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Verproviantieren

Montevideo

Wie immer, wenn es über einen Ocean geht, dauert die Vorbereitung lang. Wir sind gestern genau am uruguayianischen Halloween Tag angekommen. Alles hatte zu. Totenstille in der Stadt. Ich war etwas enttäuschter als meine Crew. Nach Punta del Este und Piriapolis, beides verlassenen Städte, die nur im Sommer bevölkert sind, suchte ich doch eine Stadt mit mehr Leben. Heute ins Taxi zum Supermarkt. Nur Stefan und ich. Andy kontrolliert das Rigg, Micha tausch noch die Bilgenpumpe gegen ein größeres Model, das ich im Schrank habe und die Solarpanels bekommen eine neue Zuleitung, damit der Regler funktioniert. „Hört das denn nie auf mit den Arbeiten am Boot?“ grunzt Andy. Aber er ist selbst Yachty, will nächstes Jahr los. Er kennt das. Und es ist eher ironisch gemeint. Keiner murrt ernsthaft, wir wollen eigentlich alle los, aber es geht halt nicht immer alles so schnell, wie man sich das vorstellt. Im Supermarkt muss ich wegen dem Transport mit der Chefin sprechen und die schaut mir so tief in die Augen und ist so nett zu mir, dass ich schon etwas verwirrt bin. Gut das die nette Susanna 10 Jahre älter ist als ich ;-) Auf jeden Fall werden gleich drei Mitarbeiter des Supermarktes hinter uns her geschickt die uns unsere Wünsche an den Augen ablesen. Die sind auch so nett und das mit dem tief in die Augen schauen hat wohl eher etwas mit Montevideo zu tun. Wir kommen auf fünf Wagen. Aus Erfahrung weiß ich, dass mehr nicht in den Bauch der LADY passt. Die Liste ist abgearbeitet, wir bezahlen und später bringen die netten Jungs alles aufs Boot. Für 3 Euro 50 Aufpreis. Nun ja. Bei 1000 Euro, macht das ja nun dann den Braten auch nicht fett. Dann geht es los in die Stadt und da passiert es. Micha verliebt sich. In die Stadt. Voller Leben, Frühlingstemperaturen, viele kleine Geschäfte, überall Plätze mit großen grünen Bäumen, große Frauen mit langen schwarzen Haaren und dunklen Augen, alte Häuser im spanischen Baustil. Montevideo pulsiert, hat eine unglaubliche Ausstrahlung auf mich. Trotzdem irgendwie absolut entschleunigt. Das muss am Mate liegen. Den probieren wir morgen auch mal. Stefan hat so nen Tasse gekauft und den Stoff an dem das alles liegen muss im Supermarkt. „In dieser Stadt könnte ich ein paar Jahre leben“, geht mir durch den Kopf. Ich bin ein bisschen berauscht und kann gar nicht aufhören das Flair der Stadt mit meinen Sinnen aufzusaugen und in meinem Kopf abzuspeichern. Ich muss an Buenos Aires denken, mit Schmerzen, weil ich dort so gerne hingesegelt wäre und es im Endeffekt dann doch nicht geschafft habe. BA muss Montevideo sehr ähnlich sein. Mit Nathalie würde ich so schnell nicht mehr aus dem Rio de la Plata kommen, da bin ich mir sicher. Stefan holt mich zurück auf die Erde. „Hmm, ich merke grade, dass es Dir hier aber gut gefällt“, grinst er mich an. Wir bleiben vor einem Geschäft stehen. „Haben wir 15 Minuten Zeit Steffi?“ (Andy hat Stefan den Spitznamen Steffi gegeben. Was machen die Beiden wohl immer in Ihrer gemeinsamen Vorkabine? ;-) Die nette Frisöse sorgt in kürzester Zeit dafür, dass ich zehn Jahre jünger aussehe und befreit mich von den ganzen grauen Haaren. GUT. Wir verlegen auf die LADY, bevor ich mich ganz verliere in dieser wunderschönen Stadt in der alle diese wunderschöne Sprache sprechen: Spanisch.
Zurück auf der LADY trinken wir erst mal was mit den anderen um den Staub auf der Zungen weg zu bekommen und schon kommt das Taxiboot mit ein paar Jungs und 47 Kartons geben uns deutlich Schlagseite. Andreas ist neugierig und öffnet jeden Karton, vorm runter geben durch die Provisionsluke, so dass ich einschreiten muss ;-) Muss ja nicht alles wissen. LOL. Derweilen mache ich Osso Buco für die tolle Crew und es riecht wieder auf der LADY, wie es sich gehört. Keiner sagt was am Tisch – immer das beste Zeichen. Am Himmel blitzt es, der angesagte Pampero nähert sich. Schnell, mit Headlamp, weil es schon dunkel ist, schließe ich noch die neuen Kabel der Solarpanels an. Dann fängt es an zu blasen wie Hechtsuppe. Ich finde als erster ins Bett. Das muss mit dem „Kochwein“ zu tun haben. Ein großer Schritt ist getan. Morgen noch Gemüse auf dem Großmarkt, Diesel und Verlegen und Ausklarieren in Punta del Este, und am Sonntag segeln wir los. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Im Moment sieht es gut aus. Poldy: „Schick uns viel raumschoten Wind. Die Jungs haben es eilig um Kapstadt zu sehen!“ Ich schließe die Augen und die Bilder von Montevideo gehen mir noch mal durch den Kopf. Mit einem Lächeln auf den Lippen schlafe ich ein und fange wahrscheinlich an zu schnarchen. Meine Crew kann’s ab. Die schnarchen allesamt auch mal ganz gern. Morgen Markt: Da ist auf jeden Fall die Kamera dabei. Eins ist Montevideo nicht. Gefährlich. Tolle Stadt. So, jetzt ist aber Schluss. Feierabend. Augen zu.



  • 22:15:00
  • 03.11.2010
  • 34°54.5300'S, 056°07.7500'W
  • 0°/0kn
  • Montevideo, Uruguay
  • Cape Town, South Africa
  • 21°/1007hpa Pampero
  • 15°
  • 35kn/SW
  • 0,5m/W

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