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Swinging around

Bootszeit

Da liegt sie. Auf Papier, die „ToDo Liste“. Besagte und immer wieder geliebte. Steht gar nicht so viel drauf und vor allen Dingen gar nicht so viel, was mit der LADY zu tun hat, oder doch mit der LADY. Computerarbeit. Dies und jenes, Anrufen, Vorbereiten, Tickets besorgen, Unterkünfte organisieren, der normale Wahnsinn halt. Das Leben hat mich zurück.

“Klar, kannst Du unser Internet nutzen. Ne, ist kein Passwort drauf. Funktioniert aber nur hier auf der Veranda des Hafen Office! Da sind Stühle, da kannst Du Dich setzten.“ Ich schaue etwas verwirrt. „Alles klar. Danke.“ Den Knotenpunkt mit dem Notebook zu erreichen ist mir auf dem Boot, auch im Cockpit nicht möglich. Mit der kleinen, innen am Fenster, mit Saugnapf installierten, LunaWLAN, habe ich 85% Signalstärke und somit brauche ich mich nicht auf die Veranda des Marinaoffice zu setzen. Freiheit. Soweit, zu innovativen Produkten und Lösungen.

In Colonia del Sacramento war ich natürlich auch, um nachzufragen, was dort der Platz kostet um die LADY dort liegen zu lassen. 150 Euro im Monat. Upps, das ist happig, aber schon besser, als in Mar del Plata. Dort wollten sie 450 Euro im Monat haben. Hier in Juan Lacaze liege ich für 69 Euro. Dafür mit Papierfabrik im Hintergrund, die rauscht und bei SE-Wind ggf. auch mal ordentlich stinkt.

Das Dinghy bleibt auf dem Vordeck, denn in der Mouringgebühr ist Ab- und Anfahrt inbegriffen. Das meint, man ruft auf Channel 16 und die Hydrografia, so heißt die Hafenverwaltung in Uruguay, schickt ein Boot. Eine halbe Stunde später kommt ein freundlicher Mitarbeiter angerudert. So was habe ich, ganz im Ernst, noch nie erlebt in den letzten 10 Jahren meiner Segelkarriere. Damit es schneller geht habe ich mir angewöhnt, selber in die Riemen zu greifen, zumindest ein Weg.

Juan Lacaze selbst ist wirklich nicht aufregend. Zwei Strassen mit ein paar Läden, ein etwas größerer Supermarkt. Eine Dorfkneipe wo die Lokalen ab 10 Uhr ihren Alkoholspiegel wieder anheben. Das Schönste ist der Schatten unter den Platanenalleen, vielleicht sind es auch andere Bäume, muss ich mal fragen. So wie am Rheinufer auf der Niederkassler Seite. Einmal am Tag verlasse ich das Boot und kaufe im Dorf das Notwendigste ein. Auch wenn sie keinen Euro hier haben. Billig. Billig ist anders.

Die gute Internetverbindung nutze ich um mit Guido zu telefonieren. Das ist schön, das tut gut. Er erzählt mir die neuesten Horrorstorys. Wovon der Schneesturm nur das Geringste ist. Es geht mehr um die Auftragslage der Kleinunternehmer und keiner meiner deutschen Freunde berichtet anders. Nichts geht mehr in Deutschland. Na, hier ist es auch nicht besser. Da wachsen einem ja graue Haare, wenn man nicht grade ne Festanstellung mit gutem Gehalt hat. Ja, so wird es sein. Geld regiert die Welt und die wird immer kleiner. Ob das alles so richtig ist? Aber Kopf hoch. Deutschland ich komme. Nun, dauert noch nen bisschen. Bin ja mal gespannt auf die Stimmung auf der BOOT und überhaupt.

Ich überlege kurz, ob ich noch ein paar Tage durch Uruguay reise. Bus fahren ist das Billigste, was man hier machen kann. Doch die Büroarbeiten scheinen mir doch notwendiger als gedacht. Hat sich einiges aufgestaut.



  • 22:10:00
  • 16.12.2010
  • 34°26.3500'S, 057°26.6490'W
  • 360°/kn Mouring
  • Juan Lacaze, Uuguay
  • VAR
  • 28°/1008hpa, stars and moon
  • 12°
  • 20kn/N
  • 0,2m

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