• Zwölfter Tag…
  • CUBA Libre
  • Message over …
  • Krokodile
  • Nemo gefunden
  • Digitalpaintb…
Videos
  • Mingulas
  • Video vom Ab…
 


Rundumblicke

23:30 Ich wache auf, schweissnassgebadet liege ich in der Seekoje. Das Handtuch ueber dem Kopfkissen stinkt. Jetzt erst mal eine kalte Dusche, ich drehe mich um, kann nicht aufstehen, die Schwerkraft drueckt mich immer wieder in die Koje. Ich bin immer noch auf diesem Segelboot, es ist immer noch alles schraeg und wir sind immer noch in den Tropen. Es ist heiss, die Lady jagdt durch die Wellenberge und -taeler und eine Dusche gibt es auf dem Vordeck, dort steht ein grosser blauer Wassercontainer mit einem Schlauch und einer Handpumpe. Menschen im 20ten Jahrhundert rasen durch die Nacht des Pazifiks. Toll so ein Seglerleben, das riecht nach Abenteuer und Freiheit, nach Michas Schweiss…

Ich hagel mich nach oben durch das schraeg liegende Boot, fiese Wellen machem einem das Leben doch recht schwer, dann eine Boe und irgendwo warte ich um der Schwerkraft weiter Richtung Cockpit zu entkommen. >>Hallo mein Schatz. Liebst Du mich? Ich Dich auch.<<, ein paar Worte noch und schon ist Natale unter Deck, dorthin, wo ich gerade herkomme. Ich blicke aufs GPS. Wir fliegen immer noch, greife zur Wasserflasche und schuette die Fluessigkeit wieder rein die ich drei Stunden vorher ausgeschwitzt habe.

Lady huepft durch die Wellen. Der Schleppgenerator singt, ich fuehle ob die Lager schon heiss sind, aber alles ist o.k. Wenn wir anfangen zu surfen geht er kurz auf 8 Ampere. Dafuer ist er gar nicht konstruiert. Ihiiiiihiiiihiii macht der arme Kerl.

Ich blicke in die Nacht, gehe an meinen Platz an den Kartentisch. Neues Wetter, Logbuchbericht, Computerarbeit wartet auf mich, vorher trimme ich die Windsteuerung noch ein bisschen mehr vor den Wind, mit der Hoffnung etwas mehr Ruhe ins Schiff zu bekommen.

21:28 So, nun melde ich mich auch mal wieder zu Wort. Wackelt ganz schoen, die Lady und jeder Versuch in der Kueche etwas zu zaubern wirft mich wieder im Kampf gegen das leichte Unwohlsein zurueck. Brrrrrr. Vor allen Dingen schreiben am Rechner ist ein Graus. So langsam geht es aber wieder. Kann den Micha schliesslich nicht die ganze laestern lassen… Ueber Vorraete und Wasserhaushalt. Verhungern und verdursten werden wir wohl nicht, aber wer hat schon Lust auf Spaghetti mit Ketchup. Da faellt mir ein, ich glaube, wir haben noch nicht einmal Ketchup an Bord! ;-)
Sonst ist alles wie gehabt, alle zwei Stunden zieht ein Gewittter durch, die Lady fliegt und bald sind wir da.

17:46 Im raumen Kurs gleiten wir nur mit Genua und etwas Gross zur Stabilisierung wie auf Schienen Richtung Samoa. Den Trog haben wir hinter uns gelassen und der Passat hat mit 15 bis 20 Knoten aus SE eingesetzt. Dazu steht eine raffe See, die uns kraeftig durchschaukelt und von den verschiedenen Seiten schon mal etwas ueberschwappt. Aber dafuer sind wir schnell. In Spitzen bis zu sieben, ja zu acht Knoten rasen wir der Sonne entgegen. Natale hat festgestellt, dass unsere Wasservorraete auch knapp sind, ein weiterer Grund Apia anzulaufen ;-) Ansonsten schlafen wir was das Zeug haelt. Natale mit Buch, ich ohne. Einfach so, Stunde fuer Stunde, essen die Reste, die uns noch uebrigbleiben und hoffen auf Fischfang, der unseren Speisezettel etwas abwechseln wuerde.

Ansonsten passiert wirklich nicht viel, eigentlich gar nichts. Gut so. Dann geht wenigstens nichts kaputt!

11:57 Zweiter Tag auf See. Erstes Etmal: 104. Na ja, bei dem Sauwetter ganz o.k. Wir sind mitten drin im Trog, eine Regenfront folgt der naechsten. Genua rein und raus, Luken auf und zu, Regenjacke an und wieder aus, so heisst das Spiel. Gewinnen tut immer die Natur, die Wellen spelen mit der Lady und halten uns fest.

