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Palmenschnaps, Wale und noch viel mehr Meer

Wecken um 5 Uhr, wir werden hier zu richtigen Fruehaufstehern. Gestern abend haben wir uns doch noch zum verlassen aussehenden Resort vorgewagt und erstaunlicherweise ein kleines Grueppchen buntgewuerfelter Menschen vorgefunden: ein Italiener, der jedes Jahr zum Speerfischen auf das Inselchen kommte, ein Hollaender, der seit vier Jahren auf Alor lebt und fuer eine Entwicklungshilfeorganisation arbeitet, eine Deutsche, die im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum macht und ein Franzose, der seinen letzten Tag als Divemaster im Resort hat. Alles junges Volk, es wird spaet, unser Reiswein findet viel Begeisterung und wir die noetigen Infos zum Tauchen und Erleben.

Dementsprechend heisst es frueh aufstehen, Fabrizio als einzig verbliebener Gast entert die Lady, ebenso einer der Locals des Resorts und gemeinsam motoren wir in den Pass zwischen den Inseln zu Batu, einem Fels, der aus 80 Meter Tiefe an die Oberflaeche kommt. DER Platz fuer Grossfisch und erlebnisreiche Tauchgaenge. Einziges Problem ist die Stroemung, bis zu 5-6 Knoten Strom kann hier um die Ecke pfeifen und schon 1-2 reichen aus, um einem das Schorcheln unmoeglich zu machen.
Wir warten auf unserem Ankerplatz, Micha hat Glueck und die Stroemung laesst fuer drei Stunden soweit nach, zumindest unter Wasser, dass er sich seine Portion Tauchendorphine abholen kann. Mit leuchtenden Augen sitzr er spaeter im Boot, an schorcheln war nicht zu denken, denn das Stillwasser an der Oberflaeche dauerte genau 2 Minuten. Dafuer bleiben auf wir an Bord nicht ganz unbelohnt, eine grosse Herde Pilotwale zieht spielend an der Lady vorbei und kurz spaeter sehen wir die Fontaene eines riesigen Grauwals, und seine Schwanzflosse, als er in die Tiefe geht. Keine 200 Meter von und entfernt.

Trotz all der Erlebnisse hat der Tag gerade erst angefangen. Unser einheimischer Freund, dessen Namen ich wieder vergessen habe, ist ziemlich geschafft. Es ist Ramadan, er war mit im Wasser schnorcheln und sieht aufgrund des Fastens so aus, als muesse er dringend ne Stunde rasten. Schnell wird er mit dem Dinghi an Land gebracht und wir drei fahren weiter zur Insel Purau. Eine weiteres Riff wartet auf Erkundigung, ohne Flaschen, nur schnorcheln, am liebsten stundenlang.

Traurigerweise wird auch hier um Alor herum von schwarzen Schafen immer noch mit Dynamit gefischt. Es gibt nicht genuegend Coastguard Schiffe und immer mehr Teile des gesunden Riffes werden durch Bomben zerstoert. Nicht so auf Purau, die Menschen dort wehren sich auf ihre eigene Art und Weise, mit Pfeil und Bogen machen sie Jagd auf saemtliche Boesewichter, die sich zu nah in ihren Gewaessern aufhalten. Gott sei Dank werden wir nicht mit diesen Unterwasserpiraten verwechselt, das einzige Kriegsgeschrei, das uns begruesst, ist das Johlen der Kids.

In den Doerfern rund um Pulau geht das Leben ganz gemaechlich zu, eine richtige Dorfidylle. Die Frauen sieht man um den Brunnen mkt der Waesche, dem Geschirr, den dreckigen Kindern. Ein paar Teenager stampfen Mais oder Maniok im Gleichtakt in grossen steinernen Gefaessen zu Mehl und die Maenner? Die stellen Sopi her. Sopi ist ein destillierter Schnaps aus Palmwein. Nicht so ein magen- und hirnverbrennnendes scharfes Zeug wie Arak, den man vielleicht kennt, sondern ein sanft gebranntes leckeres Gesoeff.

Wir tuckern noch ein bisschen um die Insel und suchen uns schliesslich ein malerisch in den Fels gebautes Dorf mit huebscher Kirche aus, um den Alkohol zu besorgen. Der Ankerplatz wird mit Sicherheit in keinem Cruising Guide zu finden sein, ein kleines Plateau mit Korallenschutt, dahinter ein steiler Drop off. Doch wir bleiben ja nicht ueber Nacht, kein Problem. Das Dorf versammelt sich an Land auf den Felsen und unetr viel Laerm und Gelaechter werden wir irgendwie aus dem Dingi und an Land gezerrt, das Beiboot schliesslich sicher vertaeut an einem der Local Boote. Fabrizio spricht Indonesisch, alles perfekt. Wir ziehen durchs Dorf, erfahren dies und jenes, unter anderem, dass vor uns erst ein Weisser da war und werden duerfen schliesslich zur Schnapsprobe schreiten.
Lecker.

Das Dorf und die Menschen sind einfach zum Verlieben. Die Kinder haengen wie Kletten an mir und der Kamera, sobald ich mit den Frauen irgendwo alleine sitze, werden sie neugierig, verlieren jegliche Scheu und packen mir mit Vorliebe an die lange Nase. Wer sitzt hier im Zoo? Niemand, wissbegieriges Beschnuppern, viel Lachen und wieder habe ich ein paar Brocken indonesisch gelernt. Mit wenigen Woertern laesst sich schon viele sagen, klappt ausgezeichnet, noch zwei Wochen und wir koennen ohne Dolmetscher in die Doerfer! ;-)

Viel zu schnell ist der Tag vorbei, der Rueckweg ruft. Natuerlich haben wir die Stroemung nicht bedacht, sind froehlich um die ganze Insel herum und muessen nun gegen Wind und Strom nach Kepa zurueck stampfen anstatt mit Halbwind zu segeln. Naja, wir aergern uns 10 Minuten, laden die Batterien und kommen voellig erledigt bei Sonnenuntergang vor dem kleinen Resort an.
Das wars, genug geschwaermt, Abendessen und ab ins Bett…






  • 17:54
  • 08.11.2004
  • 08°16.13S, 124°24.13E
  • Kepa/Pulau Alor
  • Bali
  • 28°C
  • N 2
  • -

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