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Wieder im Behördendschungel

Wieder im Behördendschungel

Ob das je ein Ende nimmt? Klar, am Wochenende ist Ankommen immer dumm. Entweder es kostet extra oder man muss warten. Wir mussten warten. Am Samstag eingelaufen passiert gar nix mehr, außer das der Skipper berechtigt mit deutlicher Schräglage nach Hause kommt. Soviel Abenteuer muss ja auch betäubt werden. Am Sonntag ist dann Schwindel und Kopfschmerz angesagt und Behörden sehen wir, die Customs. Eine junge schwarze Beamtin taucht auf, mit einjähriger Schokoladentochter und verteilt Ihre Formulare. Kontrolliert wird nix und die Schokoladentochter spielt eine Stunde lang mit Maya auf der LADY. Ja. Das ist gut. Immigration, Polizei und Gesundheit dann eben morgen. Abends fängt es an zu regnen. Ich meine: Regen. Deutsche Verhältnisse stellen sich ein: Dauerregen. Flutregen. Wochenendregen. Sonntagsregen. Bindfadenregen. Regen. Upps, wo sind wir denn plötzlich gelandet? In Madagaskar monatelang kein Tropfen. Was machen wir eigentlich hier? Ach ja, die Zyklonseason beginnt am Äquator. Das war es.

Heute morgen dann Zentrum des LADY Tiefdruckgebiets. Wir um 5:30 wach. Besser gesagt unsere Tochter: >>Was geht?<< Nix geht. Es regnet immer noch, jetzt wie im April in Deutschland, aus Eimern.

Klar will niemand zu uns kommen, aber die LADY Crew geht sich beachtlich gegenseitig auf den Zeiger und will von dieser blöden Kaimauer weg. Ich grunze Natale an, die grunzt immer wieder Port Control an über VHF12 und die strecken wahrscheinlich nur den Mittelfinger in die Höhe. Aber die Polizei kommt dann doch, füllt ein Papier aus und ist wieder wech. Die Dame von der Immigration schwimmt quasi vorbei. Die Beiden mögen sich gar nicht. Die Immigration meint: >>I will kill you.<<, weil ich nur noch zwei Seiten in meinem Pass habe. Aber warum denn direkt mit Totschlag drohen? Ist doch wirklich nur nen Stück Papier. Gut. War nicht so gemeint.

Irgendwann sind alle weg, wir warten auf die Gesundheit und die kommen und kommen nicht. Warum auch? Natale geht zur Telefonzelle und fragt persönlich nach. Na, weil, wenn ihr aus Madagaskar kommt, muss das gar nicht sein. Na, da hätten die uns glatt den ganzen Montag warten lassen. Garantiert. Egal. Ich sammle die Crew ein, schmeiß die Leinen aufs Deck und wir verlegen eine Meile in den Zululand Yachtclub. Ein Freund war hier vor ein paar Jahren Kommodore und hat uns geraten, nicht zu fragen. Einfach hinfahren, bei Nacht und Nebel an der Pier anlegen und sich nicht mehr wegschicken lassen. Tun wir auch nicht. Es regnet immer noch so doll, dass uns eh keiner sieht, sehen will und schon gar nicht von irgendetwas abhalten. Im Office sind sie ziemlich südafrikanisch kühl, aber einen Steg haben sie frei. Wir lachen, der Preis ist o.k. Ein Kinderspielplatz, ein Swimming Pool, eine Bar, ein Slip, eine Waschmaschine und Trockner und ein sicheres Gelände (bis auf die Krokodile). Was wollen wir mehr. Easy. Ein Taxi, eine Supermarkt, eine Handykarte und eine Reisebüro. Segeln ist eben nicht mehr segeln.

Vollbepackt entern wir die Lady inzwischen bei einem Pissdauerverkriechdichregen... Ach wie schön, dass wir jetzt nicht irgendwo auf See sind, kein Wasser, kein Diesel und nix mehr zu futtern. Wie schön, dass es Häfen gibt.



  • 20:42
  • 13.11.2006
  • 28°47.50S, 032°04.99E
  • Richards Bay/Sued Afrika
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