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-Abenteuer

Der Fluß lässt uns nicht los.

Eigentlich war für heute der Aufbruch Richtung Norden geplant, aber als wir heute morgen den Kopf aus der Koje strecken und uns endlich mal ein blauer Himmel anlacht, beschliessen wir endgültig, den Tag hier zu verbringen. Morgens erledigt Micha mit Hilfe von Maya die letzten Kabelarbeiten, während Lena und ich uns um die Wäsche kümmern, echte Wäschewaschbecken mit Rillen zum Schrubben und fliessend Wasser ohne Ende, den Luxus müssen wir ausnutzen bevor es demnächst wieder nur Eimer gibt.

Mittags gibt es beste Reste, dann sind Abenteuer angesagt. Jens hat uns erzählt, dass es von der Marina aus einen Weg zum Strand am Rio de la Plata gibt, das klingt gut. Mit dem Schiff haben wir mit Schlangenlinien und absolutem Schrittempo ca. eine halbe Stunde gebraucht, sollte zu Fuß also in einer Stunde zu bewältigen sein. Der Hund der Marina freut sich über jeden Gast, der einen längeren Spaziergang unternehmen will und heftet sich zur Freude der Mädels an unsere Fersen. Oft benutzt wird der Weg anscheinend nicht, immer wieder verliert er sich in den Wiesen und Weiden, wir müssen unter Elektrozäunen durchkrabbeln, die die Kühe daran hindern sollen sich allzuweit von ihrer Herde zu entfernen. Nicht immer gelingt dies und in einem dichten Pinienwald glotzen auf einmal zwei dicke braune Kühe dumm aus der Wäsche. Ich hab ja nichts gegen Kühe, doch wir bekommen keine Gelegenheit, mit den beiden Bekanntschaft zu machen, schon kommt unser Leihhund aus dem Wald gerannt und jagt die beiden Kühe zurück auf die Weide. Beschützerinstinkt vielleicht…. Schwanzwedelnd zeigt er uns die weitere Richtung an. Micha probiert derweil die GPS und Trecking Funktion des IPhones aus. Ich muss zugeben, dass auch ich dieses Gerät mittlerweile sehr praktisch finde, solange ich damit nicht telefonieren muss. Querfeldein, mitten durch den Wald, den ausgetretenen Tierpfaden folgend, das würden wir ohne GPS oder vernünftige Wanderkarten nicht machen. So haben wir das Satellitenbild des Geländes und finden auch ohne einen ordentlich beschilderten Wanderweg zum Ziel. Die Kinder sind begeistert und vergessen ob der tausend zu entdeckenden Dinge, dass wir Kilometer um Kilometer wandern. Nach 1 1/2 Stunden lichtet sich der Pinienwald und der Rio de La Plata liegt vor uns. Es pustet mit bestimmt 20 Knoten aus Südost, weiße Schaumkronen, wehende Haare. Am Strand finden wir angeschwemmte Wrackteile, eine alte Fahrwassertonne, von der Sonne aufgewärmt ist unser Rastplatz.

Der Rückweg geht abenteuerlich weiter, entlang des kleinen Flusses wird unser Wanderpfad immer niedriger, das Gestrüpp immer dichter. Wir begegnen Hasen, dutzenden verschiedener Vogelarten, finden Vogeleier und Termitenbauten. Im Zickzack schlagen wir uns durch den Wald, immer noch begleitet von unserem treuem Hund. Der hat irgendwann buchstäblich die Schnauze voll von unseren Irrwegen und übernimmt zielsicher die Führung. Wir kreuzen unseren Hinweg, beschleunigen den Schritt und kommen gerade rechtzeitig ans Boot. Der Wind hat zugenommen, unser Anker hält nur leidlich und nur unser dicker rote Liebingsfischerfender hält das Heck der Lady und die Selbststeueranlage von der Stegmauer ab. Höchste Zeit für ein Manöver. Und für einen Abschied, morgen früh geht es tatsächlich weiter Richtung Colonia.






  • 21:51:00
  • 11.10.2011
  • 34°26.7318'S, 057°43.6888'W
  • 0°/0kn
  • RiaChuelo/Uruguay
  • Carmelo/ Uruguay
  • 16°
  • -
  • ESE 18 kn
  • 0,0m

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