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Black Wednesday

Es gibt Tage an denen man besser kein Blog schreibt

Gestern war so ein Tag. Früh raus, in die Wanderschuhe steigen. Das Büro des Yachtclubs ist zu. Also keine guten oder schlechten Nachrichten von Romina, der Office Fee. Egal. Plan ist mir mal Isidro, San Fernando und Tigre anzuschauen. Alles in Bezug darauf, der LADY nen angenehmen Aufenthalt in Buenos Aires zu besorgen und mich zu meinen Töchtern zu bringen. Denn da tut es grade ziemlich weh, Frau Doktor. Ich vermisse meine Kinder. Eigentlich will ich nix anderes als möglichst schnell meine Frau und meine Kinder auf Kahn haben. Sehnsucht nennt sich das wohlmöglich. Es regnet und ich muss wieder an der Autobahn lang unter nem Zaun durch, wo einer nen Loch reingeschnitten hat und komme an den Bussen an. Also erst mal in die Stadtmitte. Retiro, heißt der Bahnhof. Erste Halle, Fehlanzeige. Zweite Halle, wieder Fehlanzeige, dritte Halle, das geht. Auf so nem Bahnhof ist ja immer viel los. Also den Rucksack aufn Bauch, Handy und Geldbörse tief in die Taschen. Der Anteil an hübschen Frauen nimmt schlagartig ab. Ne, so richtig schön ist das nicht. Aber billig 42 Eurocent für 45 Minuten Bahnvergnügen. Da könnte sich die DB auch mal ne Scheibe von abschneiden. Es ist grau draußen und der Zug rattert durch die Vorstädte. Google Maps, meint ich solle jetzt aussteigen.

Zu Fuss geht es zum ersten Club. Wieder ne halbe Stunde. Doch ich bekomme heute keinen Fuß in die Tür nirgendwo. Nur Absagen. Ich fühle mich wie ein schlechter Staubsaugerverkäufer. Das Wetter, der Regen, nervt und tut sein übriges. Ich treffe auf Pedro, der mich mit zu sich nach Hause nimmt, telefoniert und schlussendlich nach Tigre schickt. Parce Nautico. Wieder ein Zug. Touristenversion. Die Schaffnerin sagt 16 Peso, dass ist viel Geld für ein paar Ecken. Immerhin, 2 einhalb Euro. Ich hole einen hundert Peso Schein aus der Tasche. Aber wechseln kann sie nicht. „Dann fährst Du eben umsonst!“ O.K. So geht das. In Tigre muss ich in die letzte Ecke eines dreckigen Hafens, hinter einer Diskothek, da gibt es ein Boot nach Parce Nautico. OhGottoGottoGott… Bei Sonnenschein mag das ja ganz nett sein. Doch ein paar halb abgesoffene Boote versauern mir die Laune. Die Tochter des Besitzers ist auch nicht da, wegen dem Preis. Die Entscheidung erübrigt sich dann als sie mich anruft und meint: „1000 Peso por mes! Pero de doy 15%“ Die 15% Rabatt bekommt man immer in Argentinien, egal was man kauft. Es sind immer 15% drin. Doch Pedro hat mir schon gesagt, dass die Preise in Tigre 500 Peso im Monat sind. Danke Gisell. Verarschen kann ich mich alleine. „Ich rufe Dich zurück!“ sagen die in Argentinien auch immer. Macht aber eh keiner, es sei denn er wittert Geschäft.

Meine Träume von einem idyllischen Plätzchen für wenig Geld schwinden weiter dahin. Weil ich grade in San Fernando bin, klingel ich mal beim YCA. Bronceschild, Videokamer, Security. „Nein, ohne Termin können sie nicht einfach kommen. Martin ist am Telefon. Irgendwann platzt mir die Hutschnur! „Pero Chico, estoy aqui. Ahora. En vivo, en la puerta!“ „Moment bitte!“ Irgendwann taucht Martin auf und zeigt mir die ganze Marina. Heyheyhey. Hier gibt es alles. Tiefes Wasser, Stege, Mourings, Travellift, Werkstätten. „Profihofi!“ Bilder darf ich nicht machen von den Megayachten. O.K. Der Platz gefällt mir. Hier würde ich glatt rausgehen und nen neues Antifouling auflegen. Aber Preise bekomme ich nicht. Nur per e-mail. Ich muss also erst mal ne Anfrage schreiben. Ich weiß schon was kommt, auch wenn ich noch kein e-mail geschrieben habe. 20 Euronen pro Tag. Lift raus, 14 Tage, Lift rein. 2000 Euro. Bestimmt. Die Wette gilt. Die Capitana wird mir was anderes erzählen. Raus aus dem Club, rein nach Carrefourt, rotes Beruhigungsmittel für heute abend kaufen. Ein Segler steht hinter mir. Jung, also mein Alter, nett, also unrasiert. Franzose. „Unsere Lagoon liegt im YCA. Wir schlafen lieber im Hotel. Was das kostet?“ Er zeigt auf seinen Ehering. „Interessiert mich nicht. Zahlt alles meine Frau. Ich segel.“ Na, dass ist doch mal die richtige Einstellung, ne Capitana?

Jetzt wird es noch mal anstrengend. Mit dem Zug zurück. Es dämmert und all die arbeitslosen Jungs hängen rum. Hmm. O.K. Wieder den Rucksack auf den Bauch. Kein Sitzplatz. 45 Minuten stehen. Danach sitze ich im Bus. Aber leider in die falsche Richtung, wie sich herausstellt. Bitte. „Nur ein winziges Erfolgserlebnis heute, nur ein kleines, Bitte!“ Doch es geht so weiter. Drei Busse in die andere Richtung fahren an mir vorbei. Voll. Dann halten die nicht. Eine Stunde auf der Strasse. Dann hält ein Bus und was passiert. An der nächsten Ecke kracht der mit einem anderen Bus zusammen. Das ist definitiv nicht mein Tag! Wieder unterm Zaun durch, bis zur LADY ist der Marinero nicht zu finden, der mich zum Boot fährt. Irgendwann auf der LADY, beschließe ich: „Das war ein Scheiß Tag.“

Heute morgen meint dann Romina, dass der Commander mir eine Woche Cortesia gibt und max. einen Monat Aufenthalt. OK. Der Tag beginnt besser. Seit dem sitze ich vor der Kiste und arbeite. Kein Unterschied, ob ich jetzt in Düsseldorf oder hier sitze. Na, ob das so ne gute Idee war mit dem Internet an Bord. Ich hab dann mal nen paar Yachtclubs auf spanisch angeschrieben. Mal schauen ob einer antwortet.






  • 15:27:00
  • 21.04.2011
  • 34°32.2992'S, 058°27.1256'W
  • 0°/0kn, Berth
  • Yachtclub C.U.B.A., Buenos Aires, Argentinien
  • VAR
  • 20°/1008hpa/56%
  • 18°
  • 5kn/NW
  • 0,0m

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