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Waffen an Bord

13:34 Also, es ist nicht so, dass uns gerade die Themen ausgehen, und wir krampfhaft versuchen etwas zu schreiben, sondern diese Frage kam ueber die Info-Adresse. Anlass ist wohl eine aktuelle Veroeffentlichung von Bobby Schenk auf dessen Web-Page.

Ehrlich gesagt halten wir die ganze Waffendiskussion fuer ziemlich muessig und beteiligen uns selten daran, weil es so unbefriedigend ist. Die Koepfe reden sich heiss, in die eine oder andere Richtung, und DIE Loesung gibt es hinterher nicht, ausser, eben nicht nach Suedamerika, nach Indonesien, ins suedchinesische Meer, durchs rote Meer, und, und, und, und, und zu fahren. Aus dem Grund haben wir auch noch nie irgendetwas dazu geschrieben. Aber da ja nun mal die Frage kam und der Wind gerade aus Suedwest blaest und wir wegen Legerwall noch ein bisschen an Bord bleiben muessen, koennen wir ja mal kurz ein bisschen unsere Erfahrungen schildern.

Wir haben Segler getroffen mit Revolvern an Bord, mit Jagdgewehren, mit halbautomatischen Waffen, mit Handgranaten, Armbruesten, Signalpistolen mit scharfer Munition, Messern, Keulen, Macheten und CS-Gas.

Jetzt kann man stundenlang darueber reden, ob nicht eine Waffe an Bord Gewalt geradezu herausfordert. Aber auch das ist schon wieder schwierig zu beantworten und haengt ganz von der individuellen Person ab.

Nur ein Beispiel.

Ein Segelboot kommt in eine Bucht in WO-AUCH-IMMER irgendwo in den Tropen. Sie werfen den Anker und vom Ufer loest sich ein Kanu, das naeher kommt und in dem 5 Einheimische sitzen. Alle haben eine Machete dabei. Da gibt es Leute, die bekommen Panik, Angst vor Ueberfaellen und erzaehlen spaeter, nach WO-AUCH-IMMER darfst Du nicht fahren, die laufen da alle bewaffnet rum!

Wer aber schon laenger in tropischen Gebieten ist weiss, jeder Mann laeuft dort mit Machete rum, immer, staendig und ohne Ausnahme. Sie laufen durch den Dschungel und hauen rechts und links den Weg frei, der morgen schon wieder zugewachsen ist, oder sie schlagen eine Kokosnuss fuer ihre Gaeste auf, oder muessen einen Tampen fuer die Auslegekanus zurechtschneiden. Eine Machete ist hier wie ein Taschenmesser am Guertel, nur eben groesser, aber eigentlich voellig harmlos.

Klar, mit der falschen Einstellung koennte jetzt ein bewaffneter Segler grossen Schaden anrichten, schlicht und ergreifend durch falsche Einschaetzung der Situation. Wer aber mit ein bisschen Menschenverstand an die Sache herangeht, wird nicht gleich zur Waffe greifen, egal ob er eine hat, oder nicht.

Aehnliche Situationen gibt es viele, Fischer, die sich an der Kueste naehern, um vor ihren Netzen zu warnen, oder einfach neugierig sind, Locals, die Sachen tauschen oder verkaufen wollen. Meistens ist alles harmlos. Und wir sind wirklich noch nie in eine Situation gekommen, die gefaehrlich gewesen waere. Einmal hatten wir ungebetenen Besuch an Bord, nachts in Balboa/Panama City zwischen vielen anderen Yachties. Wollte wohl bei uns durch das Vorluk einsteigen, hat aber gesehen, dass wir dort schlafen und sich wieder davon gemacht. Bemerkt haben wir das, weil am naechsten Tag die Luke aus den Angeln war.

Das ist die eine Seite, und die andere? Ich glaube, wer in Deutschland lebt, immer in Reichweite der naechsten Polizeistation, mit einem Handy in der Tasche, mit dem jederzeit der Notruf getaetigt werden kann, kann sich gar nicht vorstellen, dass einem in bestimmten Gewaessern manchmal ganz schoen die Duese gehen kann. Da ist eben niemand, den man mal eben rufen kann. Auf Kanal 16 UKW ist nicht unbedingt jemand standby und selbst wenn, ist derjenige viele Stunden entfernt. Es gibt keine Hilfe, kein Blaulicht, keine Hubschrauber die in Windeseile wie im Fernsehen angeflogen kommen. Zudem ist ein Segelboot nicht gerade das geeignete Fluchtfahrzeug. Kaeme es wirklich zu der Situation, dass Fremde ein Boot entern wollten, koennte man nicht einfach abdrehen und abhauen. Wir bewegen uns alle mit mittlerer Jogginggeschwindigkeit.

Darueber muss man sich einfach klar werden, bevor man Waffen an Bord generell aburteilt. Wer in solch einer Situation dazu in der Lage ist, einen Aussenborder durch einen gezielten Schuss ausser Kraft zu setzen, hat Glueck gehabt und ist vielleicht mit einem blauen Auge davon gekommen.

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wie gesagt, es gibt hier keine ultimative Loesung und auch wir koennen uns noch nach drei Jahren zusammen an Bord immer wieder die Koepfe heiss reden ueber was waere wenn. Haengt meist eng mit dem Fahrtgebiet zusammen, hier in der Suedsee ist alles easy, aber Indonesien steht ja bekanntlich vor der Tuer!

Wir wuerden auf jeden Fall niemals jemandem zu dem einen oder anderen raten, denn das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Sowie auch Segler untereinander meist nicht fragen, wie es der andere haelt, ausser, man kennt sich sehr gut, denn ehrlich gesagt, das geht uns nichts an. Nur den Zoll!

Und da wir gerade bei dem Frage-Antwort Spielchen sind, gibt es noch was hinterher:

Nach den Waffen die Finanzen. Zwei Kumpels haben schwer gespart, wollen die Leinen losmachen und fragen dazu folgendes:

>>In nächster Zeit wird unser Kapital dazu frei – unser Problem aber, weil nie ähnliches geplant:
– wie/wo legt man solch große Summen sicher und vernünftig an – zumal bei unserem speziellen Vorhaben (Ostsee / Nordatlantik / Mittelmeer / Karibik – und vielleicht auch mal um die Welt?!?)?<< Hmmm, was wollt Ihr denn von uns wissen? Verstehen wir nicht so ganz? Wo Ihr Euer Geld anlegen sollt? Besser jemand anders fragen, sonst geht es Euch wie uns und Ihr muesst zwischendurch arbeiten, um die Welt zu erkunden! Aber im Ernst, ich glaube bei irgendwelchen Finanzberatern seid Ihr da besser aufgehoben. Mit Kreditkarten bekommt man fast ueberall Geld, wenn man denn welches hat ;-), Internetcafes fuer Online Banking gibt es auch zu Hauf, also alles kein Problem. Und dort, wo man mit modernen Mitteln kein Geld bekommt, kann man zumeist auch keines ausgeben! So wie hier, im Sueden von Vanuatu. Es empfiehlt sich jedoch fuer alle Faelle immer ein bisschen Bargeld in Form von Dollars oder Euros an Bord zu haben, moeglichst in kleinen Scheinen. So, waehrend der Quatscherei hat der Wind auf Suedost gedreht, werden mal versuchen an Land zu kommen.






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  • 29.06.2004
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