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PinUp für mein nächstes Krankenhauszimmer

Ich fühle mich irgendwo zwischen makaber und romantisch

“So. Jetzt setzt euch mal alle drei zusammen dort auf den Sandhügel. Wir machen ein gestelltes Foto für meine nächsten vier Wochen Aufenthalt, Chemo II im Malteser Flensburg. Lasse ich dann lebensgroß vergrößern und hänge es mir an die Wand. Wenn ich meine Kinder schon vier Wochen nicht sehen darf. Irgendwas zum Festhalten muss ich einfach haben, wenn ich zwischendurch kurz vorm Aufgeben bin.“ Diesmal werde ich meinen Aufenthalt besser vorbereiten. Mittig sieht man Nathalie. Die muss Nerven haben, sag ich euch. Nerven mit der jetzigen Situation klarzukommen. Erst haut der alte Wnuk für Monate ab bis nach Spitzbergen, dann nach einem kurzem Besuch weiter in die Karibik und als er dann nach gut einem Jahr von Kojencharter die Faxen dicke hat, kommt er mit einer kaputten Schulter nach Hause, muss eigentlich in eine Spezialklinik und bekommt die besagte Sommerleukämie dazu. Nathalie schiebt derzeit monatelang einen Dienst nach dem anderem im Krankenhaus, kümmert sich um pubertierende Töchter und Hunde und schiebt noch einen 120qm Haushalt vor sich her. Dazu gehört zumindest genau soviel Mut, wie nach Spitzbergen zu segeln. Nathalie hat immer schon meine Liebe gehört, zwanzig Jahre sind es her, seit dem ersten Kuss. Jetzt macht sie genau soviel mit durch, wie der kranke Skipper. Ohne sie und die Kinder würde ich es nicht schaffen ohne vollkommenen seelischem Schaden, diese Langzeitaufenthalte im Krankenhaus durchzustehen. Das ist so sicher, wie das Armen in der Kirche. Immer wieder muss ich mir dessen bewusst werden und grade der Zeiten tue ich es ganz besonders. Wer auch sonst sollte mich jeden Tag besuchen kommen und nur durch sein Dasein, ohne Worte, den Lebenswillen erhalten. Nicht auszudenken was los wäre, wenn ich Nathalie nicht hätte. Nathalie und ich, wir haben einiges geschafft. Seglerisch, leberisch, um den Erdball, mit Schiff, ohne Geld, in guten wie in schlechten Zeiten. Wir haben auch einiges an Problemen zusammen gemeistert. Zwei supertolle Töchter bekommen. Aber 2016 gehört definitiv nicht zu den fetten Jahren. Sind die fetten Jahre jetzt vorbei? Kommt jetzt nur noch Krankheit. Natürlich ist das doof, dass ich mich das frage. Und so mancher Leser schreibt: „Micha, in einem Jahr wirst Du nicht mehr an Deine Krankheit denken und wieder Pläne schmieden und meistern.“ Ich bin mir dessen nicht ganz so sicher, wie so mancher Leser. Ist aber auch immer die Frage aus welcher Perspektive man so eine Krankheit betrachtet. Betrachtend oder Erlebend. Vielleicht kannst auch Du helfen. Nicht mit Geld, sondern mit Filmen für meinen nächsten Krankenhausaufenthalt, Ende des Monats. Sich Filme bei Amazon auszuleihen geht ja auf Dauer doch auf die Nerven. Es soll ja die Filmesammler geben, die Festplatten voll damit haben. Hallo? Könntet ihr mir bitte was kopieren und zuschicken. Wäre ich auch sehr dankbar für. Vielleicht auch ein paar Hörbücher? Stand Klingelbeutel: >1.000. Tausend Dank noch mal an alle Spender. Ich kann keine personalisierte Dankesschreiben für jede Spende schreiben. Ich find euch alle toll, wie ihr mich hier unterstützt.



  • 21:15:00
  • 19.08.2016
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  • Rømø / Dänemark
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