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Nachtfahrt

Und wieder brummt der Johann!

Nachtfahrt mit 1800 Touren über spiegelglattes Wasser konnte die Lady schon immer gut. Kinder und Micha schlafen, ich sitze am Navtisch, Radar, Navigation im Blick und kann in aller Ruhe am Computer sitzen und schreiben. Keiner will was, nur raus muss man zwischendurch um den obligatorischen Rundumblick zu machen, denn nachts ist hier auf diesem Highway in Nord-Süd-Richtung einiges los. Bei Wind wäre hier auch einiges los, der Kanal ist offen, weit und lang und bei starkem Nordwind sicher kein Spaß. Ab Samstag soll es hier wieder wehen, für ein paar Tage, vier sagen die Fischer, das ist immer so, sieben, sagen die Gribfiles, mal sehen, wer recht hat. Eigentlich hätten wir auch gemütlich vor unserem kleinen Dorf liegenbleiben können, doch wir haben eine Verabredung mit einem anderen Boot. Eigentlich mag der Skipper so etwa ja gar nicht, aber bei der Kleiner Bär macht er eine Ausnahme, immerhin sind wir zusammen ums Kap Horn gesegelt. Vor zwei Monaten haben wir uns in Puerto Williams zu gewunken, weil die Neuseeländer zwei Wochen vor uns losgefahren sind, jetzt haben wir sie fast eingeholt. Die letzten hundert Meilen fehlen noch und daher brummt der Johann. Unser letztes Stück vakuumverpacktes Rindfleisch fahren wir nach wie vor für diese spezielle Gelegenheit spazieren, denn mit Neuseeländern, die eigentlich Brasilianer sind, muss man natürlich grillen!

Der Abschied fiel trotzdem wieder schwer. Nach einem ausgiebigen Schultag ohne Gewackel stand nachmittags ein letzter Landgang an, diesmal in die andere Richtung, nach Puerto Andrade. Entlang der Küste führt der Weg von Dorf zu Dorf, zwischen blühenden Büschen und bunt bemalten Fischerbooten. Durch die Luft schwirren Kolibris, kann das sein? Zumindest sind es die kleinsten und nervösesten Vögel, die ich je gesehen habe. In Andrade tobt der Bär, zumindest bei allen Bewohnern, die unter zehn sind. Die Gemeinde der Islas Huichas feiern irgendeinen Jahrestag, eine Woche lang. Morgens, mittags und abends gibt es Programm. Morgens kann man kostenlos den Zahn- oder Augenarzt in der Turnhalle der Schule von Puerto Aguirre besuchen, nachmittags gibt es in den Turnhallen der Schulen Kinderschminken, Hüpfburgen und Tanzwettbewerbe und abends spielen regionale Bands auf. Wir besuchen die Kinderattraktion. Der Lärm in der Halle ist ohrenbetäubend, etwa vergleichbar mit dem Lautstärkepegel eines überfüllten Indoorspielplatzes plus vollaufgedrehter Musikanlage. Kinder hüpfen auf Luftkissen und Trampolins. Ein DJ, seine Klamotten weisen ihn als Mitarbeiter der Armada aus, legt abwechselnd chilenische Dance Top Ten Gruselsongs und Folklore auf, die Lehrer, die hier alle weiße Malerkittel über ihren Klamotten tragen müssen, gucken voller Stolz auf ihre tanzenden Schüler, die Eltern applaudieren und Maya und Lena bleibt der Mund offen stehen. Innerhalb weniger Minuten sind die beiden von Menschen, die wir gestern kennengelernt haben, mit Luftballons und Süßigkeiten versorgt und Maya lässt sich einen Schmetterling aufs Gesicht malen. Nach einer halben Stunde reicht es den Damen, zu groß ist der Kontrast zu unseren vorherigen Wochen. Draußen finden wir einen Spielplatz mit Bank in der Sonne als Zufluchtsort für Zivilisationsentwöhnte.

Micha steht gerade auf, prima, dann kann ich seinen warmen Platz in der Seekoje einnehmen.






  • 23:55:00
  • 26.04.2012
  • 44°37.9786'S, 073°28.7316'W
  • 004° / 6,0
  • Canal Moraleda / Chile
  • Isla Chiloe / Chile
  • 8°/ 1017 hpa
  • 5kn, SE
  • 0m

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