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die Offiziellen

die Offiziellen

Da sitzen wir und warten. Laut Hafenmeister sind Zoll und Immigration zum Flughafen und die Coast Guard hat auch keine Zeit. Wir sind ausgebremst. Bevor die Herren nicht an Bord waren, duerfen wir nicht von Bord. Was solls.. Nach 400 Meilen gibt es genug aufzuraeumen, Brot backen macht auch mal wieder Spass oder Maya bespassen. Langweilig wird uns selten. Irgendwann am Nachmittag kommen dann die Maenner vom Zoll. Maya bekommt nen dicken Schreck nach 5 Tagen ohne andere Menschen und faengt an laut zu schreien. Ja, ja, der schwarze Mann, witzeln die Inder. Wir koennen die Kleine aber davon ueberzeugen, dass die beiden an Bord duerfen und schnell wird wieder gelacht und Spoekes gemacht. Tausend Papiere, tausend Fragen. Der uebliche Behoerdenkram. Schritt eins ist geschafft. Wieder warten. Anruf beim Hafenmeister. Ja, die Immigration kann bald kommen, wir sollen sie mit dem Dinghi abholen. Dumm ist nur, dass man uns an einen Ankerplatz weit von der Jetty entfernt gelotst hat. Gut eine halbe Meile ueber den Channel mit dem 2 PS. Das ueberlegen sich die Beamten noch mal. Auch unsere Nachbarn, ein Kat, der einklariert werden will, haben nur ein kleines Dinghi zum rudern. Dafuer aber einen Agenten in der Stadt, der letztlich irgendwann die Beamten sowieso per Motorboot hier rueberbringen muss. Also wieder warten.
Unterdessen kommen drei Uniformierte von der Coast Guard, inspizieren das Schiff, fuellen wieder Papiere aus und warnen uns davor die Sentinel Islands anzulaufen. Dort lebt naemlich ein Eingeborenenstamm noch wie in ganz alten Zeiten. Ungefaehr 200 Menschen, bewaffnet mit Pfeil und Bogen. Jeder, der sich der Insel naehert, wird angeblich angegriffen und getoetet. Erst letzte Woche sei wohl ein Boot mit Motorschaden auf die Insel zugetrieben worden und ehe die indische Coast Guard eingreifen konnte, wurden die 5 Menschen gefangengenommen und gehaengt. Dass es auf den Andamanen ein paar Ureinwohner gibt, von denen manche durchaus als gefaehrlich gelten koennen, habe ich ja schon gehoert, aber den aktuellen Ueberfall halte ich doch eher fuer Seemannsgarn zur Abschreckung eventueller Abenteuerlustiger.

Nun ja, die Insel liegt eh nicht auf unserem Weg und Bekanntschaft mit Pfeil und Bogen wollen wir auch nicht machen. Stattdessen wechseln nun die Immigrationleute die Coastguard ab. Halt, schnell noch ein Foto von der blonden Maya fuers Familienalbum der Offiziere. Cheese.
Der naechste bitte! Keine kalte Cola mehr da, zu viele Beamte an Bord. Wieder Formulare. Es daemmert schon, kurz vor Sonnenuntergang. Die Jungs von der Behoerde muessen an Land, der Agent ist ohne sie abgezischt, denn wir haben ja schliesslich nicht fuer seine Dienste bezahlt. Wir sehen es praktisch, packen die Familie und Kreditkarte ein und fahren die Beamten hoechstpersoenlich an Land.

Kulturschock. Tatsaechlich, wir sind in Indien. Frauen in Saris, dreiraedrige Taxis, Mopeds aus den 60ern und Autos aus den 50ern. Es ist unglaublich, eine ganz andere Welt. Heilige Rinder stehen am Strassenrand und ein Stoffgeschaeft reiht sich an das naechste. Die Stadt brodelt, kurz nach Einbruch der Dunkelheit und es ist voll. Jedes noch so kleine Stueckchen Platz ist vollgestopft, genutzt, bewohnt, bebaut. Ladenlokale sind oft kleiner als deutsche Gaestetoiletten. Welcher Videoverleih braucht schon mehr Platz als 2 qm? Ein Stuhl fuer den Ladeninhaber, rechts und links Regale bis zur Decke, das reicht. Heute haben wir die Kamera noch nicht dabei. Wir wollen erst Eindruecke sammeln, den Kulturschock verdauen. Verdauen geht am besten mit gefuelltem Magen, auf ins Restaurant. Inmitten von indischen Grossfamilien und Geschaeftsleuten sitzen wir im ersten Stock, in der Bierbar, und bestellen abenteuerliche Gerichte. Gut, dass wir aus Thailand schon einiges in Bezug auf Schaerfe gewohnt sind. Unsere Tischnachbarn fotografieren Maya mit ihrem Handy. Verrueckt. Aber wohl doch verstaendlich, denn was machen denn wir? Segeln seit fast 5 Jahren um die Welt und fotografieren exotische Kinder! ;-)



  • 20:18
  • 17.02.2006
  • 11°40.42'N, 092°45.55E
  • Port Blair/Andamanen
  • Chagos
  • 30,5°C
  • 2 NNE
  • -

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