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We are alive

Nachricht aus dem Paradies

Wir sind schon seit Dienstag auf den Roques angekommen. Mein MacBook verweigert seine Mitarbeit, zeigt einen Apfel und danach einen schwarzen Bildschirm. Ich habe somit noch nicht einmal eine Ahnung was ich zuletzt gepostet habe. Muss wohl der 30.8. gewesen sein. Wir haben kein Internet und die Tasks überschlagen sich. Nach der wunderbaren Zeit auf den Las Aves auf unserer eigenen Insel war der Schlag zu den Roques doch recht anstrengend schräg. Die Luke über der Eigner Kabine war nicht richtig geschlossen und dementsprechend war Salzwasser eingedrungen. Lässt sich ja nun nicht mehr ändern. Wir nutzen einen Zwischenstopp auf Cayo de Aqua für Reparaturen. Mit Manuela hab ich ja schon den gebrochenen Abgasschlauch des Generators repariert. Nun gehe ich mit Nike in den heißen Motorraum, nachdem ich festgestellt habe, dass die Membranen des Wassermachers lecken. Kein Wunder, dass wir Salzwasser in der Bilge haben. Drei Fittings haben Elektrolyse. Genau die entsprechende Menge an Ersatzteilen ist an Bord. Während die Skipper im Motorraum schwitzend und fluchend kleine Wunder vollbringen um die Süßwasserversorgung wiederherzustellen, vertreten sich die Mitsegler an Land die Beine. Es ist schon nachmittags als wir endlich weiterkönnen. Wir wollen ankommen und reiten die restlichen 16 Meilen gegen an unter Motor. Eine weitere Nacht unter Segeln aufkreuzen will keiner. Mit eine Track können wir blind und ohne Karten die trickige Einfahrt ins Paradies meistern. Ankerfall im Paradies. Juan und Marie Alexandra von der venezolanischen THALASSA kommen uns besuchen. Ein Teil des auf der Überfahrt gefangene Yellow Fin Thuna wird von Nike in eine Sashimi-Variation verwandelt und der andere Teil wandert in den großen Topf mit einem Rest Gemüse und Einerlei aus Skippers Gewürz Schatzkiste. Es wird spät bis die Lichter auf der MARLIN ausgehen und das Spanisch, Englisch und Deutsch Stimmengewirr verstummt.

Am nächsten Morgen geht es kurz nach Sonnenaufgang nach Saki Saki, dem versprochenen Traumankerplatz. Für heute ist 20 Knoten Wind angesagt und der Tag steht ganz unter dem Motto Kiten. Das flache Anfängerrevier füllt sich mit 20 Venezolanern, die ihre Sonnenschirme am Strand aufstellen, dazu eine Handvoll Kitelehrer der Kiteschule Play. Roberto und Frederike, Freunde von mir kümmern sich um Nike und Manuela. Andre hat wieder Probleme mit seinem Kite, der die Luft nicht hält. So ist das nun mal. Wir ziehen einen Ersatzschlauch in die Fronttube. Am Strand jedoch ist auch dieser undicht. Andre hat schlechte Laune. Der versprochene Wind setzt erst nach Mittag ein, dann aber konstant und ohne Böen. Wir kommen alle auf unsere Kosten, wie man so schön sagt. Richtig auf unsere Kosten, vor allen Dingen Nike steht auf dem Kiteboard und zieht Bahnen, dass ich richtig stolz bin. Roberto hat ihr die passenden Tips gegeben. Juan ist auch da und als ich mich im tiefen Wasser abs eits der Insel in den Wellen tummel, das kleine Island umrunde, ruft er mir zu: „Miguel. Vamos a pasear.“ Es geht über das offene Meer Richtung Franziski. Juan zeigt mir ein paar schöne Spots, aber ich merke wie meine Energie schwindet. Ich bin schon fünf Stunden auf dem Wasser. Das Kiten in der Welle außerhalb des Lee Schutzes der Saki Saki Insel tut seinen Rest und ich folge meinem Gefühl, kite die eine Meile zurück nach Saki Saki. Dort neigt sich die Sonne dem Horizont zu. An Land brechen die Kiter die Zelte ab. Nur ein weiterer Kite Lehrer ich und Nike sind noch auf dem Wasser. Da passiert es. Nike stürzt und steht nicht mehr alleine auf. Alle eilen ihr zu Hilfe und der große Andre nimmt Nike und trägt sie zum Beiboot. Sie hat sich den Fuß verrenkt. Große Diskussion. Nike schaut schmerzverzerrt.

Der Vorfall trübt den Tag. Manuela ist Physiotherapeutin und mit Nathalie über das Satellitentelefon schließen wir ein Fraktur aus. Eine Röntgenaufnahme wäre natürlich besser. Juan lacht nur als ich ihn frage, ob die lokale Krankenstation ein entsprechendes Gerät hat. Mittel aus unserer gut sortierten Bordapotheke lindern Nikes Schmerzen. Sie trägt es mit Fassung, ärgert sich aber grün und blau über ihren eigenen Sturz. Das war es mit Kiten. Den Rest der Reise wird Nike liegend mitsegeln, ich bin als Skipper wieder alleine für den Törn verantwortlich. Bis Nike wieder voll einsatzfähig ist, wird wohl ein paar Wochen dauern.

Soweit die Zusammenfassung der letzten Tage, die deutlich machen, dass trotz vieler Vorsicht und Erfahrung, Unerwartetes eben doch immer passiert. Ich mache mir Vorwürfe, auch wenn ich keinen direkten Fehler gemacht habe.



Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

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  • 23:00:00
  • 04.09.2019
  • 23°25.3500’N, 020°08.1000’W
  • 251°/ 1 kn
  • Los Roques/Venezuela
  • Los Curacao
  • 30°C
  • 18kn/SE
  • 0,0m

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