankerplatz gehoert natuerlich schwimmen und schnorcheln zum Bewegungsausgleich.
Auf langen Fahrten gibt es dann so Sportarten wie Spuelen hoch am Wind, Zwiebelschneiden im 4 Meter Schwell, usw. Wem das nicht reicht, der kann immer noch zweimal am Tag den Mast rauf und runterklettern, oder sich nen groesseres Schiff kaufen!
;-)

Aber im Ernst, der zweiwoechige Segeltoern im Urlaub ist mit Sicherheit auch mit viel Essen, Wein und allem was dazu gehoert verbunden, Urlaub eben. Griechische Inseln, Samos, Zsazsiki, in Oel frittierter Fisch und Ouzo...
Wenn Du auf einem Boot lebst, ist nicht mehr jeden Tag Urlaub, also wird normal gekocht und gegessen und damit ist das Problem schon nur noch halb so gross.

01:09 Meine erste Wacher verlaeuft mit einschlafendem Wind. Die Segel schlagen, aber nur leicht und fuenf Minuten spaeter geht es auch schon weiter. Konvergenzzone. Im letzten halben Jahr habe ich schon nicht mehr so viele tolle Wolken gesehen. Ueberhaupt sitze ich entweder am PC oder schaue in den Himmel, aufs Meer. Sekundenlang, Minutenlang, Stundenlang. Natale liest ein Buch nach dem anderen, ich schaffe gerade mal meine letzten zwanzig Seiten von >>Die Garbe der Seenormaden<< von Milda Druelke. Sehr empfehlenswert. Stoff fuer Fortgeschrittene freiheitsliebende Menschen. Das beste am Buch: Namen und Orte sind geaendert, damit da jetzt keine Touristikbewegung einsetzt. Aber ich will nicht zuviel verraten. Fuer das recht duenne Buch habe ich so um die zwei Monate gebraucht. Soviel zu meiner Lesegeschwindigkeit. Habe diese wohl der Reisegeschwindigkeit angepasst ;-)

So. Wieder zum Meer. Also: Gucken lassen, treiben lassen. Es wird und wird nicht langweilig. Die Wolken, die unendlichen Farbspektren des Lichtes, unbegreiflich was einem doch fehlt, wenn eine Stadt mit Wohnhausschluchten den Blick auf den Horizont versperrt. Warum lassen wir uns sosehr einschliessen und dazu noch freiwillig? Auf einem Segelboot mittem im Meer wird einem das alles so fragwuerdig. Vor allen Dingen, weil man so unendlich viel Zeit hat ueber alles nachzudenken. Und das passiert dann auch in unseren, in Natales und meinem Hirn.

Angelverbot habe ich schon wieder. Das tut richtig weh. Morgens bei Sonnenaufgang springen die Bonitos fast von alleine ins Cockpit. >>Nein, raus hier<<, poeble ich die Mutigsten an, damit die Capitana nachher nicht sagt, dass ich doch heimlich geangelt haette. Heute! Auch Angelverbot. Natalae kann keinen frischen Fisch mehr sehen, verarbeiten noch riechen. Hmm. Spagetti mit TOOOOOmatensosse soll es mal wieder geben. Ich verstehe das nicht.

Heute Nachmittag werden wir den Aequator kreuzen. Dann dreht sich das Wasser beim Ablaufen im Spuelbecken nicht mehr im Uhrzeigersinn, sondern andersherum. Oder wie war das. Wir werden sehen.

Wir segeln weiter bei leichter Briese durch die Nacht Richtung Traumsee...



  • 01:09
  • 18.02.2003
  • 01°02.06'N, 085°28.46'W
  • Pazifik
  • Galapagos/Ecuador
  • 26°C
  • S 1-2
  • 1

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