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Montag, wenn es nur ein Montag waere

Montag, wenn es nur ein Montag waere

20:08 Was mache ich nur mit dieser schwangeren Frau? Sie laesst alles moegliche fallen. Faellt selber, auf der Strasse knickt sie um, mit der Coolpix geht sie baden und heute schmeisst sie unsere neue D70 auf den Boden. Uff, da faellt es schwer zu sagen: >>Schatz, ist alles nicht schlimm, ist doch nur nen bisschen Plastik und Elektronik.<< Aber, ich reisse mich zusammen: >>Natale, schaem Dich!<< Tut sie, was soll sie auch machen. Also mal wieder zu Nikon in Kuala Lumpur und das kaputte Plastik ersetzen, wir haben ja auch
sonst nix zu tun. Hoffentlich bleibt es dabei ;-) Streichen wir diesen Tag doch einfach. Morgen beginnt ein neuer.

Wie man bei meinen Worten vermuten kann, war der restliche Trip nach Port Dixon nicht ganz erfreulich. Mal abgesehen davon, dass wir in Melaka fast bei Springtide im Schlamm fuer zwei Wochen im Schlick steckengeblieben waeren, hat uns dann der Tag NW Wind mit 15-20 Knoten beschert, also wieder auf die Nase. Klar. Was auch sonst. Aber! Die Stroemung ist mit uns und vor Sonnenuntergang laufen wir erst mal fast aufs Riff (meine Schuld!), der Schreck sitzt noch tief, und dann in diese ominoese Marina. Mittelmeerstimmung. Hochhaeuser und Appartements um einen Hafen angeordnet. Natuerlich ist den Investoren das Geld ausgegangen und das fertige Projekt ist nur in Modellform im Foyer der Eingangshalle mit viel Mamor, Glas und edlem Holz zu bewundert. Malakkastreet. Ich hatte mir Piraten und Wildnis vorgestellt, statt dessen erwarten uns malaysische Investitionsruinen, wie zum Beispiel diese Marina, in der kaum einer liegt, um uns herum nur leerstehende Chalets, Bettenburgen und ich weiss nicht noch was. Mit den Piraten kann sich eigentlich keiner dran erinnern, dass es mal in der realen Zeit Probleme gab. Also doch alles nur in den Segelbuechern. Hoffentlich bleibt es so.

Wir, dass heisst, die Lady ist wieder vertaeut und sicher im Hafen, die Skipper mit den heute etwas ungluecklichen Haenden hat sie mal wieder ueberlebt und nach viel Schlaf reparieren wir morgen mal wieder die Schaeden um dann nach Port Kelang weiterzusegeln. Fuenfzig Meilen noch, dann ein paar Tage Landgang. Kualur Lumpur, Melakka und sonstiges Sehenswertes wartet auf unseren Besuch.

13:56 Mit aufgehender Sonne setzt auch der Wind wieder ein. Genua bleibt drinnen, gut, dass wir noch die Fock haben.
Dummerweise sieht man nun auch, was die Aktion heute nacht gebracht hat. Durch das notfallmaessige Einrollen der Genua ist das Fall oben am Masttopp gerissen. Son Mist. Da ist wohl wieder eine Arbeitsstunde am naechsten Ankerplatz angesagt.
Faengt ja gut an, der Montag. Und es geht weiter, waehrend Micha mit Juergen funkt, passe ich 5 Minuten nicht auf, und schon haenegen wir im Fischernetz. Die Fischer gucken dementsprechend boese, verstaendlich und ich schaeme mich in Grund und Boden. Doch dank unserem Langkiel kommen wir noch mal ungeschoren davon, plopp, plopp schwimmen die Bojen wieder oben und wir sind drueberweg. Ich versuche mich mit Gesten zu entschuldigen, die Jungs gucken immer noch boese, nehmen aber sonst keine Notiz von uns.

