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Landfall

18:48 Ein bisschen Segeln, ein bisschen Motorsegeln, ein bisschen Motoren. Den ganzen Tag konnten wir uns nicht recht entscheiden, ob wir nun durchbrettern sollen, oder nicht. Letztendlich erwiesen sich alle anderen Ankerbuchten als zu rollig und offen, Micha und Nathalie wollten endlich ankommen und da sind wir nun. Landfall natuerlich im Dunkeln, wie sollte es anders sein.

Kupang begruesst uns in der Strasse zwischen den Inseln zunaechst mit unzaehligen Fischerbooten. Fischerboote aus Holz, bunt bemalt und in allen Formen, unzaehlige Menschen an Deck, dass man fast meint, sie muessten untergehen. Vor Anker liegen diverse grosse Dschunken und Inselfrachter, wunderschoene Schiffe. Die Landschaft ist etwas karg und braun, erinnert an Curacao, aber wir befinden uns ja auch am Ende der langen Trockenzeit.

Vorsichtig tasten wir uns an das Stadtzentrum heran, Anhaltspunkt ist der Ankerplatz der NIN. Von Land her droehnt laute Musik, Westerncountryverschnitt mit indonesischen Texten durchwachsen mit 10 Jahre alten Hits. Alle Geschaefte scheinen noch geoeffnet. Ist das jeden Abend? Oder Samstagnacht? Oder machen die Laeden gleich zu, wir hoffen letzteres, denn auf Jahrmarktsmusik direkt in der Vorpiek sind wir nicht gerade scharf.

Hochstimmung trotzdem auf der Lady, auf den ersten Blick sind wir begeistert, die Boote, die lebendige Stadtkulisse, die freundlichen Menschen auf den Schiffen und die knatternden Diesel, die man auf dem Wasser hoert. Eine neue Welt, neue Kultur, wir haben den Pazifik endgueltig verlassen…

05:49 Es ist Wind aufgekommen. Reicht zwar im Moment noch nicht zum flotten Segeln, aber es laesst hoffen. Segeln und einen Tag spaeter ankommen. Oder Motorsegeln und heute Abend ankommen? Ich geh mal eben den Motor ausmachen.

Nur noch drei Knoten und goettliche Ruhe. Dann eben Morgen ankommen. Soll mir recht sein. Hoffentlich bleibt uns die leichte Briese erhalten.

Gerade schon mal die Uhr auf dem Rechner umgestellt. Nur noch sechs Stunden Unterschied zu Deutschland. Das ist ja ein komisches Gefuehl. Oder vielleicht sind es ja auch sieben. Nachher ma die Capitana fragen, die hat immer den Ehrgeiz alles ganz genau zu wissen, ich trink mir lieber nen Glas Wein. Das ist allerdings noch nen bisschen frueh dafuer.

Die schlechte Stimmung von gestern ist gerade wie weggeblasen. Ich stoebere schon mal in Encarta die Infos zu Indonesia durch. Als wenn ich das nicht schon hundert Mal gemacht haette. Ach, ich freu mich so bald anzukommen. Doofer Trip mit den ganzen Flauten zwischendurch. Das zerrt so an den Nerven, kann sich keiner vorstellen, der das nicht selber schon mal mitgemacht hat.

So. Muss mal Mails abrufen und noch mal schauen auf der Karte wo wir sind. Haben ja doch nen ganz schoenes Stueck geschafft. Von Land ist trotz 15 Meilen Entfernung noch nix zu sehen. Keine Wolke am Himmel, aber dunstig. Riechen kann man Timmor schon. Natale riecht Fruechte und so, ich rieche nur den Geruch von qualmenden Feuerstellen.

04:19 Die Naechte sind zur Zeit fast schoener, als die Tage. Endlich faellt die Temperatur ein bisschen, man liegt eingekuschelt in eine Decke im Cockpit und schaut in den Himmel oder nach vorne, in die Dunkelheit. Mittlerweile haben wir auch wieder Mond bis 3 Uhr morgens. Bei der spiegelglatten See glitzert das Mondlicht am Horizont wie tausend Gluehwuermchen, dass man meint, eine ganze Fischereiflotte wuerde dort auf und ab fahren. Wenn der Mond untergegangen ist verschwimmt alles im Nebel. Die Lady macht komische Geraeusche, ein Surren und Singen, wie Musik. Oder doch Seegeister?

Ueber sechs Knoten Fahrt Richtung Timor, da schiebt wohl jemand mit. Natuerlich unter Motor, aber schnell ist das trotzdem, vielleicht faellt der Anker schon morgen abend, wenn nicht in Kupang, dann sicherlich in einer Bucht an der Suedspitze Timors um das letzte Stueckchen am Sonntagmorgen im Tageslicht zu bewaeltigen.

Ich kann die Mangos und Melonen und das Nasi Goreng schon riechen!






  • 04:19
  • 23.10.2004
  • 10°24.88S 124°37.28E, 0
  • Timor Sea
  • Kupang/Timor
  • 26°C
  • - -
  • -

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