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Barbecue bei Benjamin

22:00 Benjamin war der einzige, der nicht wusste, das wir unter seiner Palme ein Barbecue planten. Er war allerdings auch nicht sonderlich ueberrascht als am Nachmittag unzaehlige Menschen auftauchten. Uns fehlte natuerlich der Fisch. Llano, der Fischer, glaenzte mit Abwesenheit. Benjamin loeste auch dieses Problem in dem er mit mir zu einem Fischerboot am Strand fuhr. Freunde. Es gab Mengen von Red Snapper, Bigeye auch Haifisch war wieder im Angebot, aber darauf verzichteten wir dann heute doch. Natuerlich kostenlos kamen wir reich beschenkt zum Strand wieder.

Stundenlang sass Benjamin dann vor dem Feuer und stocherte im Feuer, drehte und wendete. Eigentlich sollte der Fisch doch schon vertrocknet sein. Aber nein, stellte sich heraus, es wurde der beste Fisch vom Grill, den ich bisher gegessen hatte. Halb gegrillt, halb geraeuchert, auch nicht geschuppt, mit den Fingern gegessen… Hmm. :-)) Natale glaenzte mit Salaten aus den letzten Gemuesevorraeten und ich uebte mich im Kokusnussaufschlagen…

Neely, Natale und Gerhard wechseln sich den ganzen Abend an der Gitarre ab und derweilen geht immer mal wieder jemand ein paar Haeuser weiter eine Palette >>Polar<< holen. Neely schlaegt in der Performance an der Gitarre um Laengen. Er benutzt zwar nur acht Griffe und eine Schlagtechnik, variiert mit seiner Stimme und den bekannten spanischen Texten und Schlagern aber dermassen, dass es einem schwer faellt zu glauben, dass er keine Gitarre besitzt. Spaeter am Abend klaert sich ein Geheimnis. Wir probieren noch einen Fleischtop von Benjamin mit Polenta. Die inzwischen leicht berauschten Insulaner erklaeren im Spass, dass es Tortuga oder Leguan ist, was wir da gegessen haben und fangen an zu kichern. Moment mal. Was? Tortuga. Schildkroete. Sofort aendert sich der Geschmack von lecker zu iiijj. Das ist doch verboten. Die armen Schildkroeten. Sie klaeren uns auf, dass die Schildkroeten sich in den Netzten verfangen, die ueber Nacht aufgestellt werden. Ist eine Schildkroete im Netzt, wird diese wieder freigelassen. Doch was, wenn sie schon tot ist? Sollen sie denn eine tote Schildkroete ins Meer schmeissen? O.K. Das sieht auch der Greenpeaceinfomierte Nordeuropaeer ein. Ich erinnere mich an die Fiesta vor ein paar Tagen, bei der Unmengen von ausserst gutschmeckendem Fleisch gereicht wurde. Auf meine Frage wurde mir gesagt, dass es Rindfleisch vom Festland waere. Belassen wir es dabei. Ueber manche Dinge denke ich dann besser nicht laenger nach. Es sind ihre Inseln und wir sind die Besucher.






  • 22:00
  • 07.02.2002
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  • Testigos/Venezuela
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