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Asiatische Einklarierung

Asiatische Einklarierung

Also gut: Es ist vor allen Dingen eins hier: Heiss! Aber daran werden wir uns wohl bald gewoehnen. Zweitens ist es hier: Billig! So als wenn sich da jemand um eine Stelle verrechnet haette. Unser Zweitakt 220 Volt Generator, in Spanien erstanden fuer etwa 500 Dollar kostet hier orginalgetreu 70 Dollar. Hat sogar noch nen 12 Volt Ausgang und nen Voltmeter. O.K. der kommt sicherlich aus China, ist aber so gut gebaut, dass die Vermutung nahe liegt, dass es sich um das Original handelt und Yamaha International ausser dem Preisausschlag und dem Aufkleber nix daran ingenieurt hat... Der Preisspiegel bezieht sich auf alles. Der Diesel ist billiger als Wasser zum trinken! Da faengt dann das Problem an, denn es gibt kein Trinkwassersystem.
Jedes Haus, das ein Badezimmer hat, hat auch einen eigenen Tank, der via
Tankwagen befuellt wird. Zum ersten Mal wuenschen wir uns doch einen
Wassermacher. Wir fragen rum um an Wasser zu kommen und zum Trinken muessen wir wohl aus der Flasche kaufen, zum waschen und kochen, na das hat sich noch nicht geklaert. Scheint aber wohl eher ein Kupang Problem zu sein.

Der Tag beginnt mit der Fahrt im Bemo (dem lokalen Transportbus) und ist
fuer meinen Ruecken der Horror. Die Menschen sind hier alle zwei Koepfe
kleiner als ich und die Bemos entsprechend. Ich passe da einfach nicht rein und sitze mit abgeknicktem Kopf. Die Bemos sind alle beschallt wie eine Disko, unter den Sitzen dicke Baesse, ueberall kleine Satellitenlautsprecher, die Mitten fehlen ganz, aber egal irgendwie will man ja vom Fleck kommen. Natale ist auch etwas ueberfordert und laesst erst einmal die VISA Karte im Automaten stecken. Sofort kommt der naechste freundliche Local und traegt ihr die Karte hinterher. Soviel erst mal zur Freundlichkeit der Menschen hier. Wir landen natuerlich im falschen Bemo, bei der falschen Immigration und beim Chef der Immigrations- und Justizbehoerde. Hmm. Das war wohl eine Stufe zu hoch. Der nette Asiat spricht etwas Deutsch !!! Viel mehr als wir Indonesisch !!! und laesst uns von einem seiner Mitarbeiter aus dem ferngelegenem zentralen Buero per Wagen abholen und an die richtige Stelle der Stadt bringen. Wir warten in seinem Buero und da wackelt die Erde, die Waende und ein paar Frauen schreien.
Kleines Erdbeben gefaellig? Draussen um die Tischtennisplatte im Foyer
stehen Mitarbeiter mit goldenen Pokalen. Ob die die jetzt retten oder
polieren? Alle sehen aus, als wenn sie eigentlich nichts zu tun haetten...

Der Untergebene, unser Chauffeur, gruesst seinen Vorgesetzten militaerisch, was mich nachdenklich stimmt. Na ja, so genau wollen wir es gar nicht wissen. Bei der richtigen Immigration geht es denn auch gewohnter zu. Warteschlangen an Plexiglasscheiben und Baenke draussen vor der Tuer. Rauchen verboten gibt es hier nicht. Alle qualmen was das Zeug haelt ihre gewoehnungsbeduerftigen Nelkenzigaretten wo auch gerade sie Lust haben dazu. Der Untergebene laesst uns erst mal zur Strafe warten, dabei war das doch der Bemofahrer, der uns an die falsche Ecke gebracht hat. Nun ja. Egal.
Irgendwann sitzen wir im Buero und die Sache entspannt sich. Samuel malt
akribisch die Crewliste, die wir wieder vergessen haben, stempelt in
akribischer Kleinarbeit jedes Papier (Stempel scheinen in Timor eine
besondere Bedeutung zu haben. Sehr wichtig!) und laechelt immer oefter. Der Kopierer ist kaputt und wir muessen ueber die Strasse laufen Kopien
anfertigen, von allem und von jedem, dass wir keine Fingerabdruecke abgeben muessen ist alles. Nun gut. Irgendwann sind wir entlassen. Jetzt wieder Kopf zwischen die Schultern und im Bemo durch die Stadt, dauerhuppend, mir gegenueber ein paar Schulmaedchen die entweder aengstlich zum Riesen gucken oder miteinander kichern. Wohin, woher und so weiter, das uebeliche Spiel...
Umsteigen, naechster Bemo. Der hat es in sich. Beim Hafenmeister angekommen steigen wir aus, Natale hoert nichts mehr auf einem Ohr, mein linker Arm ist taub. Vielleicht sollten wir uns fuer Asien ein Moped kaufen.

Beim Hafenmeister kennen sie uns schon. Das sind die, ohne Agenten. Der
Agent und der Hafenmeister arbeiten eng zusammen, so dass das niedrige
Gehalt des Hafenmeisters etwas verbessert werden muss. Wenn wir ohne Agenten kommen, funktioniert das natuerlich nicht so, wie die Jungs sich das ausgedacht haben. Dumm gelaufen. Also werden wir mehr oder weniger direkt auf Unterstuetzung angesprochen. Welcome to Asia. Alle sind aber unglaublich freundlich und auch beim Diesel und Wasserproblem wollen sie uns helfen, gegen eine kleine Gehaltsaufbesserung versteht sich ;-) Zum Zoll muessen wir komischerweise nicht, was die gesetztestreue Capitana ja schon wieder unruhig werden laesst. Nun gut. Der Tag ist vorbei, wir sind vollkommen fertig, von der Hitze und der ganzen Fahrerei, treffen uns bei Lavalon einem Backpacker-, Touristen- und Seglertreffpunkt und belohnen uns mit einem Arrangement morgen eine Tagestour mit Guide in die Berge zu machen. Juchu.



  • 21:00
  • 25.10.2004
  • 10°09.45S 123°34.57E, 0
  • Kupang/Timor
  • -
  • 27°C
  • S 1
  • -

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