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Altherrensegeln

New Horizons. Technischer Erfolg auf ganzer Linie.

Na, schon mal hier gewesen und nix neues gefunden? Mal nen netter Kommentar als immer diese blöden FB Likes würden auch mal gut tun. Der Kartentisch ist halb aufgeräumt, aber eben nur halb und in mir sieht es noch nicht anders aus.

Cienfuegos ist schön wie immer. Freitag Abend: Bordflucht. Nico darf nicht mit, trotz letzter Abend. Katja zickt und setzt sich durch. Macht der Frauen. Ich stürze total ab und wackle breitbeinig morgens um vier Uhr über den Malecon, die Uferstrasse zum Punta Gorda. Ich finde, dass ich mir das verdient habe und sitze breit grinsend und gutgelaunt betrunken auf dem Mäuerchen, unterhalte mich mit einem Amerikaner. Davon gibt es jetzt ganz viele hier. Seit April dürfen die Amis nämlich jetzt nach Kuba. Obama macht’s möglich. Die Amis, die kommen, sind eigentlich ganz nett. Die doofen mögen das Fidelland immer noch nicht. Also was soll’s. Peter, neuer Mitsegler ist auch schon aufgetaucht. Der Oberbayer spricht aber wenigstens so, dass ich mich mit ihm verständigen kann. Peter kennt mich aus diesem Blog, ich kenne Peter gar nicht. Eigentlich auch egal. Katja und Nico verabschieden sich. Ich bin froh, dass ich eine Sonnenbrille aufhabe und die beiden und Peter die Krokodils träne nicht sehen die sich in an meiner Nase Richtung Erdmittelpunkt bewegt. „Jetzt nur nicht uncool und sensibel werden Micha!“, geht mir durch den Kopf. Ich hab mich an die beiden und vor allen Dingen an Nico massiv gewöhnt. Wunderbare zwei Wochen segeln und gemeinsam leben. Schade, dass ich nicht mit allen meinen Mitseglern verheiratet sein kann. „Ihr wart die beste Crew seit dem ich angefangen habe.“ Nico lacht. „Das sagst Du doch jedem.“ „Wirklich? Tue ich das. Oder habe ich nur tolle Mitsegler?“

Der Tag danach, der erste Mai, ist natürlich in Cuba besonders wichtig. Alle Patrioten versammeln sich um einen riesigen Umzug auf dem Malecon zu veranstalten. Danach wird am Stadion gefeiert. Wir, inzwischen mit Reiner, dem zweiten neuen Crewmitglied, mittendrin. Reiner und Peter sind beide gut 15 Jahre älter als ich. Ich bin ein wenig skeptisch, die Beiden sind es auch. Wir fangen an mit dem gegenseitigen beschnüffeln. So eine Konstellation hatte ich noch nicht. Bisher war immer ich der Älteste. Es ist die Crew 15. Erfahrene Chartersegler. Welche Erwartungen werden die Beiden haben? Wir fangen an mit Verproviantieren, Ankommen und Sicherheitseinweisung. Einkaufen auf dem Markt, Verstauen der Lebensmittel und in die beiden Kabinen einziehen. Ganz gut, dass beide ihre eigene Kabine haben und das Schiff nicht so voll ist. Langsam kommen wir uns näher. „Wird gehen“, denke ich mir. Morgen soll es losgehen. „Hast Du Lust mir bei meinem größten MARLIN Problem zu helfen?“, frage ich Peter. „Kein Problem“, antwortet dieser. Für die nächsten drei Stunden verschwinden wir im Motorraum. Nico hatte schon Schlauch und diverse Rückschlagventile und Verschraubungen aus PVC aus Deutschland mitgebracht, um der Toilette eine eigenständige Wasserzufuhr, von einem ungenutztem Einlassventil im hinteren Lagerbereich zu spendieren. Mit Nicos Hilfe hatte ich schon ein Rückschlagventil in die Spülwasserleitung der Toilette eingebaut. Besser gesagt: Ich habe Nico geholfen und das Werkzeug gereicht. Von Verrenkungen im Motorraum bin ich mit meinem Arm noch weit entfernt. Doch trotz der Reparatur haben weiter alle Toilettenbenutzer beim Segeln unbewusst Unterdruck im Kühlwasserkreislauf erzeugt. Danach haben wir einen nicht ganz geschlossenen Kugelhahn eingekreist, indem wir das Kühlwassersystem des Yanmars mit Luftdruck abgedrückt haben. Nach jedem Schlag unter Segeln: Kein Kühlwasser mehr im Motor. Mit der Folge, dass Skipper genervt und nassgeschwitzt im Motorraum sitzt und über die Rückspülfunktion des Wassermachers Süßwasser in den Motor einspeist. Es kann sich keiner vorstellen, wie sehr mich das genervt hat, dass ich dem Problem nicht Herr geworden bin. Bei jedem Problemfund ein Aufatmen und danach der gleiche Mist wieder. „Der Kugelhahn war es auch nicht“, komme ich muffelnd aus dem Motorraum. Nico krabbelt auch etwas genervt hinter den Motor und wechselt den vom ständigen Trockenlaufen, halbkaputten Impeller der Yanmar Wasserpumpe aus. „Das war das Problem.“ Nach dem nächsten Schlag wieder das gleiche Problem. Und so ging das über die letzten Monate. An dem Verteiler des Seewassers hing auch der Wassermacher, der dann trockengelaufen ist und repariert werden musste, der Generator, der Luftblasen im Kühlwasser hatte und überhitzte und kaputt gegangen ist. Eine lange Kette. SEIT HEUTE IST DAS ALLES VERGANGENHEIT. Mit Peters Hilfe hat die Toilette jetzt endlich ihre eigene Seewasserversorgung. 4 Meter Schlauch, eine Durchführung zum Motorraum, zwei Schlauchschellen, ein Rückschlagventil. Im Schauglas des Seewasserfilters sieht man jetzt kein Rinnlein an Wasser beim Betrieb des Yanmars, sondern ein Wassersturm. Die Betriebstemperatur der Hauptmaschine ist um 10 Grad niedriger und keines der ebenfalls angeschlossenen Aggregate hat unkontrollierte Luft in der Seewasserversorgung. Wir können jetzt, so wie es sich gehört, den Schlüssel drehen und aus dem Auspuff kommt jetzt verlässlich ein dicker Schwall Kühlwasser. Peter dreht auch schnell noch den neuen Öldruckschalter in den Yanmar rein, an dem letztens zwei Liter Öl in die Bilge gelaufen sind. Auch das Problem ist gemeistert. Ein großer Fortschritt und lange fehlender Sicherheitsfaktor beim Kojensegeln. Dem Skipper fällt ein dicker Stein vom Herzen. Das passt doch zum ersten Mai. Danke an Nico und Peter.


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  • 23:00:00
  • 01.05.2016
  • 21°36.8820'N, 081°34.5626’W
  • -°/ -kn
  • Cienfuegos / Cuba
  • Cayo Largo / Cuba
  • 28°C
  • 10 kn / E
  • 0,0m

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