Nun gut, Ansteuerung Melaka. Wir sind jetzt lange genug unterwegs, wollen endlich unsere Leinen irgendwo festmachen. Pulau Pisang (uebersetzt: Insel Banane) gestern Nachmittag war nicht so unser Fall, rollig, dreckiges Wasser, flaches, kleines Inselchen, aber jetzt, die frueher einmal reichste Hafenstadt der Welt lockt.
Doch Geld scheint immer noch vorhanden zu sein, denn auch hier wird der Malakkastrasse fleissig das Wasser abgegraben und wo auf unseren Karten noch Wasser ist, sind jetzt Wohnkomplexe mit Hochhaeusern und Parkanlagen. Den Fluss, den man frueher ein Stueck weit hochfahren konnte, um am Zollgebauede anzulegen, wird nun von einer Bruecke ueberspannt, die nicht fuer Segelboote geeignet ist. Zudem scheint die Hafeneinfahrt versandet, 2 Meter bei Hochwasser, das ist zu wenig. Ein letztes Mal werfen wir einen kurzen Blick auf die Bartsch, die kurz vor der Bruecke am Ufer festgemacht, eigentlich unser Liegeplatz, aber die Wassertiefe reicht nicht.

Kehrtmachen und Rueckzug, weiter gehts. Wir lassen uns die Laune nicht verderben, naechster moeglicher Haltepunkt ist eine Marina 30 Seemeilen weiter, das ist noch zu schaffen. Ein guter Punkt zudem, um die Genua wieder in Ordung zu bringen. Soll eben nicht sein. Und Melaka schauen wir uns auf dem Landweg an, entscheiden wir. In Port Klang wird unsere Kette neu verzinkt, das dauert ein paar Tage und Klang selbst ist nicht sonderlich spannend, guter Zeitpunkt also, um mit oeffentlichen Verkehrsmitteln ein bisschen was von Malaysia zu sehen. Guter Plan. Wir haben Wind, die Sonne scheint, das ist eigentlich schon ne ganze Menge fuer dieses Seegebiet...
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06:36 Meine Wache. Wind dreht. Aufe Nase. Nix zu machen, da muss das Segel rein. Rollreffanlage klemmt. Nach vier Jahren Segeln, kenn ich das schon. Das ist das obere Lager. Salzwasser, Sonne, Wind. Letzter Service aufn Kapverden. Na, da haben wir aber mal wieder geschludert. Segel kommt nicht raus, ist ja kein Problem. Segel geht nicht rein, das ist ein Problem. Natale muss raus ausser Koje und mit schnellem Drehen der Anlage direkt am Fuss des Vorstags, da macht es Klick und das Segel ist drin. So was. Bin ich doch glatt ins Schwitzen gekommen. Jetzt ist der Wind ganz weg und wir dieseln mit 1000 Touren in der Stroemung. Next waypoint und Ankerplatz 14,8 Meilen. Das geht. Nur hell will es nicht werden. Wird schon. Augen klemmen immer fest, wenn ich die zumache, die haben aber auch ganz schoen was geleistet in der Nacht. Da. Jetzt wird der Horizont endlich hell.

03:22 Der Wind bleibt uns die ganze Nacht erhalten, welch ein Glueck. Die Lady schunkelt sich langsam wieder aufs Segeln ein, bekommt immer mehr Spass inne Backen und rast mittlerweile mit fast 6 Knoten durch die Nacht. Ich musste schon reffen, fast 7 war mir dann doch zu sportlich, so mit dickem Bauch. Man ist halt nicht mehr so schnell und wendig und wenn der Micha schlaeft, ist besser Vorsicht angesagt.

Zur Unterhaltung dienen weiterhin die froehlich bunten Lichter ueberall. Neuester Schrei unter Fischern: gruene und weisse Neonroehren, die man nach Lust und Laune in schnellem Wechselspiel aufleuchten laesst, um den armen Segler vollends zu verwirren. Dummerweise haengen diese Neonschiffchen mit blinkenden Netzen zusammen. Das Spiel besteht darin, dass der Fischer versucht, den Segler so weit mit seiner gruenen Lampe zu verwirren, dass dieser nicht mehr weiss, ob er nun backbord oder steuerbord passieren soll. Kommt der Segler so nahe, dass man ihn mit der Taschenlampe auf seinen Fehler hinweisen muss, hat man gewonnen. Wahrscheinlich werden vorher Wetten abgeschlossen, fette Ringgitbetraege gesetzt und die Ergebnisse in den malayischen nautischen Nachrichten bekannt gegeben, wer weiss.

In Melaka gehen wir zum naechsten Fischereibedarfladen und kaufen uns auch ein paar Roehren, und dann wird mitgespielt!



  • 03:22
  • 14.03.2005
  • 01°46.22'N, 102°44.40E
  • Malakkastrait/Malaysia
  • Melaka/Malaysia
  • 29°C
  • 3-4 NE
  • 0,5

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