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Indien im Ueberfluss

Indien im Ueberfluss

Die Erkaeltung hat uns nach wie vor ein bisschen in den Klauen, die Energiekurve ist noch immer ziemlich flach und wir sind froh, dass wir nicht gerade den Wind unseres Lebens da draussen verpassen.

Trotzdem schaffen wir es am Nachmittag von Bord und lassen uns mal wieder in einem der altmodischen Taxis in die Stadt chauffieren. Nach dem obligatorischen Internetcafebesuch gibt es eine Portion Indien pur. Es ist Samstagnachmittag, 4 Uhr und aus allen Loechern kommen die Menschen nach dem Mittagsschlaf gekrochen, saemtliche Laeden haben geoeffnet, Rikschafahrer, Fahrraeder, Taxis, Jeeps und heilige Kuehe liefern sich die uebliche Strassenschlacht. Hupen, Bremsen, Musik aus Lautsprechern, der uebliche Laermpegel. Wir sind auf Souvenirjagd. Was kauft man in Indien? Ganz klar: Saris, Gold und Silber. Der Juwelier steht als erster auf dem Programm. Rosarot beherrscht das Interieur der Schmucklaeden, auf rotem Samt wird Gold in allen Formen dargeboten, Ketten, Armbaender, Ringe, Ohrringe, einfach alles. Bezahlt wird nach Gewicht. Angeschlagen steht der Preis fuer 10gr Gold oder Silber. Je schwerer, je besser. In jedem Laden sitzen meist schon ein Reihe gut betuchter Frauen, die fachmaennisch Ketten in ihren Haenden wiegen, begutachten, reden und meist schon ueber und ueber mit Gold behaengt sind. Wir wollen nur Silber, ein Fusskettchen, gibt es aber nur im Zweierpack. Das macht nichts, eins fuer die Mutter, eins fuer die Tochter, wenn sie denn mal gross genug ist.
Draussen laermt weiterhin der Abendverkehr. Ueber den Markt kaempfen wir uns bis zum Clocktower, verschwinden in einer Seitenstrasse und betreten ein Sarigeschaeft. Sit madame, sit sir. Energisch werden wir auf eine Bank gedrueckt und sitzen vor einer riesigen Regalwand in der hunderte von Saris verschiedender Qualitaet liegen. Davor eine Matraze auf der die Verkaeufer sitzen und hinter sich einen Sari nach dem anderen aus dem Regal reissen. In Sekundenschnelle verwandelt sich der Platz vor uns zu einem Chaos. Nein, roeter, nein, weniger Blumen, vielleicht doch besser. Hmm, ich weiss nicht. Maya findet es klasse. Sitzt vor dem Regal und reisst ein Tuch nach dem anderen mit der schoen knisternden Verpackung aus dem Regal. Keiner, der was sagt, oder verbietet.
Wir haben uns entschieden, jetzt kommt der schwierige Teil, Saribindekurs. Der ganze Laden guckt und lacht, waehrend mich eine Verkaeuferin in die Stoffbahn einwickelt. Ich komme mir vor, wie bei einem Kindergeburtstag beim Mumienspiel, eine Rolle Klopapier nach der naechsten. ;-)
Gechafft, Technik begriffen. Jetzt bin ich dran, schlinge mir mein Tragetuch um Taille, Schulter und Hueften und setze Maya hinein. Da staunen alle.. Ja, wir koennen das auch, german sari. Alle lachen.

Naechste Station, Schneider: An der Stoffbahn ist immer ein Meter Material fuer die Bluse dran, die wird zum Schneider getragen, der Mass nimmt und ein fesches bauchfreies Nichts daraus zaubert. Wir sind gespannt, Montag soll es fertig sein.

Genug Indien fuer einen Tag? Nein, auf dem Rueckweg hoeren wir Musik, Gesang und Tanz in ersten Stock. Nur mal eben schauen und die Nase reinstecken, finden wir uns in einem der Goettin Lakshmi gewidmeten Tempel mitten in einer Puja wieder. An die 30 Frauen und eine Handvoll Maenner sind versammelt, die Frauen singen, spielen Tablas und rasseln mit ihren Gloeckchen, waehrend die dicksten und aeltesten vor dem Altar tanzen. Gottesdienst auf indisch. Keine 2 Minuten schauen wir zu, da werde ich schon nach vorne gezogen und muss mittanzen, womit wir das Recht erworben haben zu bleiben. Aber das Kind muss ins Bett, nix da, 10 Minuten, sagt eine dicke Frau in gruen, und wir trauen uns nicht zu widersprechen. Noch mehr Tanz und Gesang bis wir schliesslich nach einer Zeremonie den Segen der Goettin fuer Wohlstand und Glueck in Form von Wassersprenkeln und Kalkpulver auf der Stirn erhalten.

Indien im Ueberfluss. Vor dem Tempel treffen wir zufaellig Rawi, unseren Taxifahrer, zufaellig? Ein willkommener Anblick im Chaos, wir wollen nach Hause und lassen uns fertig in die Polster des Ambassadors zuruecksinken.



  • 20:00
  • 04.03.2006
  • 11°41.721'N, 092°42.75E
  • Port Blair/Andamans/India
  • Chagos
  • 29°C
  • 1 NNE
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