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In Trinidad gestrandet

Die Piraten lauern überall in der Karibik

2015 gab es am 20ten Dezember einen Piratenüberfall auf eine 80 Fuss Yacht nur unweit der Hibiscus Gasförderplattform, keine 30 Meilen nördlich von Chaguramas. MARLIN, Co- Skipper Harald und ich sind genau auf der Kurslinie. Wie wahrscheinlich ist es, dass es genau uns diesmal trifft, obwohl seit damals keine weiteren Vorfälle in dieser Art und Weise passiert sind, wer weiß das schon. Ich habe das Thema gar nicht erst groß an die Glocke gehängt. Erst kurz vor der Abfahrt schiebe ich Harald stückchenweise die Details und die Gefahren der Reise unter. Er sagt auch nichts, als ich meine Computerbackupfestplatte und das iPhone hinter der Einbauten der MARLIN wasserdicht verstecke, Macbook und Canon in die Segellast umziehen lasse. 400 Euro liegen in Cash im Kartentisch. Takeaway. Der Bordrechner schickt alle 15 min unsere Position automatisch raus. Nathalie und Jan wissen Bescheid. Weder in Grenada weiß jemand wann wir los segeln werden, noch in Trinidad ist unsere Ankunft bekannt. Nicht das ich mir in die Hose scheiße, nicht wirklich. 2015 habe ich den Standort genau 2 Stunden vor dem Überfall mit Bootsmädchen Claudia passiert. Ist ja auch nichts passiert.

Inzwischen sind wir in Trinidad angekommen. Chaguramas ist leer geworden. Von der Attraktivität als Yachtzentrum von 2000 ist nur noch die Hälfte der Marine-Fazilitäten übrig geblieben. Wir kommen um Punkt 8:00 Uhr am Customs-Steg an. Ich helfe Harald bei dem Stapel Papiere bei der Immigration, die es auszufüllen gibt. Nach 40 Minuten geht es zu den Customs. Ich flirte mit der Beamtin, die sich nicht an mich erinnert. Gut so. Wir hatten 2014 ernsthafte Meinungsverschiedenheiten, die nur Nathalie durch direktes Eingreifen schlichten konnte. Alles gut. Wir sind drin. Drin sind wir auch in den Schlingen des Travellifts, der die MARLIN sanft aus dem Wasser hebt. Bevor ich ins Büro zu Marinafee Daniela gehe, inspiziere ich einmal Schiffsrumpf bis zum Ruder, prüfe das Spiel der Schaftlager und das gleiche am Propeller. Nun ja. Freude kommt da nicht auf. Ich schlucke den Frust erst einmal einfach runter. Ich sehe schon die Baustelle. Alles nen bisschen viel für mich im Moment. Seit Oktober reihen sich die Probleme aneinander. Kaum sitze ich bei Daniela kommt der nächste Schlag in die Magengrube. „Wie lange soll MARLIN hier bleiben?“ „Bis zum 15ten Februar. Das haben wir doch per e-mail so ausgemacht und bestätigt.“ „Oha. Hmm. Uppsi. Ja….“ Daniela wird sichtlich nervös und blättert wild in ihrem Kalender. „Nun. Wir hatten ein Erdbeben und die Pier für den Travelllift muss repariert werden. Die Arbeiten starten am 1. Feb. - Geplant für drei Wochen.“ „Haha. Drei trinidadische Wochen. Da bin ich in Deutschland! Das meinst Du jetzt nich ernst. Am 16ten kommen neue Gäste auf die MARLIN.“ Ich sehe meine mühsam erlegten Felle dahin schwimmen. Vier Schritte vorwärts, fünf zurück. Ich muss eine Entscheidung treffen. Schuldzuweisungen helfen mir jetzt nicht. Eine Stunde später geht mein Lackierer um das Schiff. Auch er kämpft um jeden Auftrag. Chaguramas war früher eine Goldgrube. Wir verhandeln eine neue Lackierung und wer wissen will über welchen Betrag man da bei 60 Fuß spricht. 12.000 $US. Zusätzlich neuem Antifoulig für 4k. „Das Antifouling müßte eigentlich mal komplett entfernt werden.“, ich sehe die Piratendollarzeichen in Allens Augen. „Vergiss es Allen! Ich habe vor zwei Monaten einen neuen Generator kaufen müssen für 15.000 Euro.“ In Deutschland würde das alles das doppelte kosten. Allen macht wirklich gute Arbeit. Aber trotzdem. Ich habe nicht so viel Geld verdient und einen Goldesel habe ich auch nicht im Stall. Dazu noch die Lager für Ruder und Antriebswelle plus Einbau. Diverse kleine Reparaturen. Ich klettere einen Kopf kleiner die Leiter zur MARLIN hoch. Wenn ich nicht wüßte das das Segler-Leben dann doch irgendwie weiter geht – Ich würde meinen Kopf in den Sand stecken und drei Decken drüber ziehen. Für Morgen habe ich ein Flug-Ticket in der Tasche. Erst mal fliege ich nach Flensburg, komme was wolle. Meine Töchter wissen gar nicht mehr wie ich aussehe. Abkühlung gibt es da umsonst.



Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique - Antigua 02.03.2019 - 14.03.2019
CREW 53 Antigua - Martinique 23.03.2019 - 04.04.2019
CREW 54 Martinique - Grenada 06.04.2019 - 18.04.2019
CREW 55 Grenada - Antigua 27.04.2019 - 09.05.2019

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  • 16:00:00
  • 15.01.2019
  • 10°40.5998'N, 061°38.1604’W
  • -°/ -kn
  • Chaguramas / Trinidad
  • Grenada
  • 1013-15/32°C
  • 4kn/NE
  • 0,0m

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