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Ankerfall

18:28 Wir haben es geschafft, das gesteckte Ziel erreicht. Nach ueber zwei Stunden Ankerplatzsuche liegen wir nun relativ sicher an der Suedwestkueste der Insel vor 60 Meter Kette und 30 Meter Trosse auf 25 Meter Tiefe. Die Insel macht es uns nicht einfach, Wind und Welle kommen aus Nordost, aber ein heftiger Schwell steht dagegen aus Sued. Jeder Ankerplatz hat seine Nachteile und doch liegen wir immerhin so ruhig, dass wir nicht das Gefuehl haben, Ankerwachen halten zu muessen.

Doch alleine mit unserem Dinghi an Land trauen wir uns noch nicht, lieber morgen von den Insulanern abgeholt werden, das kostetn zwar Geld, aber so unterstuetzen wir dann wenigstens diese historische Insel und ihre Bewohner.

Heute ist nur noch Entspannung angesagt, zur Feier des Landfalles oeffne ich die Flasche Valdepenas Tinto Reserva, die ich irgendwann in der Lintonstrasse als Bezahlung fuer aerztliche Taetigkeiten erhalten habe. Koestlich, nicht zu vergleichen mit den anderen Weinflaschen, die an Bord sind. Micha will Langusten tauchen gehen, denn die muss es Hier zu Hauf geben, denn den Pitcairnern als 7. Tag Adventisten der Verzehr von Schalentieren untersagt…

Wir sind gespannt auf Morgen, die Kulisse der fruchtbaren Vulkanlandschaft verspricht auf jeden Fall schon einiges. Eine verzauberte Insel, die alle 20 Minuten in neuem Licht ihr Gesicht aendert.

09:54 Langsam tauch die Silhouette von Pitcairn am Horizont auf. Ein Laecheln auf den Lippen sitzen wir auf dem Deckshaus und starren nach vorne. Eine richtige Insel mit Menschen auf der anderen Seite der Erde. Wir koennen es gar nicht erwarten anzukommen und das meint die Lady auch. Hoffentlich koennen wir ankern. Es ist unglaublich. Wir haben es geschafft. Die Erde ist doch keine Scheibe, sie ist wirklich rund. Kein einziger Tropfen Wasser im Schiff, nur 75 Liter Wasser an Deck haben wir noch. Jetzt wird es aber auch bald Zeit anzukommen. Pitcairn hat um die 50 Einwohner. Wir sind gespannt wie die Flitzebogen…

05:24 Bis zu Gambier Island sind es noch ueber 300 Meilen. Dort erst ist der erste ruhige Ankerplatz zu erwarten mit Einfahrt in eine Lagune und dem ruhigen Wasser. Wettervorhersage fuer unser naechstes Ziel Pitcairn: N auf E drehend mit 15 Knoten im Wind. Na ja, das versagt uns die Bounty Bay und wir muessen im Westen der Insel ankern. Da ist nur noch die Frage ob es Schwell gibt und wie hoch dieser dann ist. Hier in der Gegend kann es schon mal hoch hergehen, bis zur Antarktis liegen die Roaring Forties und Screaming Fifties frei ohne jede Landmassen und jedes Tief was von Neuseeland kommt schickt seine See ueber tausende von Meilen an die Suedkueste der Insel Pitcairn. Dann ist Ankern unmoeglich bei 5-10 Meter Schwell der um die ganze Insel laeuft. Aber was erzaehle ich da, es wird bestimmt absolut ruhig und angenehm sein ;-)

Danke uebrigends fuer die vielen Glueckwuensche zum Landfall Haiinsel (Henderson Island) die uns dann doch erreicht haben. Ueber Amateurfunk gab es Probleme und eine nicht bestimmbare Menge an Mails hat uns nicht erreicht und ist im Nirwana verschwunden. Also auch das kann passieren, gerade hier so weit weg von der Zivilisation und wir hoffen, dass wenigstens unsere Logbucheintraege alle ankommen, wir koennen das ja nicht kontrollieren, wir koennen unsere eigenen Seiten ja nicht sehen und die Bodenstation weiss ja nicht was wir alles losschicken, was vielleicht im Weltraum landet…

00:03 Natale weckt mich. Ich weiss gar nicht wo ich bin. Schelmi von der Irena hat ein Problem mit seiner Ruderanlage. Ich hab davon getraeumt, aber es ist kein Traum. Noch vor ein paar Stunden hatten wir Funkkontakt. Aber er ist ja auf der Autobahn zu den Marquesas, da wird er schon nicht verloren gehen. Da sind so viele andere Boote, da wird schon nix passieren.

Irgendwie geht die Tastatur vom Computer nicht mehr, Natale hat Anker- und Positionslicht gesetzt. Ruhig bleiben Mischa, sie ist auch nur uebermuedet, wir stehen 50 Meilen vor Pitcairn. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren. Die Zwantjee fahrt weiter zu den Gambier Islands, wegen Schwell. Haehh? Im direkten Funkkontakt stellt sich herraus, dass die Pitcairner ihnen 20 US pro Person, pro Passage zum Hafen abnehmen wollen. Ach ja. War wohl doch nicht der Schwell, sondern das Budget. Man kann aber auch das eigene Dinghy nehmen. Wir werden sehen. Ansonsten zahlt man 3 US fuer den Stempel, sonst nix. Alles ganz o.k. Und das man mit dem Wetter um die Insel ankert kennen wir ja nun schon von Henderson.

Uns erreichten Mails, dass der Besuch bis zu 100 US kostet. Die besten Tips kommen immer von den Seglern, die noch nie da waren oder von den Sesselseglern, aber immer alles besser wissen. Na mal gut dass die alle gelangweilt am Radio sitzen und sonst nix zu tun haben. Die Geruechtekueche lebe wohl. Und ich dachte das haetten wir hinter uns gelassen.






  • 00:03
  • 24.04.2003
  • 24°42.39S, 129°13.79'W
  • Pazifik
  • Pitcairn
  • 26°C
  • NE 3-4
  • 2-3

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