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Was uns bewegt

>>Ihr Suessen,

Erdbeben hatte 6, 0 auf der Richterskala. Epizentrum lag 30 km vor der
Kueste von Alor. Dem ersten Erdstoss um 5.26 uhr Ortzeit folgten
mehrere Nachbeben. Eins davon hatte eine Staerke von 5,0. Mindestens 12
Tote, ueber Hunderte Verletzte!

Ahoi und Gott sei Dank ist euch nichts passiert!!!
Kuesse
Astrid<<

Das Dorf Umapura, vor dem wir liegen ist rein muslimisch. Der lautstarke Ruf des Muezzin gehoert zu unserem taeglichem Leben. Um drei Uhr morgens genauso wie jetzt gerade. Kassetten werden ueber ein Megaphone verstaerkt, die Klaenge hallen am Berghang wieder, die derzeitige Wirkung auf Natale und mich ist positiv nur einschlaefernd.

Wir sitzen eingeladen zum Kaffee. Mitten im Dorf, Menschen mit grossen Augen schauen uns an wie Tiere im Zoo. Nein, wir sind nicht das erste Segelboot in Umapura, letztes Jahr war schon mal australisches Boot hier vor Anker. Zwei Schwedinnen haben vor kurzer Zeit das Dorf fuer zwei Monate besucht. Ploetzlich faengt alles wieder an zu beben, ein Nachbeben, die Menschen mit den wunderschoenen braunen, leuchtenden Augen laufen alle schreiend ins Freie.

In Kalabahi, ein paar Meilen nur entfernt sind heute morgen ein chinesischer Ladenbesitzer, zwei Polizisten und zwei Zivilisten durch das Erdbeben gestorben. In Umapura selbst sollen 50 Haeuser vom Erdbeben betroffen sein, Kinder und Muetter haben auf einem Berg, etwa zweihundert Meter ueber Umapura eine kleienes Evakuierungszentrum aufgebaut. Eine eigenartige Stimmung umgibt das Dorf am Beach. Keine Kinder die im Wasser spielen, keiner fischt, nur das Getoene aus der Moschee liegt ueber Unapura, man feiert den letzten Tag des Ramadan.

Auf 20 Meter liege ich mit der Nikonus unter einem Steilhang, versuche eine Koralle ins rechte Licht zu ruecken, da wackelt die Erde unter mir wieder. Eins der vielen Nachbeben, was den Bereich Flores bis Alor den ganzen Tag schon, wieder und wieder erschuettert. Wir auf der Lady oder unter Wasser bekommen nicht viel mit von Mutter Erdes Schwankungen, doch den 1013 Einwohnern des Dorfes steht die Angst im Gesicht geschrieben. Ohne Versicherung fuer Ihr Leben oder Eigentum aus Backsteinen und Palmenblaettern stehen sie da. Der Rest der Einwohner, die sich nicht in die Berge verzogen haben, schlafen heute Nacht im Freien, die Angst vor einem neuen Beben ist zu gross.

Die Lady liegt auf drei Meter ueber dem Riff, keine zwei Bootslaengen faellt die Steilwand auf 160 Meter Tiefe. Gesunde Hart- und Weichkorallen geben sich die Hand. Langusten, Schnapper, Palettenfische und all das Getier dessen Namen ich nicht weiss. Tauchen al la carte, zumindest wenn am die zwei Stunden des Tages ohne Stroemung erwischt. Meist am fruehen Morgen braucht man keine Taucherbrille, eine Tasse Tee an der Reling reicht vollkommen aus, kein Wind, glasklare Sicht und man kann die Unterwasserwelt unter der Lady in vollen Zuegen geniessen. >>Oh<< und >>Ah<<, sind die meist benuten Ausdruecke in jenen Stunden. Morgen soll unsere Reise vielleicht weitergehen. Am Morgen erwarten wir die Kinder des Chefs zum Fototermin. Mit Ihren selbstgemachten Taucherbrillen geben sie ein unglaubliches Bild von tauchenden Aliens ab. Mal schauen ob wir das, auf Filmmaterial auf tropischem Unterwasserhintergrund bannen koennen.

Ein normales Fruehstueck scheint uns hier nicht vergoennt zu sein. Um halb sechs werden wir unsanft aus dem Bett geschuettelt. Die Erde bebt, im Dorf ein lautes Geschrei, von dem grossen Felshuegel direkt vor unserem Ankerplatz loesen sich Brocken und klatschen laut ins Wasser.
Unglaublich, wie sehr man die Bewegungen der Erde noch durch die Daempfung des Wassers auf dem Boot spuert. Wieviel mehr muss es an Land gewackelt haben. Sicher 5 Minuten ruckelt sie Lady, bis der Spuk vorbei ist.

Spuk vorbei? Denkste. Kurze Zeit spaeter verschwindet mit einem Rauschen das Wasser. Als haette jemand den Stoepsel aus der Badewanne gezogen. Es brodelt und zischelt und rauscht und innerhalb Sekunden fehlt ein Meter Wasser. Nach den ersten Schrecksekunden loesen wir die Mouringleinen, starten den Motor und ziehen uns ins sichere tiefe Wasser zurueck, denn aus 3 Meter unter dem Kiel ist gerade mal einer geworden, wer weiss, wie sich das entwickelt.

Die Menschen im Dorf ziehen sich in einer langen Schlange mit Kind und Kegel in die Huegel zurueck. Was hat das nun wieder zu bedeuten? Tsunamis? Angst vor einer Flutwelle? Was tun? Weg hier? Abwarten? Die Locals machen keine Anstalten ihre Fischerboote in offenes Wasser zu bringen, also begnuegen auch wir uns damit, vor dem Dorf in 100 Meter Wassertiefe auf und ab zu fahren und zu warten, was da kommt. Noch dreimal kommt das Wasser unmerklich zurueck um gleich darauf wie angesogen wieder zu verschwinden. Die kleinen Auslegerkanus der Locals werden wie Pingpongbaelle mit der Stroemung vor und zurueck geschleudert.

Anderthalb Stunden spaeter kehrt langsam Ruhe ein. Die Menschengruppen an Land loesen sich auf, auch die Bergfluechtlinge kommen langsam wieder herunter und ploetzlich hoert man selbst die Voegel wiede singen. Gar nicht aufgefallen ist es mir, wie still es war, erst als ploetzlich scheinbar alle Voegel der Insel gleichzeitig vor Erleichterung den Schnabel aufmachen, merkt man den Unterschied.
Auch wir finden unseren Mut zurueck und machen die Lady wieder an der Mouring fest.

Spuk vorbei scheint es, das Wasser ist zurueck und das Leben nimmt seinen gewohnten Gang. Jetzt wuerde uns natuerlich interessieren, wo das Erdbeben war und wie stark. Kann mal einer unserer Leser im Internet recherchieren, wo und was hier los war?

Wir versuchen jetzt mal in Ruhe zu fruehstuecken!






  • 06:51
  • 12.11.2004
  • 08°12.60S, 124°22.74E
  • Ternate/Pulau Alor
  • Bali
  • 28°C
  • N 1
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