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Genaugenommen

Angekommen und total drüber

Die letzten acht Meilen, nach einem wunderschönen letztem Segeltag, waren echt aufregend. Es ist flach. Richtig flach. 2 Meter und die LADY hat 1,8 Meter Tiefgang. Mit nur 20 Zentimeter, also der berühmten Handbreit Wasser unter dem Kiel geht es bis zu den zwei Brücken die Florianopolis mit dem Festland verbinden. „Wie hoch ist Dein Mast?“ fragte mich Ali. „15 Meter.“ „Na, dann kannst Du ja die Abkürzung nehmen.“ In der Karte ist die erste Brücke mit 24 Meter ausgewiesen, die zweite mit 17 Meter. Also 17 Meter, bei höchster astronomischer Tide. Aber wir sind in Brasilien und wie genau die das mit der Höhe nehmen, wer weiss.

Die Fahrt durch das Flachwasser macht mich schier wahnsinnig. Nur der elektronischen Karte vertrauend, sehe ich die LADY schon in irgendeiner Versandung, die nicht in der Karte stand, steckengeblieben. Es ist Hochwasser. Nicht gut. Wenn wir steckenbleiben läuft das Wasser ab und wir sind gefangen. Aufgelaufen bis zum nächsten Hochwasser. Es ist Nippzeit. Wenigstes das. Kein anderes Boot weit und breit. „Ach, warum muss ich nur immer so bekloppt sein?“ geht es mir durch den Kopf. Der Tiefenmesser springt immer wieder von drei auf zwei Meter. Wenn er auf ein Meter umspringt steckt der Kiel im Dreck. Ein einziges Mal, ganz kurz passiert das, aber irgendwie rutschen wir so grade drüber und dahinter ist es wieder zwei Meter.

Richtig spannend wird es an den Brücken. Die Tide ist im Moment etwa ein Meter. Im Kopf rechne ich immer wieder nach. Der Mast ist 15 Meter, hat mir Klaus, der Voreigner mal irgendwann vor zehn Jahren so nebenbei erzählt. Aber der steht auf dem Deck. Das Deck ist zwei Meter und die Antenne auf dem Masttop noch mal einen Meter zwanzig. Sind achtzehn Meter zwanzig. Hmm. Das passt nicht. Schon gar nicht bei Hochwasser. „Den ganzen Weg zurück und dann um die 30 Meilen lange Insel?“ Skipper Wnuk ist sichtlich nervös. War das eine Fehlentscheidung?

Ganz langsam, gegen die leichte Strömung und den Wind aus SE, fahren wir an die Brücke ran. Dezimeter für Dezimeter. Von unten kann man nicht sehen ob das passt oder nicht und die Wellen lassen die Mastspitze oben ordentlich einen Meter vor und einen Meter zurück wackeln. Doch es geht. Wir sind unter der Brücke und Agustin meint, es sind noch etwa 50 Zentimeter von der Antennenspitze zur Brücke. Puhh. Schwein gehabt. Da hängt noch eine Stromleitung runter. Ein bisschen backbord und wir sind auf der anderen Seite. Geschafft.

Direkt hinter der Brücke ist ein kleiner Yachtclub. Ein paar Motorboote, vielleicht zwanzig niedrige Masten. Und wieder flach. Der Anker fällt auf vier Meter, die tiefste Stelle, die ich finden konnt. Unser Blick schweift über Florionapolis. Eine große Stadt mit vielen großen Häusern und vielen Autos. Dafür hat sich die ganze Aufregung auf jeden Fall nicht gelohnt. Um Buenos Aires anzulaufen war es eine gute Übung. Das ganze Flussdelta von Buenos Aires, der Rio de la Plata, ist so flach. Voll mit Wracks und Untiefen. Die Tiden sind abhängig davon, ob der Wind aus West oder Ost kommt und so genau weiß es keiner. Na, das kann ja noch spannend werden.

Nach dem wenigen Schlaf der vergangenen Tage gibt es den Rest von dem Brocken Rinderfilet, den Agustin aus der Metztgerei in Paraty mitgebracht hat. Stampfkartoffeln und einen großen Salat. Danach schlafe ich im stehen ein und Agustin schubst mich in meine Koje. „Geh mal schlafen! Du bist ja total drüber.“






  • 08:23:17
  • 01.10.2010
  • 27°36.6350'S, 048°33.1100'W
  • 0°/0kn Anker
  • Florianopolis, Brazil
  • Uruguay
  • 21,5°/1014hpa overcast
  • 19°
  • 0kn/VAR
  • 0m

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