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Urlaub in Dänemark

Freigang vor der nächsten Chemo

Auf Facebook kommentiert einer meiner Bekannten: „Da hat die Leukämie tatsächlich den richtigen erwischt.“ Da muss ich ein bisschen schlucken. Ist mir dann doch etwas makaber. Wie kann man so etwas sagen. Für mich hört der Spaß bei der Krankheit, vor allen Dingen so einer Krankheit, wie die der Leukämie, echt auf. Den ganzen Tag bleibt mir der Kommentar im Kopf, zu mal ich den Bekannten gar nicht richtig kenne oder erkenne.

“Du kannst bis nächste Woche Donnerstag in Urlaub agehen.“ Dr. Christiane lächelt mich an. „Deine Blutwerte sind gut genug, dass dein Immunsystem mit Deiner Umwelt klar kommt. Da wo viele Menschen sind, solltest Du einen Mundschutz tragen. Für die nächste Chemo sind Deine Blutwerte noch nicht gut genug.“

Nathalie, Maya Lena & ich sind schneller weg als es nur geht. Endlich mal haben wir einen Heimvorteil. Bis zur dänischen Grenze sind es grade mal eine Handvoll Kilometer. Unser Ziel ist die Insel Rømø. Da wir bis zum heutigen Morgen auf das o.k. der Ärzte warten mussten, ist unsere Reservierung einer kleinen Ferienwohnung natürlich voll in die Hose gegangen. Wir ergattern eine kleine schnuckelige Holzhütte auf einem Campingplatz zu Schulferien-Preisen. Egal. Hauptsache nicht mehr die Nase am Krankenhausfenster plattdrücken, Hauptsache das Meer wieder mal sehen, die Freiheit, den Wind genießen. Upps. Da fehlte ordentlich was. Es ist schon ordentlich gemein, von der Freiheit auf der MARLIN in die Isolation einer sechsmonatigen Anti Krebs Chemotherapie versetzt zu werden. Jeder Tag Freiheit zählt nun.

Eigentlich habe ich vorgesorgt um Internet in Dänemark zu haben. Ich habe meinen Alditalk Vertrag gekündigt, habe mich auf Vodafone eingelassen, die damit werben: „Telefonie, Daten und SMS zu gleichen Konditionen wie in Deutschland in der ganzen EU.“ Leider wird die Portierung meiner alten Nummer erst zum 23ten durchgeführt. Da bin ich schon wieder auf dem Weg nach Deutschland, zum nächsten Blutcheck, vielleicht schon zur nächsten Chemo. Dumm gelaufen. Eine Datenkarte fürs iPad stellt sich als nicht Teil des Werbeversprechens dar. Leider hat Wnuk falsch gelesen, falsch verstanden. Wnuk könnte sich jetzt stundenlang mit der Hotline unterhalten oder eine weitere Stunde mit dem unfähigen Vodafone Mitarbeiter des Ladenlokals in der Großen Straße in Flensburg unterhalten. Es ist ein Trauerspiel mit diesem ganzen Tarif-Jungles. Vor allen Dingen im Ausland.

Die Zahl der Schnäppchenjäger mehr sich. „Anscheinend brauchst Du dringend Geld. Also, ich hätte Interesse an der MARLIN zu einem guten Preis.“ Es ist nicht nur ein Mail, was wir in diesem Tenor empfangen. Nachdem ich klar stelle, dass die MARLIN natürlich zu verkaufen ist für eine Million Euro, ansonsten mein Notstand noch nicht so weit ist, dass ich etwas zu verschenken habe, bricht die Kommunikation schnell wieder ab. Die nächste Art von Angeboten bezieht sich auf meinen Wunsch unsere MARLIN nach Flensburg zu bringen. „Also ich könnte es so organisieren, dass ich die MARLIN kurzfristig für Dich nach Flensburg skippern würde.“ Auch einen Koch und diverse Mitsegler bieten sich an. Nachdem ich aufkläre, dass die MARLIN sich selbst darüber finanziert, dass die Mitsegler Kojengeld für ihre Törns bezahlen, fallen die Antwortmails kurzweiliger, direkter und teils unangenehm, unfreundlich aus. „Sorry, dass ich die Leukämie höchstwahrscheinlich überleben werde.“, denke ich mir bei machen Mails. Ein Blick in die Spenderliste bei PayPal zeigt, dass keiner der Schnäppchenjäger auch nur einen Cent in den Klingelbeutel geworfen hat. Da finden sich die realen Freunde der MARLIN und mir, die überzeugten Mitsegler und Leser. Die Beträge sind eigentlich vollkommen egal. Ob 3,33 Euro oder 1.000, jedes Mal freue ich mich über den Willen einfach zu helfen.

Stand Klingelbeutel: >1.000. Tausend Dank noch mal an alle Spender. Ich kann keine personalisierte Dankesschreiben für jede Spende schreiben. Ich find euch alle toll, wie ihr mich hier unterstützt.






  • 19:19:00
  • 18.08.2016
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