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Vierzehnter Tag auf See

Notfall

„Alle Raus! Notfall! Rettungsinsel gesichtet! Schnell! Ich brauche eure Hilfe!“ Es ist 5:50 Uhr, wir springen aus den Kojen. Schnell Schwimmwesten mit Sicherungsleinen an und in Unterhosen raus ins Cockpit. „Rainer du hältst Blickkontakt zu der Rettungsinsel, da muss nach Achteraus irgendwo eine kleine rote Lampe zu sehen sein. Ich hab die Leute auch rufen hören. Thomas du übernimmst das Ruder, sofort hart Backbord, Wende einleiten Genua back stehen lassen, beidrehen. Wolfgang: Motor an, und dann ans Funkgerät und DSC PanPan Notmeldung raus. MOB Punkt am GPS habe ich schon gesetzt und ist aktiviert.“ Beigedreht kommt Ruhe ins Boot und wir können uns ein bisschen fassen um weitere Maßnahmen einleiten.

„OK. Übungsmanöver, war ganz gut, das nächste mal etwas schneller. Das mit dem DSC Notruf am Funkgerät lesen wir dann noch mal nach.“ Das ganze sollte ein Mann über Bord Manöver simulieren, Micha wollte uns nur nicht zu sehr schocken mit dem Ruf: „Mann über Bord!“ Das wäre hier mitten auf dem Südatlantik auch fast die schlimmste vorzustellende Situation, einer von uns, in der Nacht über Bord und nicht am Schiff gesichert. Der ist dann wech. Außerdem wäre das ja schneller aufgefallen, wenn keiner gefehlt hätte. Wir sind jetzt wach. „Is ja wie bei der Marine“, meint Wolfgang.

Danach sprachen wir noch einmal die Eigensicherung an Bord durch und wir sensiblisieren uns noch mal auf die Gefahren, die bestehen wenn jemand unbemerkt über Bord geht und das nicht innerhalb kürzester Zeit bemerkt wird. Micha hat die Erfahrung das die Crews zum letzten Drittel einer längeren Überfahrt leicht etwas übermütig wird. Wir fühlen uns ja auch schon als Teilweltumsegler. Er holt uns auf den Teppich zurück.

Jetzt ist der Tag schon fast wieder gelaufen, wir waren beschäftigt mit 12 dünnen Pfannekuchen backen, Blister setzen, Astronavigation, Funken und mit gegenseitiger Bartpflege beschäftigt. Leider ist jetzt gegen Abend der Wind nahezu auf unter 10 Knoten eingeschlafen und wir dümpeln mit schlabberndem Blister mit 2-3 Knoten in den Sonnenuntergang. So kommen wir nicht wirklich voran. Wir können aber auch nicht die restlichen 900 sm unter Motor laufen, dafür reicht der Diesel nicht. Laut Wetterbericht bleibt es die nächsten 4-5 Tage so, erst kurz vor Rio soll es dann auffrischen und mit 20 bis 25 Knoten Wind flott voran gehen. Bis dahin müssen wir aber erst mal kommen.

Den nächsten Landfall werden wir im Barteinheitslook vornehmen. „Riobart!“ im 70er Jahre Stil ist angesagt. Unsere Frauen werden begeistert sein. War Kerstings Idee, der hat damit angefangen. Alle machen mit. Fehlen noch verspiegelte Brillen mit Goldrahmen, Goldketchen um den Hals und am Armgelenk und Hosen mit weitem Schlag. Wenn wir so an Land gehen werden die Jugendbanden von Rio sich vor Angst in die Hosen machen. Crew/Rainer

Der Spruch des Tages: heute von Thomas: „Es gibt noch den Exzentrizitätsfehler, der auftritt wenn der Drehpunkt der Alhidade nicht genau mit dem Mittelpunkt des Limbus zusammenfällt.“ Iss klar ne :-)

Wir segeln mit Spi durch die Nacht! Aufgehender Mond. „Hammer“, sag ich nur. Scheiss egal, wann wir ankommen. Über und der Sternenhimmel, vor uns der weiße Stern des Blisters und leise knarren die Schooten. Was könnte schöner sein, als Nachtfahrt unter Blister auf fast glatter See?Warum ankommen, da geben wir nur Geld aus. Skipper Mischa.



  • 23:00 UTC
  • 21.04.2010
  • 20°28.10'S 027°55.10'W
  • Southern Atlantic Ocean
  • Rio de Janeiro / Brasil
  • 26,5° 1014hpa 0/8
  • 28°
  • 8kn/SE
  • 0,3m

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