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Grenadian Hash House Harriers

On On, On In oder On Back?

Wir haben ja schon viel Verrücktes gesehen und erlebt. Gerade auf den ehemals britischen Inseln fasst man sich so manches Mal an Kopf, nicht zuletzt, um beim Betreten einer Bar die Mütze abzunehmen, da man ansonsten eine Lokalrunde schmeißen muss. Doch einen „Hash“ haben auch wir noch nicht mitgemacht. Der Hash ist so etwas wie eine Schnitzeljagd für Erwachsene mit dem Ziel die abgearbeiteten Kalorien durch anschließenden Bierkonsum wieder auszugleichen oder umgekehrt. 1938 kamen ein paar Briten ausgerechnet im schwülen Kuala Lumpur auf diese schräge Idee. Na ja, was aus Malaysia kommt, kann ja nicht schlecht sein, denken wir und da unsere südafrikanischen Bootsnachbarn in höchsten Tönen von ihrem Hash in der letzten Woche schwärmen, sind die Kinder und ich Feuer und Flamme. Rennen durch den Urwald? Der Skipper ist skeptisch und so halte ich ihm zur Sicherheit nochmal die Satzung der Hash House Harriers gemäß der Club-Registrierungskarte von 1950 vor die Nase:

Förderung der physischen Fitness der Mitglieder

Erholung von den Nachwehen des Alkoholkonsums des vergangenen Wochenendes

Während des Laufs einen guten Durst zu generieren und diesen anschließend mit Bier zu stillen.

Die älteren Mitglieder davon zu überzeugen, dass sie nicht so alt sind, wie sie sich fühlen.

Gegen 14 Uhr werden wir mit dem Maxitaxi abgeholt, nicht nur wir, ein richtiges Familienevent findet statt. 6 Fahrtenseglerfamilien, 13 Erwachsene und 12 Kinder, quetschen sich in die Busse und los geht’s. On On, wie der echte Harrier oder die Harriette sagt. Eine Stunde später, werden Mann und Maus wieder ausgespuckt, irgendwo in den Hügeln von St. David im Südosten der Insel. Um die 150 Leute tummeln sich auf der Wiese. Weiße, Schwarze, Inder, Locals und Cruiser, Alte und Junge. Zwei dicke Mamas rühren in dampfenden Kesseln, die auf einem offenen Feuer schmoren. Soca-Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Die Menschen um mich herum tragen teure Laufschuhe oder Treckingsandalen, ausgelatschte Turnschuhe, verdreckte Armeestiefel aber definitiv keine Flip-Flops. Das hier ist ernst, hier geht es querfeldein, bergauf und bergab. Ich bin froh, dass ich mich doch für unsere, eigentlich viel zu warmen, Patagonien-Wanderschuhe entschieden habe. Es gibt eine Liste, jeder muß eingetragen werden und sich am Ende wieder austragen, wer nicht wiederkommt wird gesucht. Um Punkt 16:00 tritt der Hash Master auf den Plan. Wir bekommen unsere Anweisungen entgegengepfeffert, gebrüllt. Trotzdem lachen alle, was ein rauhes „Shut up!“ zur Folge hat. Die Regeln in Kürze. Der Hare, der Hase ist vorgerannt und hat Spuren gelegt, Papierschnipsel kennzeichnen den Weg, alle 30 Fuß ein Häufchen. An jedem aus Papier gelegten Kreise gibt es mehrere Wege, nur einer ist der richtige, alle anderen werden nach 10 Papierhäufchen mit einem x gekennzeichnet. Man verständigt sich untereinander mit On On: ich bin auch dem richtigen Weg, oder on back: upps verkehrt, zurück zur letzten Kreuzung. Nach einer Stunde rennen, rutschen, laufen, klettern ist man zurück am Ausgangspunkt und darf Bier trinken, oder Cola, oder Wasser. Auf ein lautes ON ON hin rennt alles wie von der Tarantel gestochen den Hügel rauf. Wir Familiensegler bleiben etwas verdattert zurück und versuchen unser Brut in Bewegung zu setzen. Bei einigen klappt das gut, bei anderen weniger. Wir gehören glücklicherweise zur ersten Kategorie.

Nach dem vierten Häufchen Papierschnipsel ist das Jagdfieber geweckt, die 20% Steigung vergessen. Der Trail führt mitten hinein in den Regenwald von Grenada. Die letzten zwei Tage hat es in Strömen geregnet, entsprechend matschig und nass ist der Erdboden. Nacheinander färben sich Schuhe, Waden, Hände und Hosenboden lehmig-braun. Freiwillig verfolgen die Kinder an den Kreuzungen den schwierigeren Runners Trail, rutschen auf den Fußsohlen die Abhänge runter, landen im Bambusdickicht und lachen sich kaputt, wenn mal wieder ein Erwachsener das Gleichgewicht verliert und den Abhang herunterpoltert. Nach einer Stunde sind wir alle nassgeschwitzt, pottdreckig und glücklich. Wir stolpern über Muskatnüsse, überreife Mangos und Cashews, werden von Einheimischen entlang des Weges in die richtige Richtung gelotst und immer wieder von echten Harriern überholt. Natürlich landen wir als letzte im Ziel. Das Bier ist trotzdem noch kalt und die gegrillten Hühnerbeine auf dem Grill nicht verbrannt. Ob wir wohl auf dem Weg Richtung Westen noch einen weiteren Samstag in Grenada verbringen werden? Wenn ja, wissen wir schon, was dann auf dem Programm steht. In diesem Sinne. On on!






  • 16.06.2013
  • 11°59.7434'N, 61°45.6976’W
  • -
  • Prickley Bay/Grenada
  • St.Vincent and the Grenadines
  • 30°
  • 11 kn/E

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