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Unser Wort zum Sonntag

Über Heizungen auf Segelschiffen und die Macht der Erzählungen

Die Angaben zur Wellenhöhe sind ja nun meist sehr subjektiv, wie jeder von uns Seglern weiß. Dem erfahrenen Hochseesegler geht eine 8 Meter Welle am Ar… vorbei und manchem Landei wird schon bei einem Meter kotzübel. Mit Kindern bekommt die ganze Sache eine ganz andere Bedeutung. „Hast Du eigentlich Schiss, vor dem Trip nach Feuerland. Nathalie?“ „Na klar und ob. Du nicht?“, kommt die ehrliche Antwort. „Hättest Du ein Problem damit von Fiji nach Neuseeland zu segeln?“, frage ich forschend. „Nein, natürlich nicht. Das habe ich doch schon mal gemacht.“

Heute morgen um sechs, als ich den Start Knopf des MacBooks drückte, waren es nur noch 12 Grad im Boot. Es war noch dunkel und ich drückte den Knopf der Eberspächer. Der kleine Batterieanzeiger ging auch prompt auf -10 Ampere und mit einem recht lauten Rauschen und Blasen erinnert sich die Konstruktion im Heck der LADY an ihre Aufgabe: Abgabe von wohlfühlender Wärme. Macht sie auch recht schnell, bis zum ersten Ausgang, bis zum zweiten im Salon dauert es eine ganze Zeit. Nur noch 3 Ampere saugt nun die Lüftung. Das Rauschen nervt etwas bis permanent. Nach eine guten Stunde schaltet die Eberspächer sich runter auf Erhaltungsleistung und man hört den Ventilator kaum noch. Eine Autoheizung halt, Standheizung, bei der die Firma entdeckt hat, dass man das Gerät ja auch im Boot einbauen könnte. Neue Zielgruppe. Ich weiß nicht so recht.

Die meisten empfinden die Atlantiküberquerung von Ost nach West, von den Kanaren in die Karibik, recht aufregend, in der ersten Woche, in der zweiten Woche stellt sich der Alltag ein und in der dritten Woche will jeder nur noch ankommen. Zumindest bei 20 Knoten Rückenwind. Einmal gemacht, mit dem Wissen, man kann das, ist das auch später kein Problem. „Ach, so ne Atlantiküberquerung, das ist doch easy.“ Andere sind einen Monat später im Januar los und der Passat hat seine volle Stärke erreicht. Der Schlag über den Atlantik beginnt mit 35 Knoten und daran ändert sich auch nichts auf den nächsten 2000 Meilen, außer das es manchmal auf 45 Knoten auffrischt. „Alles von hinten! Kein Problem.“ Aber das Kochen ist nicht angenehm, der Autopilot mach Zicken und die Crew ist am Ende und zickt sich ebenfalls an. Das ganze entwickelt sich zu einem Horrortrip und man geht vor Bord, jeder in eine andere Richtung und man will nie mehr dran denken, so manch einer nie wieder segeln. So kann es gehen. Segelerfahrungen sind eine sehr persönliche Empfindung und Auslegung.

Ich denke in Richtung Dieselofen. Refleks, Dickinson, das Prinzip ist bei allen gleich. Über eine Vorwärme wird das in eine Schale tropfende Öl in Dampf verwandelt und verbrannt. Die Gase werden in einem Schornstein abgeführt. Wie immer meint, jeder der so ein Ding gekauft hat, das genau das, das Nonplusultra ist. Nach zwei Bier noch mal nachgefragt kommen die Stories wie sich der Ofen selbständig macht und nicht mehr löschen lässt und fast das halbe Bot in Brand gesetzt hat. Also doch Eberspächer?

Wir haben den Sonntag mit Aufräumen und Besuch von Jens und Familie, verbracht. Nicht schlecht. Die Kinder verstehen sich prima, die Erwachsenen sowieso. Wir sind nur etwas überfordert, noch nicht angekommen und schon so viele nette Menschen um uns herum. Alles viel zu viel. Merkt man. Nicht. Ich springe von einer gedanklichen Baustelle zur nächsten. Ein Koffer fehlt immer noch. Morgen hat Maya ihren ersten Schultag auf der LADY. Man ist das alles aufregend.






  • 23:48:00
  • 11.09.2011
  • 34°32.3023'S, 058°27.1175'W
  • 0°/0kn
  • Buenos Aires / Argentinia
  • Rosario / Argentinia
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