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Auszeit

auf alten Spuren

Samstag Morgen hatten wir die Schnauze gestrichen voll von der heißen Bucht i nChaguaramas, von Bootsausrüstern, Marinas, Werkstätten und Geldausgeben. Die Solarpanele sind montiert, geben, sollte die Sonne scheinen, Strom und der Autopilot funktioniert wieder. Auf dem Markt haben wir uns noch schnell mit frischem Obst, Gemüse und Fisch eingedeckt und so gab es keine Entschuldigung mehr, die Leinen nicht zu lösen, um das Wochenende woanders zu verbringen.

Etwa 6 Meilen entfernt liegt die unbewohnte Insel Chacachacare, 2001 haben wir hier Weihnachten und den Jahreswechsel verbracht, auch damals erschöpft und erledigt von viel Arbeit und Maintenance am Schiff. Eine Herde Delfine begleitet uns in die Bucht, die ersten, seitdem wir mit der Marlin unterwegs sind, ein perfekter Wochenendanfang. Wir werfen den Anker in derselben Bucht wie vor 11 Jahren und lassen uns ins Wasser fallen. Klar ist das Wasser nicht, dafür ist die venezolanische Küste mit ihren Flüssen zu nahe, aber verglichen mit dem Wasser in Chaguaramas ist es einigermaßen sauber. Was für eine Erholung. Rene und Marion von der Mira trudeln keine Stunde nach uns ein, angesteckt von der Arbeitsflucht.

Die Insel ist eine alte Quarantäneinsel für Leprakranke, Krankenhäuser, Apotheke und Schlafsäle sind aber mittlerweile verlassen, die Häuser verfallen langsam und werden von den Trinis als Ausflugs- und Partyziel genutzt. Auf dem höchsten Punkt der Insel steht noch immer der Leuchtturm, mitterlweile erweitert durch eine Radaranlage zur Überwachung der Küste. Immer noch schweißtreibend ist der Aufstieg, doch zur Belohnung gibt es Mangos, die gerade im Dutzend reif an den Bäumen hängen.<br/>

Man soll Orte ja nicht vergleichen und denselben Ort nach mehreren Jahren wieder aufzusuchen ohne in die ewige Litanei von :“Früher war aber…..“ zu verfallen, ist verdammt schwierig. Die Insel ist immer noch schön, ja, aber schrecklich ist der Müll, der hier sowohl in den Häusern, als auch an den Stränden zu finden ist. Unzählige Plastikflaschen, Bierbüchsen und Take-away Packungen aus Styropor, gedankenlos von den Partybooten über Bord geworfen. Auch der Müll auf See wird durch die Strömung mit jedem auflaufenden Wasser in die Bucht getrieben, an die Strände und zwischen die Mangroven gespült. Die Lust aufs Schwimmen vergeht so schnell, wie sie gekommen ist. An Land findet sich ein Schild vom „Beach Cleaning Day“ am 2.6.2012, um das Schild stapelt sich der Plastikmüll. War das vor 11 Jahren auch so? Nein, definitiv kann ich mich nicht an eine derart lawinenartige Plastiküberschwemmung erinnern. Unsere anfängliche Euphorie, den Aufenthalt zu verlängern, schwindet. Noch ein BBQ am alten Anleger mit Fisch und Würstchen am Abend, und Montag geht es zurück nach Chaguaramas. Packen wir die letzten Jobs an und ziehen wir nach Norden.






  • 20:00
  • 28.04.2013
  • 10°40.8173'N, 61°45.1925’W
  • Chacachacare/Trinidad
  • Grenada
  • 28°
  • 5kn/NE
  • 0 m

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