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Siebter Tag auf See

Ein ganz normaler Tag auf See?

05.45 Uhr, der Wecker geht. Um sechs beginnt meine Watch, wie der südafrikanische Seemann sagt. Schon in der Koje höre ich die Segel schlagen. Kein Wind? Stehen wir? Mischa sitzt natürlich am PC. Internetsüchtig? Nein. Wir haben auf See doch gar kein Internet. Draußen ist es noch stockfinster und der Himmel ist voller Wolken. Bin überrascht, dass wir immerhin 2,5 Knoten laufen. Die Wellen passen nicht zum Wind und die Lady schaukelt. Als alle aus ihren Löchern gekrochen sind gibt es ein kleines Frühstück, u.a. Jogurt mit frischen Früchten. Gegessen wird was weg muss. Unsere Vorräte an frischem Obst und Gemüse müssen täglich überprüft werden und gehen langsam zu Ende. Mischa und ich versuchen unsere gesammelten Mails per Iridium zu versenden. Leider funktioniert das nur sehr schlecht. Die Datenübertragung wird mehrmals abgebrochen, die Zeit aber trotzdem berechnet. 20 – 30 Euro sind ein bisschen viel für ein paar Emails, oder? Gegen 11 Uhr wird der Blister gesetzt. Das Ding hat 100 Quadratmeter. Die Lady nimmt wieder Fahrt auf. Nach einer Angeleinweisung vom Skipper werden 2 Schleppangeln ausgelegt. Wichtig ist welcher Köder an welcher Leine zu welcher Tageszeit für welchen Fisch. Sehr interessant. Als wir dann unter Blister mit teilweise über 7 Knoten die Wellen surfen fällt Mischa ein doch noch einmal an der defekten Kurzwellenanlage zu basteln. Leider ist der dazugehörige Antennentuner in der Großen Backskiste am Heck. Sie wird komplett ausgeräumt und ab sofort kann man in der Plicht nicht mehr treten. Mischa macht das Gummimännchen in der Kiste, der Blister zieht ohne Ende bei strahlendem Sonnenschein und dann … klack, Fisch an der Angel und noch mal klack. An der anderen Angel auch ein Fisch. Rainer und Wolfgang ziehen ihre Leinen ein. Es sind zwei „kleine“ Doraden von etwa 30 – 40 cm Länge. Zu klein meint der Skipper und wir schmeißen sie zurück ins Meer. Abends kommt dann noch ein neues technisches Problem dazu. Wir haben keinen Strom mehr. Die Verbraucherbatterien sind vollkommen leer und es gibt Probleme mit der Ladung. Später stellt sich heraus, dass die Batterien tiefenentladet sind und sich nicht mehr laden lassen. 800 Euro im A… Schlimmer ist jedoch, dass wir nun mindestens bis St. Helena nicht genügend Strom für Autopilot, Kühlschrank, Kommunikation, usw. haben werden. Ist alles unsere eigene Schuld. Wir haben die Ladeanzeige nicht im Blick gehabt. Hier sind wir für alles selbst verantwortlich und keiner kann uns helfen. Darf man hier auch Grüße loswerden, wie auf der deutschen Welle? Ich machs einfach mal. Ich grüße meine Kinder Kim und Kai in California, die liebe Eva in St. Tönis, meine Schwägerin Britta, die mir im Geschäft hilft, meine nun 70jährige Mutter, der ich wegen technischer Probleme nicht zum Geburtstag gratulieren konnte, Matthi, der mir seinen Segelanzug geliehen hat, Segellotta für das schöne Piratenbild, die Band Live & Dangerous und theU2s mit großem Sorry für die Terminprobleme. Thomas K.

Skipper sein ist auch nicht immer schön.

So, ich muss heute auch noch mal mein Kommentar loswerden. Hab heute morgen wegen der Batterie und der Lichtmaschine meinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Reicht jetzt mit Kaputnix. „Hau ab, ich will meine Ruhe.“ Nen paar Tränen, so dass es keiner gesehen hat, haben ma ganz gut getan. Danach die Sonnenbrille und schon geht es wieder bergauf. Wir leben jetzt halt ohne Strom vom Motor. Also kein elektrischer Autopilot und auch kein Kühlschrank mehr und wenig am Computer sitzen. Vielleicht auch gar nicht so schlecht. Die Crew nimmt es, glaub ich zumindest, gelassener als ich. Hab dann die Lichtmaschine von der Starterbatterie genommen um die Service Batterie zu laden. Erfolg war mäßig: 14 Ampere Ladestrom. Hmm. Seit dem hat se zumindest 12 Volt und nimmt Ladung von den Solarpanels auf. Is auch egal. Wird schon werden. Hauptsache, keiner verletzt sich oder wird krank und die Stimmung an Bord bleibt so gut, wie sie ist. Wir schweissen uns so langsam zu einem guten Team zusammen. Sturm um nach Knysna, Seekrankheit, Farbe im Saloon, Sturm ums Kap der guten Hoffnung, Fast Beachen in Hout Bay, Rettungsaktion, Technikausfälle, meine Crew bekommt wirklich das volle Reality Programm, wie es so ist auf’m Boot. Wegen Strommangel nun auch viel Steuern an der Pinne, das baut Muskeln auf. Für den elektrischen Autopilot gibt es keinen Strom und die Windfahne arbeitet raumshots erst ab 15 Knoten, wir haben 10-12. Also echtes Training. Noch 1000 Meilen. Skipper Mischa






  • 17:20
  • 28.03.2010
  • 26°59.91'S 008°02.35'E
  • Southern Atlantic Ocean
  • St. Helena
  • 24° 1019hpa 8/8
  • 22°
  • 10kn/SW
  • 1-2m

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