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Hilfe, wie die Zeit vergeht

Hilfe, wie die Zeit vergeht

Jetzt sind wir schon drei Wochen hier und mir kommt es vor, als waeren wir erst gestern angekommen. Der zweite 25 Liter Kanister Benzin ist zu Ende gegangen, der zweite von sechs. Hmm. Das macht nachdenklich.

Wir trauen uns schon fast gar nicht mehr zu schreiben und per Fotos zu dokumentieren, wie schoen es hier ist, wie genial Maya das alles aufnimmt. >>Scheisswetter ist hier, nur noch 11 Grad heute, Regen und ueberhaupt.<<, letzte Meldung aus Duesseldorf. Na, Kopf hoch, bald bekommt Deutschland auch wieder Sommer.

Ja, Johann, Kokoskrabben kann man auch essen und spezial sind die auch, aber hier ist es nicht erlaubt. Lediglich Leinenfischen. Also Angel und Schleppangel. Es ist keiner da, der das kontrolliert, aber in der Regel halten sich die meisten dran. Ist ja auch gut so. Ist aber kein Thema, was wir im Logbuch so breittreten wollen und koennen.

Ein paar Regentropfen hat es heute mal wieder gegeben. Nicht genug um den Tank wieder zu fuellen, aber das Deck ist vom Salz befreit. Ansonsten verfallen wir hier in Takamaka in den vollstaendigen Familiengluecklichkeitsalltag. Dass wir weg sind von der Hauptanchorage, hat so gut getan. Keiner klopft mehr an, kein Gerede, kein VHF16, kein Volleyball, Bookswap und sonstige Verpflichtungen. Hier draussen geht es geruhsam zu. Fallenlassen, Seele baumeln lassen, Essensbeschaffung und Schlafen, wenn es dunkel wird. Fast ;-)

Auf Takamaka gibt es keine Wege, nur Unterholz, einen Grillplatz, einen Brunnen mit Brackwasser und einen kleinen Ofen, in dem man Brot backen kann. Wenn der SE sich so richtig einblaest, dann wird es vor Boddam, da wo alle jetzt liegen, ungemuetlich und die Boote kommen hier rueber. Wir liegen hier im Moment neben einem oesterreichischen Kat, gebaut auf den Philippinen, bunt bemalt, Denise und Fritz sind schon seit ewigen Zeiten unterwegs. Abends beim Reiswein erzaehlen sie, dass vor neun Jahren alles noch ganz anders war. Das Wasser klarer, die Riffe schoener, der Sand sandiger usw. Ich glaube, dass das LADY Prinzip >>Am besten fahren wir nie wieder irgendwo hin, wo wir schon mal waren. Dann brauchen wir nie jemanden erzaehlen, wie schoen es beim letzten Mal war.<< ein gutes Prinzip fuer unsere wie auch immer aussehende Seglerzukunft ist. Wer meint, das die Zeit beim Fahrtensegeln stehen bleibt, der wird sich bestimmt in einer grossen Runde wiederfinden, aber die Uhren nicht an ihrem Weg ueber das Zifferblatt hindern.

Ueberhaupt, findet man hier auf Chagos die wirklichen Langzeitsegler. Ob wir nun schon den Atlantik, den Pazifik und ein Teil des Indischen passiert haben, ist hier unbedeutend. Die meisten der Yachten vor Boddam segeln mit ihren Eignern schon seit mehr als zwanzig Jahren um und ueber die Weltmeere, waren zum Teil schon zehn Mal hier und wissen vom Brotbacken, uebers Fischen bis zum Klang der besten Kokusnuss eben einfach alles. Besser.

Unserem Leben tut das alles keinen Abbruch. Wir machen die Luken auf, frische Luft zieht durch die Lady und geniessen unseren Familienalltag an Bord. Morgen ist der erste Mai. Da war doch was, muss ich meiner Verehrten heute Nacht nicht noch einen Maibaum schlagen? Das ist bestimmt nicht erlaubt, vielleicht aber auch nicht verboten. Den Bug der Lady habe ich rechts und links mit Palmenblaettern geschmueckt. Allerdings mit etwas Hintergedanken. Unsere neuen Mitbewohner, die huebschen Seemoewen, kacken unseren Bugspriet zu. Es sind nicht mehr zwei, es sind zwanzig und es stinkt nach Guano- Duenger. Also, mal schauen, ob meine Frau heute Nacht mit mir in den Mai tanzt und was daraus wird.



  • 20:00
  • 30.04.2006
  • 05°19.83S, 072°15.92E
  • Ile Takamaka/Solomons/Chagos
  • -
  • 29°C
  • 1 S
  • -

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