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Lena kommt heute ganz groß raus

Chemieklo

Mensch, die Tage hier in Deutschland vergehen in Windeseile. Ständig klingelt das Telefon, irgendeiner will immer was und wieder ganz auf’m Dampfer bin ich immer noch nicht. Dieses Leben in Deutschland ist nicht kompatibel zu einer Website, wie dieser hier! Ich empfinde Erholung wenn ich denn endlich mal wieder dazu komme, die Muße habe, mit einigermaßen Ruhe einen Logbuchbericht zu schreiben. Echt. Mir fehlt das richtig, aber es war einfach nicht drin. Jetzt ist Nathalie seit zwei Tagen krank, davor Lena - nur Maya ignoriert erfolgreich jegliche Virenattacken. Super. Ich hoffe nur, dass mein Körper die Viren schon kennt, die Nathalie grade strafen und das nicht schon wieder neue sind, wohlmöglich aus dem Krankenhaus. Ich habe die Nase vom krank sein echt voll. Ich hatte am letzten Wochenende dermaßen Husten müssen, dass ich ohne weiteres Nachdenken mit dem Rauchen aufgehört habe, nicht mit Vorsatz oder so, einfach so. Stattdessen gibt es Antibiotika und Kodeintopfen.

“Papa. Aufstehen. Ich habe heute Geburtstag.“ „Ach Lena, es ist sechs Uhr!“ Aber Lena ist nicht zu bremsen, ist hellwach und will unbedingt selber Rührei machen. Und so sitzen wir quasi im Dunkeln, der Geburtstagszug mit vier Kerzen fährt langsam über den Küchentisch und wir trällern „Happy Birthday“ und „Hoch soll sie leben!“ Lena bekommt ihren Roller, den sie sich so herzhaft gewünscht hat, Maya knatscht, weil sie nicht im Mittelpunkt steht, ich nippe am Kaffee um endlich wach zu werden. Gibt es Schöneres als Kindern beim größer werden zuzuschauen? Nein. Das Familienleben brummt, irgendwann ist Natale mit den Kindern Richtung Kindergarten wech und ich sitze wieder zwischen Handy und Notebook, zwischen Funkgerät und Pactor Modem und versuche einen Sinn zu sehen in diesem eigenartigen Leben aus Schaffen und Erfolgreich sein, zu finden. Aber irgendwie habe ich verspielt. Die See ruft. Seefieber.

Am Nachmittag treffen wir uns bei Oma, der Mutter von Nathalie und als noch nicht alle da sind, kommt die Oma mit dem raus, was ihr am Herzen liegt. „Aber Du musst doch einen Plan haben, wo ihr überhaupt leben wollt!“ Habe ich aber nicht, ich will im Moment nur mit meiner Familie wieder auf unser Boot und endlich wieder Zeit haben für uns. Nathalie, Michael, und die Kinder den ganzen Tag zusammen. Gemeinsam leben, nicht die jeder in einem anderen Film. Kindergarten, Krankenhaus, Büro und ab und an sieht man sich mal. Dann teilt man sich die verbleibende Zeit mit all den anderen, die auch an unserem Leben teilnehmen wollen. „Nein, Brigitte. Das Boot ist mein Zuhause, nicht Deutschland.“ Aber das versteht Brigitte nicht. Wie auch? Sie hat nie lange auf einem Boot gelebt, so wie wir. Nathalie versteht mich. Gut so. Wäre auch schlimm, wenn nicht.

“Ich habe ihre Adresse von Herrn Westphal von Furuno. Ich brauche Wetter an Bord, ich werde bald mit dem fünfzig Jahre altem Boot meines Vaters und Großvaters um die Welt segeln um meinen Windvinder zu treffen!“ Ich habe keine Ahnung wie alt Wipke ist, aber das sie komplett crazy und somit sympathisch ist, merke ich nach drei Minuten, dreißig Sekunden. Ich versuche ihr zu erklären, was ich ihr verkaufen kann, das sie damit e-mail und Wetterberichte an jedem Punkt der Welt hat., ob sie mich verstanden hat, weiß ich nicht. Aber sie erzählt mir ihre Geschichte, die ich irgendwie auch viel spannender finde. Ihre Geschichte, die sie mir in den 90 Minuten am Telefon erzählt ist auch nicht wirklich reproduzierbar, hier auf diesem Blog und will ich auch nicht. Wer mich ein bisschen kennt und sich Wipkes Website anschaut, der wird mich verstehen. Solche Menschen trifft man normalerweise auf dem Meer, in den Häfen am anderen Ende der Welt oder einfach auf den Kanaren. Da bekomme ich wieder Sehnsucht nach dem Leben.



  • 20:47:00
  • 11.03.2011
  • 51°13.2111'N, 006°46.2820'E
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