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Bekannt als: Die gemeine Albondiga

Ein durchweg runder Grund kein Vegetarier zu werden

“Haben sie keine Maske?“ Schuldbewußt schaue ich drein. Der Ton der Apothekerin gefällt mir gar nicht. Überhaupt meint jeder zweite plötzlich den Polizisten zu machen. Der Security Mann im Supermarkt. Die Kassiererin. Der Tankwart. Sobald irgend jemand hinter einer Plexiglasscheibe sitzt ist er verhaltensmaßgebend. Alle haben plötzlich was zu sagen. Kommt mir manchmal jedenfalls so vor. Vielleicht bin ich auch zu empfindlich. „Sind Sie eigentlich noch in der Ausbildung?“, frage ich die Apothekerin. „Mir hat ihr Ton, in dem sie mit mir gesprochen haben grade, gar nicht gefallen.“ Sie schweigt, ich schweige und drehe mich um. Blöde Kuh, denke ich mir. Egal.

Ich werde heute geimpft. Nach einer Stammzellentransplantation habe ich das Immunsystem eines Neugeborenen. Tag 180 ist sechs Monate und da wird neu geimpft. Dr. Helge läßt das seine diensthabende Schwester machen. Ich lass mich ja lieber vom Doc selber stechen, mit den entsprechenden sarkastischen Kommentaren dabei. Klar habe ich Angst, dass ich auf die Impfstoffe reagiere und tot umfalle. Passiert aber nicht. Gar nichts passiert.

Habe ich eigentlich schon geschrieben, dass ich ein Flugticket zur MARLIN habe? Am 4.8. geht es los. Das ist sicherlich mit ein Grund, warum ich heute noch mal ins Krankenhaus gegangen bin. Blut für den Molekulartest. Vitalwerte und ausführliches Gespräch mit Helge mit eindeutig psychotherapeutischem Hintergrund. Dr. Helge berichtet mir positiv von neuen Medikamenten und den Fortschritten der Leukämiegötter und Druiden. „Also nicht die Flinte ins Korn werfen. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, wenn Du entgegen aller Erwartungen, einen Rückfall bekommen solltest.“ Beim Abschied lege ich ihm meine Hand auf die Schulter. Eigentlich könnte ich ihn auch in den Arm nehmen. Aber das lass ich dann mal besser.

Das war gestern. Heute gestalte ich mein Leben weit spannender. Freund Ulf, der ähnlich wie ich, Jahre seines Lebens in Spanien verbracht hat, und ich haben in Düsseldorf an der Theke gestanden. Die „Tapas“ im Frida waren schlechter den je. Also war Thema, die richtige Zubereitung von spanischem Pulpo und der gemeinen Albondiga. Die Sprache kommt auf Manrike, der vor rund drei Jahrzehnten in Benicarlo mit „Albondigas en Salsa de Almendras“, die Hitliste der zu besuchenden Bars an erster Stelle führte. Es ist Ulf, der mich hier weiter bringt. Ich konnte mich nur an Albondigas bei Manrike erinnern. Sowie den unvergesslichen Geschmack. Den Rest macht Google und schon schleiche ich heute durch den Supermarkt, um die einfachen Zutaten zu erstehen. Gehacktes Schweinefleisch. Da denkt man ja direkt an Tönnes Schlachterei und bekommt ein schlechtes Gewissen. Zwiebeln, Knoblauch, gehackte Mandeln, Olivenöl, Paniermehl, Wein und Brühe. Ich schütte alles in einen Topf. Deckel drauf und nach zwanzig Minuten ist alles fertig. Na wenn das so einfach wäre. Ne. Google mal selbst wenn Dich die Zubereitung interessiert. Nach einer Stunde liegt die erste Albondiga auf dem Brettchen. Chef testet persönlich. Bisschen frisch gehackte Petersilie drüber und ein Glas Vinho Verde. Da fehlen noch 10ml Branntwein im Sößchen und schon hat das Gericht Platz 1 auf Wnuk’s Hitliste eingenommen. Die spanisch, valenzianische Tortilla ist auf Platz zwei verwiesen. Pulpo de Gallego wird in Deutschland nicht angeboten. Sonst Platz zwei. Das nicht vorhandene Publikum klatscht, Standing Ovations für Chef Micha.

Ach so. Ich bin wieder in Flensburg. Sturmfreie Bude. Nathalie und die Kinder sind immer noch auf Tour. Aber ich bleibe nicht lange. Gleich packe ich meinen Seesack, nehme mein Küchenmesser und morgen früh geht es los zu Stefan auf die ALEXA. Hoffentlich regnet es nicht so viel um Rügen herum.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandGegenKoje. Vielleicht gibt es ja den/die ein oder andere/r unter meinen Lesern, der/die sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen. Es haben sich bereits mehrere Interessenten gemeldet für zwei bis drei Wochen im August. Also nicht verhalten sein. Für August sind noch Plätze frei, im September und Oktober auch. Ran an die Albondigas (Bulletten:).


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.


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