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Nosy Kombar

Nosy Kombar

Aus der morgendlichen Affenrunde wurde erstmal nichts, denn dringende Bordreparaturen dulden nun keinen Aufschub mehr. Die Fusspumpe fuer das Wasser in der Kueche ist kaputt, die im Bad funktioniert, dafuer gibt es dort zur Zeit kein Licht. Nach der gestrigen Flucharie mit Taschenlampe im Bad um Wasser zum kochen zu holen, steht Micha nun morgens vor der Spuele und baut Pumpen auseinander. Das hatten wir doch schon mal? Ich glaube, es war Neuseeland. Aus 3 mach 2, oder aus 5 mach 3, oder so. Wir haben Glueck, das private Ersatzteillager gibt auch heute noch eine Ersatzmembran her. Die letzte. Das macht immer nervoes, wenn die Ersatzteile nicht mehr an Bord sind. Wieder ein Punkt auf der Liste fuer Suedafrika, die Shipchandler werden ganz schoen an uns verdienen. ;-)

Und weil es gerade soviel Spass macht die ToDo-Liste abzuarbeiten, macht Micha noch die salzige Bilge sauber und ich widme mich den ungeliebten Backskisten unter der Spuele. Alles raus, saugen, wischen. Wenigstens geht das Wasser wieder. Es sieht aus wie bei Hempels unterm Sofa, doch gegen Mittag haben wir das Chaos endlich beseitigt und man koennte fast vom Fussboden essen. Wenn der nicht unbedingt mal neu lackiert werden muesste, aber das ist eine andere Geschichte.

Am Nachmittag schaffen wir es endlich an Land. Das Dorf sieht aus wie eine Werbung fuer Waschmittel, weisser Riese oder Persil. Denn entlang der Wege haengen weisse Tischdecken, Hosen, Blusen, Gardinen, Kinderkleider mit handgemachter Lochstickerei. Das Dorf ist staubig, ueberall Feuerstellen, es qualmt hier und raucht dort, Kinder rennen in dreckigen Klamotten rum und dennoch sind die Stickereien fuer die Touristen bluetenweiss und sauber. Wie machen die das?
Die Attraktion des Dorfes, die Lemuren, heben wir uns fuer morgen auf, dafuer schliesst Maya Bekanntschaft mit ein paar kleinen Maedchen. Ganz geheuer ist ihr das allerdings nicht, denn die Kinder hier sehen selten weisse, blonde Babies und wollen sie dementsprechend staendig streicheln, anfassen und kuessen. Zuviel fuer sie, da versteckt sie sich doch lieber hinter Mama und Papa.

Gut gefaellt es uns hier. Ein kleines Restaurant am Strand hat kuehles Bier und die Besitzerin Celestine erzaehlt uns alles ueber Dorf und Insel, was man wissen muss. Den Laden hat sie mit Hilfe einer Finanzspritze eines Deutschen gebaut, der sich damit quasi ein privates Feriendomizil geschaffen hat, zu dem er einmal im Jahr geflogen kommt. Kann man verstehen, bei der Aussicht und der Geraeuschkulisse der leichten Brandung.

Und morgen die Schmusetiere fuer Maya. Ehrlich.



  • 20:13
  • 12.09.2006
  • 13°26.43S, 048°21.02E
  • Madagascar/Nosi Kombar
  • 28°C
  • 0-1 SE
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