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Regenzeit

Regenzeit

Morgens sitzen wir auf antiken Moebeln im Speisesaal des Hotels und werden leise, unaufdringlich mit Weihnachtsmusik berieselt. Neben der Mueslibar steht ein ECHTER! Tannenbaum mit falschen Geschenken, und wenn die Leute um uns nicht Jeans und T-Shirts truegen, man koennte fast meinen, man waere in einem alten Hollywoodfilm gelandet. Maya ist auch ganz ergriffen und ausnahmsweise mal ein blonder Engel beim Essen, ohne Kruemel, ohne umgeschuettete Milchglaeser oder sonstige Katastrophen. Noch ein paar Runden durch das Dorf und weiter geht es. All die Aussichtspunkte und Wasserfaelle, fuer die wir gestern auf der Panoramaroute zu muede und kaputt waren, stehen auf dem Plan. Gods window zuerst. Von dort soll man einen wunderschoenen Blick auf das gesamte Lowfeld bis hin zum Kruger Park haben. Natuerlich nur, wenn das Wetter entsprechend ist. Heute ist das Fenster nicht geputzt, dicke Nebelschleier versperren jegliche Sicht in den Abgrund hinter dem Gelaender. Wir sind zwar mittlerweile ueber der Wolkendecke, aber nach unten ist eben alle trueb. Egal, statt der Aussichtsfenster im Himmel, gibt es auf der anderen Seite der Strasse noch die Wasserfaelle. Im strahlenden Sonnenschein. Lissabon und Berlin heissen sie, warum, weiss kein Mensch. Aber schoen, sehr schoen. Nur etwas gefaehrlich. Steile Klippen, 150 Meter in die Tiefe, kein Gelaender, keine Absperrung, brrrrr. Da klopft das Elternherz. Die Panoramaroute zieht sich weiter Richtung Sueden. Unsere Befuerchtung, die Strassen koennten zu voll sein, da heute die grossen Sommerferien angefangen haben, erweisen sich als unbegruendet. Keine kilometerlangen Staus auf der Autobahn, ueberfuellte Cafes und leergetankte Raststaetten, wie man es aus Europa kennt. Hier ist eben einfach mehr Platz, und wahrscheinlich koennen sich auch weniger Menschen einen Urlaub mit der Familie ueberhaupt leisten. Mittags halten wir in Sabie, einem verschlafenen Nest entlang der kleinen Drakensberge und essen endlich inmitten suedafrikanischer Familien einen Antilopeneintopf. Endlich steht ausser Steak und Burgern im wilden Feigenbaum auch Krokodil, Strauss, Warzenschwein und Impala auf der Karte. Lecker, irgendwo zwischen Reh, Hirsch und Savanne. Das muss es doch auch in einer Metzgerei zu kaufen geben. Werden Anfang der Woche gleich auf die Suche gehen, das perfekte Weihnachtsessen. Und ploetzlich, nachdem der Magen voll ist, ist die Luft raus. Maya pennt ein, die Eltern sind fertig, es faengt an zu regnen und wir merken, dass die letzte Woche doch ganz schoen anstrengend war. Fuss aufs Gaspedal und los. Mal sehen, wie viele Kilometer wir noch bis Richtung Richardsbay schaffen. Aus Grau wird Regen, aus Regen Schauer, aus Schauer Gewitter. Das kennen wir doch schon von der Hinfahrt. Ach so, is klar. Samstag. Da kracht es in Suedafrika immer, kennen wir schon, kann man die Uhr nach stellen! Es kracht gewaltig, man sieht kaum die Hand vor Augen, so gerade schaffen wir es bis nach Carolina und durch das automatische Schiebetor einer am Wegesrand liegenden Pension. Strom gibt es keinen, die Madame oeffnet uns mit batteriebetriebener Halogenleuchte und schwupps sitzen wir in einem kitschigen Zimmer mit blutroten Waenden und der Halofunzel, wahrend draussen die Welt untergeht. Decke ueber den Kopf und schlafen. Brrrr. Die Madame sagt, das sei hier jede Abend so, und der Strom faellt auch regelmaessig aus. Irgendwo im Haus hoert man einen weiteren Gast rumoren, sonst Totenstille, irgendwie unheimlich das ganze. Dabei hat die Nacht noch gar nicht angefangen! ;-)



  • 22:12
  • 16.12.2006
  • 24°00.41'S 31°29.00'E
  • Carolina/Sued Afrika
  • -
  • 26°C
  • 1 N/A
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