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Wahnsinn

20:18 Zufrieden und gluecklich sitze ich auf dem Deckshaus der Lady und geniesse Blau in Blau in Blau. Habe gerade unser Etmal, 144 Seemeilen in die Karte eingetragen und wunder mich noch. Steht da: Breakers reported ( 1906 and 1923), seltsam, denk ich, scheint wohl nen Riff zu sein, ganz bei uns in der Naehe. Also verschaerft Ausguck ueber Tag.

Mit der Tasse Nachmittagskaffee blinzel ich in die Sonne und auf einmal meine ich eine Unterbrechung des Horizontes zu entdecken. Bestimmt die Brecher, die irgendein alter Rahsegler vor fast 100 Jahren hier gesehen hat. Aufgeregt ruf ich Micha, der holt das Fernglas und zusammen starren wir in suedliche Richtung. Micha, der mit den besseren Augen, meint, er saehe Palmen. So nen Quatsch, denk ich mir, aber die Neugier ist geweckt. Segel runter, Motor rein und gegen Wind und Welle motort.

Meile fuer Meile erkennen wir deutlicher, was wir nicht glauben wollen: Land. Eine Insel, nur ganz flach ueber dem Meeresspiegel aber zweifellos, eine Insel. Wir kneifen uns gegenseitig, hauchen uns an, aber nein, Alkohol ist keiner im Spiel, wir traeumen auch nicht, wir sind Entdecker!!!

Der Schwell macht uns ordentlich zu schaffen, waehrend wir um dieses winzige Fleckchen Erde mit Kokospalmen mitten im Pazifik motoren. Endlich faellt der Anker auf 20 Meter, unter uns Stein und Koralle. Doch wie nun an Land kommen? Das Dinghi liegt festgezurrt auf dem Vordeck. Kurzerhand springen wir ins Wasser, Schuhe und Klamotten wasserdicht verpackt mit dabei. Keine 100 Meter sind es bis zu Strand. Fester Boden unter den Fuessen. Wir koennen es kaum glauben, denken an Schatzinseln. Verborgenes Gold und Piratenhoehlen.
Da die Insel auf keiner Karte eingezeichnet ist, ist es wohl hoechts unwahrscheinlich, dass sie jemandem gehoert, also sind wir so vermessen unser Faehnchen in den Sand zu stecken, die Insel zu annektieren und Ihr den Namen Ladyland zu geben.

Ein Rundgang ueber die vielleicht 1 Quadratkilometer grosse Insel zeigt allerdings schnell, unser neues zu Hause wird das nicht. Keine Quelle, nur dichtes Mangrovengestruepp und Kokospalmen. Immerhin koennen wir ein paar Trinknuesse ernten und aufs Boot bringen. Leider keine Schaetze, keine Hoehlen. Wahrscheinlich ist die Insel wirklich erst in den letzten Jahrzehnten entstanden, vulkanischer Ursprung, ein Riff, Sand, ein paar Kokosnuesse werden ueber das Meer getragen. Entstanden aus dem Meer und nun gehoert sie uns, Ladyland!

Zurueck auf dem Boot vermessen wir noch, nehmen GPS-Punkte rund um das Eiland und lichten irgendwann schweren Herzens den Anker. Der Schwell ist zu stark, um ueber Nacht zu bleiben, ungeschuetzt rollen die Brecher des Pazifiks heran.

Doch was nun, ueberlegen wir uns beim Abendessen, wie geht es weiter. Wo koennen wir unsere Insel eintragen lassen, und wer gibt uns die Besitzurkunde. Alles schwierig. Aber morgen ist auch noch ein Tag und da sieht die Welt schon wieder anders aus!

04:45 Etwas sehr Positives hat dieser schnelle Schlag ueber den Pazifik wirklich. Wir lernen mehr ueber die Lady im Halbwind. Vom Halbwindsegeln und ueber die Moeglichkeit die Lady mit den Segeln so zu trimmen, dass die staendige Spielerei am Windpiloten entfaellt. Im besten Fall wird nur das Goss etwas dichter geholt und schon luven wir etwas an, anders herum genauso. Daisy, die Windpilotin gibt zum Steuern ihre Kraft und wenn dann mal wieder eine Regenfront kommt, reffen wir einfach Stueck fuer Stueck Genua und im letzten Fall unser Rudersegel, das Gross. Luxus ist natuerlich fuer uns, dass alle Segel aus der Plicht im Sitzen und von einer Person bedient und stufenlos gerefft werden ohne aufzuschiessen. Das spart Kraft und auch die Ueberwindung zum Reffen oder Vollzeugfahren ist kleiner. Wollen wir dann wirklich optimal zum Wind fahren, sitzt einer von uns staendig an den Winschen und Schoten. Zieh da, zip dort… aber es macht Spass. Auf 15 Grad Sued wird der Wind dann aus Osten kommen und es erst einmal vorbei sein mit dem Halbwind. Dann heisst es ausbaumen und rumwackeln…

Detlef, lass das sein: Mach kein Funksprechzeugnis, streichel lieber Beate die Fuesse. Das brauchst Du nie wieder ab Elbmuendung Cuxhaven. Rausgeschmissen Zeit und Geld. Mach die Amateurfunkpruefung Class 1, dann habt ihr weltweit kostelos E-Mail. Hab ich doch jetzt schon so oft geschrieben. Liest eigentlich jemand unsere Logbucheintraege oder guckt ihr alle nur die Bilder??? ;-)))

Das Bild von Natale hat nix mit der Ueberschrift zu tun. Aber der Ansatz ist typisch maennlich. Johann, wir alle verstehen Dich.

Die Bodenstation schreibt:
>>will ja nicht klugscheissen, aber es heisst nicht uwo sondern
ufo = unknown flying object<< UWOs sind Unbekannte Wasser Objekte. Und der Kapitaen eines Schiffes hat immer Recht und weiss alles besser!

02:54 Die Uwos sind immmer noch da, amerikanisches Flotillensegeln scheint es aber doch nicht zu sein, selbst die gut ausgeruesteten Segler von denen haben nicht soviel Strom um so viele Lichter zu speisen! Vielleicht ne Fischerbootflotte, oder einfach drei Tanker, Frachter oder was weiss ich, zufaellig auf demselben Weg.

Bin so muede, will nicht mehr wackeln…






  • 04:45
  • 01.04.2003
  • 11°09.03S, 105°43.39'W
  • Pazifik
  • Pitcairn
  • 26°C
  • SSE 4
  • 2-3

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