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Versuche

20:15 So langsam kehrt die Routine ein auf der Lady. Saemtliche Energie wird nicht nur noch zur Vermeidung blauer Flecken und Gleichgewichtssuche verwendet, sondern nuetzlicheren Dingen zugewandt.
Wie auch schon auf dem Atlantik packe ich mal wieder den Sextanten aus und hoffe, diesmal genug Geduld zu haben, um diese komplizierte Navigationsweise zu erlernen. Der Horizont wackelt, das Schiff wackelt, die Sonne bewegt sich und dass ich auch noch wackel hebt die ganzen Bewegungen nicht gerade auf. Micha besteht auf einem Halsband, fuer den Sextanten, nicht fuer mich. Suchend ziehe ich ueber das Deck nach einem Ort in ca 2m Augenhoehe an dem ich mich so verkeilen kann, dass Oberkoerper und Arme quasi schwebend und leicht gebraucht werden koennen. Sagt das Lehrbuch. Hat die Lady nicht, ist schon im Zeitalter des GPS gebaut, oder wie? Verkeilen kann ich mich nirgends und wenn, sehe ich weder die Sonne, noch den Horizont. Also Muskelkraft, Zentrum suchen, wie damals im Ballettunterricht, Fuesse fest in den Boden druecken und die Sonne schiessen.
Mit einem Computerprogramm fuer Anfaenger koennen nun zunaechst Uebungen gemacht werden und ohne viel Rechenkenntnis, die Messungen ueberprueft werden. Das Schwierigste sind ohnehin die Messungen, ganz praktisch also, wenn man nicht jedes Mal lange rumrechnen muss, bevor man merkt, dass man mal wieder vollkommen daneben lag.
Waehrend ich den Sextanten balanciere, flirtet Micha wieder mit Jaqueline und uebt eau, aux, ou, aille, ouille, u.s.w.

Zwischendurch steigt ne Welle ueber und ergiesst sich ueber und ins Mittelluck, kein Fisch will beissen, Eier werden rationiert und nebenbei schaffen wir ein Etmal von 150 Seemeilen. Ein ganz normaler Tag auf See.

10:33 Nach den ersten Berechnungen segeln wir noch etwa 14-16 Tage bis Pitcairn, je nach 5 oder 6 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit. Wir haben uns fuer langsam entschieden. Geben wir 2 Tage weniger Geld aus und geht weniger kaputt. Das Gross steht im Reff eingerollt und nach etwas Regen am morgen ist das Wetter wieder stabil. Passatwoelkchen am Himmel… Die ZWANTJE segelt ca. 15 Meilen hinter uns, so dass wir deren nervendes Blitzlicht nachts nicht ertragen muessen und nachts nicht staendig Ausschau nach vorne halten muessen ;-) Ueber Funk quatschen wir 2 Mal am Tag ueber die neuesten Seglersorgen immer mit dem Blick auf die Uhr, das die Telefonrechnung am Monatsende nicht so teuer wird ;-))

Frage an Detlev + Beate zum Gaestebucheintrag: >>Galapagos – Thahiti, Bericht der Sy Kavenga<<. Wer hat den Bericht verfasst und wann war das? Wuerde uns doch sehr interessieren. Danke.

04:28 Der Mond geht auf. Ich warte auf die Sonne, aber die verspatet sich jeden Tag mehr. Heute erreichen wir wohl den 100 sten Laengegrad, da koennen wir dann die Uhr wieder vorstellen: -7:00 Stunden zu GMT. Man haelt sich jung. Der Biorhythmus darf auch mitspielen.

Keine Ahnung wie sich die Kurzwellenbedingungen veraendern werden. Im Moment gehen die daypics noch ueber Florida, und Cayman Islands raus. Der Suedpazifik ist mit allem schlecht abgedeckt: Menschen, Inseln, Wetterberichten, Internetcafes usw. Ich glaube, dass da eine ziemliche Umstellung auf uns zukommt, so zivilisationsverwoehnt wir von Zenztralamerika sind. Ob ich schon mal heimlich die Socken fuer Pitcairn raussuche?

Gestern haben Natale und Micha sich gestritten. Worueber weiss ich auch nicht mehr. Siebter Tag? Ne das ist doch heute. Man wird sehen.

04:28 In den Nachtwachen sucht man sich immer irgendwelche Beschaeftigungen, um nicht einzuschlafen. Segel trimmen, lesen, mails schreiben und: Franzoesisch lernen. Nachdem Micha sich schon so gut mit Jaqueline versteht, versuche ich jetzt auch, mich mit ihr anzufreunden, um die verborgenen Kenntnisse wieder ans Tageslicht zu holen. Denn bei dem Reisetempo, das wir im Moment vorlegen, sind wir in zwei Wochen da, da bleibt nicht mehr viel Zeit! Alors, on y va!

00:40 Getraeumt? Nein. Natale steht mit einem dicken Hornhecht in der Hand in der Plicht. >>Der lebt noch. Soll ich ihn wieder ins Meer schmeissen?<<, ruft sie zu mir, der vollkommen Schlafbenebelt den Kopf aus dem Niedergang haelt. >>Lass ihn leben.<< nicht gerade der beste Speisefisch. Hier am Computer unter Deck rappellt es maechtig. Die Lady und ihre Besatzung wird in dieser Nacht nicht mit eleganten Bewegungen verwoehnt. Auf Deutsch: Mir wird schlecht. Deshalb hier Ende.






  • 00:40
  • 29.03.2003
  • 06°56.46S, 099°32.63'W
  • Pazifik
  • Pitcairn
  • 27°C
  • SSE 4
  • 2

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