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Reifenpanne

Und drei Sterne

Nach drei Tagen in der Llahuar Lodge haben wir uns soweit von der abenteuerlichen Abfahrt erholt, dass wir wieder an den Rückweg denken. Die kargen Mahlzeiten der Lodge bestehend aus Reis, dünnen Suppen und Gemüseomelett können Micha und ich gut als Diät verbuchen, aber die Kinder brauchen dringend mal wieder vernünftiges zu essen und auch die natural lights at night aus der Werbebroschüre, die übersetzt bedeuten: nachts kein Licht im Zimmer, haben wir jetzt ausreichend genossen.Ein letztes Mal essen wir unsere Pfannkuchen ohne Milch mit Erdbeermarmelade, baden im Thermalwasser und beginnen schliesslich den Aufstieg zu unserem Herrn Beuger, der brav auf seinem Parkplatz zwischen den Kandelaberkakteen gewartet hat.

Nicht ganz so brav war der rechte Vorderreifen, der hat nämlich äusserst wenig Luft. Wollten wir nicht schon die ganze Zeit eine Pumpe für den Notfall kaufen? Hätte, hätte. Immerhin einen Wagenheber haben wir gekauft und so heisst es jetzt Reifen wechseln, eigentlich kein Spaß in der Hitze, aber mit Kindern wird auch das zum Anschauungsunterricht und Abenteuer. Keine halbe Stunde später sind wir unterwegs, nicht ohne eine kleine Auseinandersetzung mit einer griesgrämigen, älteren Bauersfrau zu haben, die meinte, sie könnte uns zum zweiten Mal eine nicht geringe Summe Geld für den "Parkplatz" abnehmen, den wir schon bei unserer Ankunft bei einer anderen Señora bezahlt haben. Mit dem Betrag, den ich ihr in die Hand drücke, ist sie bei weitem nicht zufrieden und haut uns zum Abschied ihren Stock auf das Blechdach. Keine fünfhundert Meter später hören Lena und ich ein seltsames Geräusch, und nach eine paar weiteren Serpentinen bergauf ist uns klar, der rechte Hinterreifen ist geplatzt. Ein Fluch?

Nun ist guter Rat teuer. Wir wechseln mal wieder einen Reifen, schnallen den nur halb gefüllten an die Hinterachse und versuchen ihn mit der Luftmatratzenpumpe zu füllen. Fehlanzeige. Unser Versuch, per Telefon jemanden zu finden, der uns eine Pumpe vorbeibringt, scheitert auch, denn jeder, der einen fahrbaren Untersatz, ist derzeit in Arequipa beim großen Stadtjubiläum. Wir haben zwei Möglichkeiten, entweder wir Fahren zurück, verbringen eine weitere Nacht in der Lodge um auf mögliche Hilfe zu warten, oder wir schleichen uns vorsichtig im Schritttempo die Serpentinen hoch. Wir entscheiden uns für letzteres und kriechen die Schlucht Stück für Stück nach oben. Die Strasse wird wieder breiter und nach einer dreiviertel Stunde haben wir den Teil der Strecke erreicht, wo wir jederzeit am Wegesrand gemütlich zelten könnten, sollte der Reifen platzen. Doch Herr Beuger lässt uns nicht im Stich, sondern bringt nicht nur uns, sondern auch zwei Bauern, die wir unterwegs treffen, sicher ins Dorf.

Im Dorf verkauft die Ferreteria auch Benzin und ein altersschwacher Kompressor pumpt Herrn Beugers Reifen wieder fahrtüchtig. Für uns gibt es reichhaltigen peruanischen Mittagstisch mit Nudelsuppe und Linsen und ein unschlagbar günstiges Drei-Sterne-Hotel mit heissen Duschen gegen Wüstenstaub, guten Matratzen, Steckdosen und WiFi. Einziger Wehmutstropfen ist die verhasste dreifache Lage schwerer Heilsarmeedecken, die auch hier zum Schutz gegen die Kälte auf den Betten liegt, da hilft auch ein weißes Laken mit goldenen Sternen nicht.



  • 21:15
  • 18.08.2012
  • 15°37.3825'S, 071°58.8834’W
  • By Car / North
  • Cabanaconde
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