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Autofreie Insel

Verlegt

Sind ja alles keine Entfernungen hier. Außer das kein Wind ist, ein optimales Cruising-Revier. Mich treibt es zurück nach Abraao. Da hatte ich ein paar nette Leute kennengelernt und mein Riecher sagt mir, dass ich mich da wohler fühle. Gedacht, gesagt, getan. Leider nur unter Maschine geht es die sechs Meilen auf die autolose Insel. Und das mit den Autos ist eben eine Erholung. Statt dessen gibt es die Vögel des Urwaldes und das leichte Rauschen der Wellen. Und nen paar Moskitos, aber das hält sich in Grenzen.

Meine Anker fällt vor der Pousada Asalem. Nen bisschen weit zum Strand und zum Dorfzentrum, aber dafür absolut ruhig, kein Schwell und sauberes Wasser zu Reinspringen. Kann es besser sein? Nach ein bisschen Computerarbeit springe ich ins Dinghy, bewaffnet mit guter Laue und vielen Plänen. Ich muss social’n. Zu lange alleine, zu viel Bildschirm. Der Plan ist Claude zu treffen. An der Bar vom Cafe do Sol sitze ich um elf Uhr morgens und habe mein erstes Bier. Warum auch nicht. Arwin den Keller kenne ich vom Sehen und wir unterhalten uns erst in English, dann doch lieber auf Englisch. Und so lerne ich dann Martin aus Gera/DL kennen, der das „Cafe do Sol“ seit ein paar Jahren betreibt und sich auf der Insel mit zwei Kindern und seiner Frau wohl fühlt. Äußerst positive Erscheinung mit dem klaren Blick was er hier macht. Im Zentrum hat er eine Kebabbude aufgemacht. Gab es hier noch nicht. Scheint zu laufen, Martin ist entschleunigt! Ihm scheint auch kein Auto zu fehlen. Claude taucht nicht auf, ich entscheide hin zu laufen, doch Arwin ruft erst an, ob er da ist. „Mikel, that is a long way up in the mountains.“

Wirklich ein langer Weg. Aber die Claude’s „Pousada Oriental“ ist der Hit. Sehr rustikal in den Berg gebaut, dass man die Häuser kaum erkennt, so zugewachsen. Bestimmt was für Krabbeltierliebhaber denke ich mir. Aber es gibt ja Netzte und bevor man ins Bett geht schaut man halt nach welche Riesenspinnen sich dort vielleicht versteckt haben. Spaß! Cloude erinnert sich an mich und fragt natürlich gleich nach der Familie, nach Nathalie, Lena und Maya. „Sind in Deutschland.“ „Wie lange bleibst Du? Ah, drei Wochen. O.K.“ Rhetorische Frage, die mir heute noch öfters gestellt wird. Ich frage ob das Angebot noch steht, bei ihm waschen zu können und er bejaht. “Aber, wo ist Deine Wäsche? Bringe ich morgen, ich wollte erst wissen wie viel Du dafür verlangst.“ Er schaut mich kurz ein bisschen empört an. „Nothing!“ Bis plötzlich Gäste auftauchen haben wir Spass. „See you for Sundowner im Cafe do Sol!“ Is klar.

Direkt neben mir liegen Günter und Anne von der MINGULA aus Hamburg. Gestern Abend bin ich noch kurz rübergepullt auf ein Bier. Das müssen Dubletten von Siggy und Jürgen sein, alias den Hosenlosen von der Petit Prince sein. Anders kann das nicht gehen. Wir schnakken ein bisschen über Bootsthemen, wie wir Deutschen das ja immer gerne tun. Von A, wie Ankerwinsch biz Z, wie ZyGrib haben wir nach zwei Stunden alles durch und finden uns jetzt, glaube ich, nett. Heute Abend kommen sie mal auf die LADY. Ganz zum Schluss des Besuches immer Boot zeigen! Das ist auch so was typisch Deutsches. Ich muss grinsen, aber lieb. „Ich zeig euch auch die LADY. Aber nicht den Motorraum, der ist zu dreckig!“

Um fünf bin ich pünktlich an der Bar und bekomme direkt eine Flasche Bier von Amir in die Hand gedrückt, damit ich nicht so alleine bin. Jetzt wird Hände geschüttelt und die erste Frage wieder: „Wie lange bleibst Du hier.“ Jetzt frage ich mal nach. Warum ist das so wichtig? „Is doch klar. Willst Du jeden Abend Dein halbes Leben erzählen und ein anderes anhören von den Zweitagestouristen. Dann sind die wieder weg. Micha, das geht Dir nach einer Weile so dermaßen auf den Senkel, dass kannst Du Dir gar nicht vorstellen.“ Doch, kann ich. Ich lerne Janosch kennen. Aus Frankfurt kommt Janosh und ist Manager der Pousada Segun. Nett! Ruol ein riesiger Däne aus Kopenhagen, macht grade ne neue Kneipe auf nem Floß auf und zwar in der Anlandebucht von Lopes Menedes, also vor Pouso. Keine Bange, kommen wir später noch zu. Ich bin eingeladen und dann schreib ich noch was drüber. Freitag also Party. Auf jeden Fall bin ich hier in guten Händen. Auf dem Rückweg zum Boot schaue ich noch bei Arwin vorbei, der auf Claudes Yacht wohnt. Eine etwas renovierungsbedürftige 43 Fuß, Plastic Fantastic. Eigentlich wollte ich ja nach Hause um mit Nathalie am Telefon zu flirten, doch nach einer Stunde mit Amir schreibe ich ihr ein SMS, dass wir dass besser morgen machen. Amir und ich mach Zweierparty und mit viel Pirouetten um andere Boote schaffe ich es irgendwann bis zur IRON LADY. Geschafft. Heia.“



  • 23:58:00
  • 28.08.2010
  • 23°08.3230'S, 044°09.3979'W
  • 0°/0kn
  • Abraao, Ilha Grande, Brazil
  • Argentinien
  • 20°/1016hpa
  • 19°
  • 0kn/SW Overcast
  • 0m

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