Die Backskisten sind leer und Natale ist mal wieder der Meinung, dass wir bald verhungern werden. Sie hat auch schon etwas dagegen getan und eine tolle Dorade an der Leine gehabt. Die ist ihr aber wieder abgesprungen. Arme Natale. Geaergert hat sie sich. Also: Wir verhungern doch. Keine Marmelade mehr, kein Suesstoff mehr fuer meinen Tee und nur noch ein Kilo Zucker. Doch ich habe vor ein paar Tagen in die Backskisten geschaut. Wir werden ueberleben!

Die Sache ist eine ganz andere: Natale will eigentlich Apia auf Western Samoa anlaufen und mir ist das eigentlich zu knapp und ich bin fuer durchsegeln nach Fiji. Es bleibt spannend. Wir habe uns erst einmal fuer einen Stopp auf Ofu Island geeinigt, dass zu American Samoa gehoert. Duerfen wir eigentlich erst nach dem Einklarieren in American Samoa anlaufen, aber mit einem Motorproblem geht das vielleicht fuer einen Stopp auch ohne dicken Papierkram. Und ein Motorproblem fuer solche Faelle haben wir immer. Wir werden sehen. Freunde von uns sind auf Rose Island und pausieren dort, doch das ist uns zu einsam, wir brauchen mal wieder Menschen und eine Erhebung. Inseltrauma.

05:42 Im Moment laeuft es so einigermassen. Die TRANSAS Wetterberichte sagen Verstaerkung der Winde fuer die naechsten vier Tage gerade im suedlichen Teil unseres Kursgebietes voraus. Bis 20 Knoten. Die Gribfiles tun das auch und die meterologische 24 Stundenvorhersage laeuft kommt gerade ueber Winlink rein. Da sind da die troughe drauf, die Wolkenfelder mit den Squalls, die immer so nett windeig sind.

Natale konnte noch nicht am Rechner sitzen, bei mir klappt es inzwischen wieder ganz gut. Die Seebeine sind wieder da, die Nacht ist inzwischen sternklar und das Segeln macht wieder Spass. Vor der SABRINA hatte ich eine neue Schirmmuetze bekommen, die mir gestern bei Squall, beim Reffen wieder davongeflogen ist. So nen Mist im Moment mit diesen Dingern. Tagsueber ist das bei der Sonne schon ein echtes Problem. Werde mit dann wohl gleich mal eine Piratenmuetze basteln.

So. Der Fiji Wetterbericht sagt das gestern Nacht so eine Wolkenfront der Konvergenzzone ueber uns hinweggezogen ist. Zu spaet. Das haben wir jetzt schon hinter uns. Der angesagte 15 Knoten Ostwind laesst noch auf sich warten. Oder? Da kommt gerade was durch den Niedergang.

Wesentliche Neuerung auf diesem Tripp. Wir haben unser Segellicht, Dreifarbenlaterne statt mit 25 Watt nun mit 10 Watt befeuert und koennen jetzt die ganze Nacht trotz unserer etwas alternden Batterien die vorgeschriebenen Lichter fuehren. Ist doch stark. Oder?

Bullshit!!!: Bodenstation dachte immer, dass wir die Mails an info@ironlady.de bekommen, wir dachten immer, dass Bodenstation die Mails zum sortieren bekommt. Ist zwar nix verloren gegangen, wir werden alle 500 Mails brav aufarbeiten und uns melden, doch via Mail koennen wir die Infos nicht bekommen. Zu viel Traffic. Da muss Malte, unser Besucher in Fiji und anyMOTION GF und den ganzen Kram auf CD!!! Mitbringen. Fehler sind menschlich. Bullshit!!!






  • 05:42
  • 16.09.2003
  • 13°22.46S, 164°09.76'W
  • Pazifik
  • West
  • 27°C
  • SE 2
  • 2

LOGBUCH ARCHIV

October 2018
Mon Tue Wed Thu Fri Sat Sun
« Sep    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  
Normale Einträge sind rot
Videoeinträge gelb
Beide Bücher erhaltet Ihr von uns mit Widmung & Signierung. Einfach eine mail schicken.

Der Trailer zum Buch

Mit dieser Website wollen wir Dir, liebe Leserin, lieber Leser, die Welt und unsere Reise ein Stück näher bringen. Deine Spende hilft uns, das weiterhin zu tun.