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Die Tage rennen dahin

Neue Freunde

Aus meiner CREW 42 werden richtige Freunde. Untereinander und miteinander und mit mir. Die Stimmung an Bord ist ungewöhnlich ausgeglichen, auch wenn eigentlich sehr unterschiedlicher Charaktere aufeinander treffen. Seglerisch bin ich insgesamt sehr gefordert. Es gibt wirklich viel zu erklären, was mich ausfüllt. Die Umsetzung funktioniert dann aber auch fast perfekt. Die Jungs, Henry und Leon, spanne ich besonders intensiv ein, was auf Zustimmung der beiden jungen Männer trifft. Schön zu sehen, wie besonders sie ihre Beziehung zum Segeln in nur wenigen Tagen aufbauen. Pia und Katrin nehmen mir die Küchenarbeit ab. Carsten und Harald sind schnell routinierte Mitsegler.

Zum Bloggen komme ich kaum. Netterweise hat mich Rauner von der Capitania Cien Fuegos darauf hingewiesen, dass mein Visa gestern abgelaufen ist. Stress kommt auf. Statt zwei Tagen am Leuchtturm müssen wir uns sputen um nach Cayo Largo zu kommen und noch rechtzeitig meine neuen 30 Tage Visa zu beantragen. Auch unsere Vorräte an Diesel und Benzin schwinden. Mir bleibt nicht viel Zeit für Internet. Die Reparatur am Generator weitet sich aus. Erst mit Hilfe von Boris S. von Fischer Panda finde ich den Grund warum Erika immer wieder ausgeht. Wieder mal simple. Eine Autosicherung, die ich visuell schon kontrolliert habe, wackelt sich ab und los. Temperatur, Korrosion und Vibration heißen die Übeltäter.

Mit Henry und Leon gehe ich am Mittwoch auf die Cayo Largo Piste. Muss ja mal was passieren in so nen Urlaub mit den Eltern, finde ich. Auf dem Cayo Largo Plaza ist Freiluftdisco. Salsa, Raggeton, nicht meine Welt. Es lohnt sich trotzdem den cubanischen Gästen beim Tanzen zuzusehen. Henry und Leon staunen nicht schlecht ĂĽber den sĂĽdamerikanischen Tanzstil, den die Cubaner wohl mit in die Wiege gelegt bekommen. Die europäische Hälfte der Gäste tanzen dagegen eher monoton. Ich halte mich brav an meinem Mojito fest während die Jungs die Tanzfläche erobern. Klar wird es spät an diesem Mittwoch. Am frĂĽhen Morgen um sechs Uhr knallt es dann im Schiff und ein weiterer Tag im Paradies beginnt. Mit der Hilfe von Harald stellen wir StĂĽck fĂĽr StĂĽck fest, dass die AussenbordentlĂĽftung des Schwarzwassertanks verstopft ist, die elektrische Toilettenpump merkt das nicht. Der Tank bläht sich auf und eine SchweiĂźnaht platzt mit dem besagten Knall. Der braune Inhalt ergiesst sich gutriechend in die Bilge. ScheiĂźe! Alleine diese Vorgänge zu diagnostizieren und den Mist wegzumachen frisst den halben Tag. Die Crew nimmt es mit Gelassenheit, ich schicke sie los und sie erkundet den schönsten Strand der Karibik. Den Playa Sirena. Familienoberhaupt und internistischer Allgemeinmediziner Harald geht mir zur Hand. Gemeinsam finden wir endlich das verstopfte Sieb am Geruchsausgang am Deck der MARLIN. Das Problem ist mir vollkommen neu. Die Folge: Ein gerissener Schwarzwassertank. Ich bin ernsthaft verzweifelt. Das Ding ausbauen und schweissen – Hier in Cuba unmöglich. Harald baut mich im Cockpit wieder auf. Die Lösung um meine zukĂĽnftigen Törns segeln zu können ist die Toilette direkt an das Ausgangsventil anzuschliessen. Den notwendigen Schlauch könnte eine der nächsten Crews mitbringen. Klar. Auch haben wir im Vorschiff ja noch eine Toilette. Harald trumpft weiter und findet den Riss. Zusammen verkleben wir den Schaden mit Epoxi. Ob es hält ? Nun. Mit einer Schubkarre Zement habe ich in Buenos Aires die IRON LADY gefixt und bin mit Nathalie und den Kindern erfolgreich ums Kap Hoorn gesegelt. Wird schon halten bis zum nächsten Werftaufenthalt.

Das war mein Donnerstag der 22. März 2018. Draussen bläst es sauber mit 17 Knoten Wind aus Nord. Perfektes Kite Wetter. Geplant war ein schöner Tag im Trapez und weitere Meter auf dem Bord. Entspannung für den Skipper. Sollte wohl nicht sein. Danke an Harald, ohne den es bestimmt heute keine akzeptable Lösung gegeben hätte. Danke an meine Crew, die sich nicht beschwert hat, sondern mir den Rücken gestärkt hat. Zum Abendessen gibt es cubanisches Rind. Nicht grade zart, aber trotzdem sehr schmackhaft. Morgen geht es nach Cayo Cantilles. Wir brauchen dringend Fisch und Krustentiere. In Cayo Largo gibt es keine Verproviantierungsmöglichkeiten.

Neuer Tag – Neues Glück.






  • 19:34:00
  • 22.03.2018
  • 21°36.8762’N, 081°34.6515’W
  • -°/ -kn
  • Cuba Cayo Largo
  • Cayo Cantilles
  • 25°C
  • 15kn/N
  • 0,5 m

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