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Summer Time

Puhh!

Hier hat der Sommer voll eingeschlagen. Es ist fast so hei├č wie im August in Sevilla. 38 Grad im Inneren der LADY, draussen noch viel mehr. Und dazu SW Wind, ganz leichter Wind. Mit der Folge, dass die ganzen Abgase, D├╝fte und Dreck von der Papierfabrik ├╝ber die LADY hinwegziehen. Um den Gestank ertragen zu k├Ânnen muss man wohl hier geboren sein. Nur mit Fenster zu und Ventilator an, mit Unterhose vorm Rechner, geht es einigerma├čen. Doch der Frust ist gro├č, ich checke mal, ob ich morgen nach Colonia oder Buenos Aires fahre, ich halte diesen penetranten Geruch und den Krach nicht mehr aus. Aber die Preise um die Weihnachtszeit sind unglaublich. Also Schirmm├╝tze an, Sonnenbrille, weites Hemd, wo der Schwei├č besser verfliegt und mit dem eigenen Dinghy (Freiheit!), r├╝ber an Land und ab ins Dorf. Es ist 11 Uhr Mittags, die Sonne steht im Zenith und nix geht. Die staubigen Strassen von LaCaze sind menschenleer, die Stra├čenk├Âter liegen in schattigen Hauseing├Ąngen, nichts bewegt sich um diese Zeit in diesem Dorf am Ende der Welt, nur die Schornsteine der Fabrik am Horizont pusten ihren Dreck in den kristallklaren Himmel. Michas Lust ist grade am Ende. In dem Pueblo gibt es au├čer einem Kiosk an den beiden Busb├╝ros, keine Bar, kein Cafe, nicht wo man sich hinfl├╝chten k├Ânne, mit einer Klimaanlage drin. Am Ende der Welt. Also lande ich in einem billigen, roten Plastikstuhl an der Hauptstrasse und genehmige mir ein Flasche ÔÇ×PilsenÔÇť. Der ein oder andere, der mich mit Namen kennt von der Party im Nautico am Wochenende, kommt vorbei und mit Carlos verquatsche ich mich. Ich wei├č genau was passieren wird. Nach der Flasche, mit der Hitze, werde ich zur├╝ck auf Boot gehen, den Gestank & Hitze ignorieren und einschlafen. Siesta. Nichts geht mehr. Nach einer knappen Stunde werde ich vom Gestank wach und fl├╝chte wieder in die Stadt. Es ist inzwischen Nachmittag und es kommt Leben auf, ich mache ein paar Eink├Ąufe und sacke schwei├čtriefend nass in einen Campingstuhl, der vor dem kleinen Supermarkt steht. Die britischen Cruiser, vom Boot neben mir kommen vorbei und wir halten Small Talk. Durch die staubige Stra├če an der Perfectura vorbei, komme ich wieder zum Hafen. Die Marina ist noch im Aufbau. Die H├Ąlfte des Gel├Ąndes war mehr M├╝llkippe als alles andere. Jetzt ist der ganze Dreck weg und ein ebene Piste anstelle dessen mit einem schicken wei├čen Pavillion und ein paar Fahnen. ÔÇ×Der Pr├Ąsident kommt!ÔÇť Jetzt verstehe ich warum die sich so M├╝he geben, zum 23ten alles so einigerma├čen in Ordnung zu haben. Morgen kommt das Staatsoberhaupt, um sich den Fortschritt der staatlich gef├Ârderten Arbeiten an der Rambla und Marina in Lacaze anzuschauen. Der Wind hat gedreht und knapp vorbei an der LADY ziehen jetzt die D├╝fte und Abgase der dr├Âhnenden Fabrik. Na hoffentlich kommt der Wind nicht aus S├╝d, wenn der Pr├Ąsident kommt, sonst bleibt der bestimmt nicht lange hier.



  • 23:40:00
  • 22.12.2010
  • 34┬░26.3500'S, 057┬░26.6490'W
  • 0┬░/kn Berth
  • Juan Lacaze, Uuguay
  • Cape Town, South Africa
  • 27┬░/1014hpa, full moon
  • 22┬░
  • 5kn/SE
  • 0,0m

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