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Mi wantem toktok long immigration

Mi wantem toktok long immigration

20:00 Armer Micha, bei unserem ersten Landabenteuer konnte er leider nicht dabei sein. Der verbrannte Fuss schmerzt zu sehr und zudem ist die Wunde noch so frisch, dass die Gefahr einer Infektion gegeben waere. Da bleibt ihm nichts anderes uebrig, als in Quarantaene an Bord zu bleiben...

Ich dagegen mache mich morgens um sieben auf den Weg an Land. Stanley, aus dem hiesigen Village, kuemmert sich um die Yachties und hat einen Transport nach Lenakel organisiert, wo die Immigrationsbehoerde und manchmal auch der Zoll sitzt. Frueher gab es einen richtigen Yachtclub, mit kaltem Bier und abendlichen Treffen, und die Behoerden kamen ueber den Berg in die Bucht. Doch irgendwas ging schief, genau haben wir es nicht verstanden und nun ist der Kuehlschrank kalt, aber Stanley kuemmert sich immer noch.

Ausser uns wollen noch fuenf andere Yachten einklarieren, und ein paar Locals zum Markt, so dass wir mit 22 Personen einen Pickup erklettern und wie die Huehner im Kaefig einmal quer ueber die Insel geschaukelt werden. Mitten durch den Dschungel, vorbei am Mount Yasur, dem aktiven Vulkan, ueber riesige Aschefelder, die einem Highway gleich kommen, durch Fluesse haarscharf an Wasserfaellen vorbei. Wir werden geruettelt und geschaukelt, immer einen Ellenbogen oder ein Knie des Nachbarns im Ruecken oder Gesicht. An den steilen Haengen muessen alle aussteigen und zu Fuss gehen, der Pickup ist mit seiner Ladung hoffnungslos ueberfordert. Doch der Fahrer haette auch noch mehr Leute mitgenommen, kein Problem. Alles erinnert mich irgendwie an die Kapverden, die lachenden Gesichter, die Unkompliziertheit, die Landschaft. Rechts und links erblickt man in der ueppigen tropischen Vegetation kleine Huetten, Doerfer, wenig Wellblech, wenig Stein, fast alle sind aus Pandanus, Kokosblaettern oder aehnlichem.

Nach zwei Stunden erreichen wir endlich Lenakel, den Hauptort der Insel Tanna. Stadt ist zuviel gesagt, aber es gibt Strom, einen Markt, ein paar Laeden, Flughafen und ein Krankenhaus.
Abenteuer Bank kommt als erstes an die Reihe, Vatu heisst die hiesige Waehrung. Die Haelfte der Yachties steht dumm da, traeumten von Cashautomaten etc. Aber hier zaehlt Cash. Euro, US, Kiwi, und Australdollar werden umgetauscht und das wars. Gut dass wir schlauer waren, kennen diese Problem schon von diversen einsamen Inselchen...
Dann zur Immigration, Stempel in den Pass und wo ist der Zoll? Ja, das Gebaeude ist hier irgendwo, aber der Zoll ist nicht da, der ist in Port Vila. Der Beamte kommt auch nicht. Und jetzt? Inselruhe, kein Problem, wir sollen einfach die Zollformalitaeten erledigen, wenn wir in Port Vila ankommen, duerfen vorher auch auf andere Insel fahren, kein Problem. So ganz traue ich dem Braten noch nicht, aber das waere natuerlich schoen.

Die Formalitaeten sind erledigt, nun heisst es eintauchen ins Vanuatuleben. Freitags ist Markttag unter einem riesigen Banyanbaum. Aus den umliegenden Doerfern kommen die Frauen mit Obst, Gemuese, Tabak, Kava und Huehnern um ihre Ware feilzubieten. Die Mandarinen sind kunstvoll an einen Stock geflochten, ein chinakoehlaehnliches Gemuese in Bananenblaettern eingewickelt, der Tabak zu Straengen gerollt und Knaeulen gewickelt. Jeder Verpackung ist schon ein Kunstwerk fuer sich und mehr wert, als der Preis, der verlangt wird. Food Art auf Vanuatu. Ein Hahn sitzt muede in der Sonne und blinzekt mich an, 1000 Vatu soll er kosten, das sind ungefaehr 8,50 Euro. Stolzes Tier, aber wir haben keinen Bedarf. Die Marktfrauen kichern und lachen, waehrend ich Tiere, Tabak und Gemuese fotografiere.
Die Verstaendigung klappt noch nicht so ganz, hauptsaechlich Haende und Fuesse. Ein paar Menschen sprechen Englisch, ein paar Franzoesisch, doch die Hauptsprache ist Bislama, ein Pidgin-Englisch mit franzoesischen Ausdruecken durchsetzt. Ich lese mich gerade ein, mal sehen, wie lange es dauert, bis wir eine Basiskommunikation auf Pidgin hinbekommen!

Auf der Rueckfahrt wird kollektiv gelitten, zu den 22 Personen sind nun noch diverse Einkaeufe dazugekommen, meine Knie habe ich fast an den Ohren und mein Hintern tut sauweh. Die harten Baenke sind wirklich nicht sonderlich komfortabel bei den Schlaglochrouten.

Schoen wars, mit leuchtenden Augen komme ich nach Hause und berichte dem friustrierten Quarantaenepatienten, dass wir wohl einige Zeit hierbleiben werden, keine Frage.



  • 20:00
  • 11.06.2004
  • 19°31.55S, 169°29.69E
  • Tanna/Vanuatu
  • -
  • 27°C
  • SE 3
  • 1

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