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Time to Tango

sakrale Milonga

Unser Abreisetermin rückt immer näher. Das im Bewusstsein, haben wir gestern Abend endlich unseren zweiten Milongaversuch gestartet. Die Anfahrt in die Stadt, und vor allem die Rückfahrt mit dem Taxi, da die Züge nicht die ganze Naht durchfahren, hat uns bisher während der Woche davon abgehalten. Doch morgen ist Sonntag, haben wir uns gedacht, Kinder schnell ins Bett, Tanzschuhe einpacken, rein in den Zug und los geht’s.

Diesmal sind die Türen der La Catedral geöffnet, aus dem ersten Stock eines nicht definierbaren Gebäudes mit Graffiti an den Wänden klingt, unverkennbar, Tango. Umgerechnet ungefähr 4 Euro kostet der Eintritt in eine Milonga. Wir steigen die Stufen nach oben und befinden uns im wohl skurrilsten Club, den ich je gesehen habe. Eine riesige Halle mit Stäbchenparkett und den Spuren tausender Tänzer, über uns das nackte Stahlgerüst des Daches an dem undefinierbare Kunst hängt. Um die Tanzfläche stehen Tische und Stühle, die besseren sehen nach Trödelladen, die schlechteren nach Sperrmüll aus. Eine lange Bar, Rotweinflaschen, ein Sammelsurium an Gläsern, Kerzenlicht und dunkle, moderne Kunst an den Wänden. Über der Tanzfläche baumeln ein paar bunte Glühbirnen, das Licht ist schummerig und die ein oder andere Tangoaufnahme klingt nach Grammophon, auch wenn der DJ wie in einem normalen Club mit Kopfhörern an einem Pult steht. Unterschiedlichste Paare schieben sich über die Tanzfläche, die alten Herren mit den jungen Mädchen, ein deutscher Biologielehrer mit seiner Frau, ein paar Italiener und sogar echte Argentinier. Wir setzen uns an einen kleinen wackeligen Holztisch, trinken ein Glas Wein und beobachten die Tänzer. Gucken, ob wir uns das zutrauen hier mitzumischen. Der ein oder andere Crack ist schon dabei, aber auch viele Paare, die einfach Spaß am Tanzen haben, über sich selber Lachen, wenn sie aus dem Takt kommen. Das können wir auch, oder? Genau. Und schon sind wir mittendrin, gegen den Uhrzeigersinn, immer im Kreis. Wir treten niemandem auf die Füße, noch nicht einmal uns selbst, werden nicht weggeschickt oder ausgebuht. Es ist ein seltsame Gefühl in dieser Milonga, ein bisschen Zeitmaschine, ein bisschen Halloweenparty. Um eins hat das Tangopaar des Hauses seine Auftritt. Stilecht mit schwarzem Anzug und engem Kleid mit Schlitz, oder besser gesagt Schlitz mit Kleid, zeigen die beiden, was Showtango bedeutet. Ich persönlich muss sagen, dass es mir mehr Spaß macht, den normalen Tänzern zuzugucken, die verschiedenen Stile zu beobachten, wie sich der Tanz ändert, wenn neue Partnerkombinationen zu Stande kommen. Einen ganzen Abend Showtango und dabei viel Fleisch und Malbec, nee, das wär nix für mich. Als wir nach Hause kommen dämmert schon der Morgen, mein Freund der Gauchito ist auch schon wach und trällert seinen Morgengruß. Doch wenn es nicht so weit wäre in die Stadt, ich würde morgen wieder gehen.






  • 21:14:00
  • 06.11.2011
  • 34°26.6220'S, 058°31.7527W
  • 0°/0kn
  • Barlovento / Argentinien
  • Piriapolis / Uruguay
  • 20°
  • -
  • 15S
  • 0,0m

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