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Wieder ein Tag auf See.

Wieder ein Tag auf See.

21:36 Fuer die LADY und mich noch 50 Meilen bis zur Suedspitze von Kalimantan. Von da aus noch mal 30 Meilen bis Kumai. Ich glaube, dort geben wir uns erst einmal ein paar Tage Erholung. Kleine Reparaturen an Seele und am Boot. Ansonsten keine Gewitter bisher, der Mond kommt ein bisschen raus und ein paar Sterne lassen Hoffnung aufkommen.

Nen bisschen scarry sind all die kleinen Kollisionen, gerade bei Nacht. Macht immer mal wieder Bum, weil wir ueber ne vergessene Boje duesen, nen paar Bambusstoecke oder nen halben Baumstamm. Unglaublich was hier an Muell im Wasser treibt. In Kumai bestimmt natuerlich noch mehr. Die Fischer haben bei Fahrt immer nen kleinen Jungen auf’m Bugspriet hocken, der nix anderes tut als gucken.

Auf’m Funk heute abend ist es nen bisschen traurig, die PRINZEN sind umgekehrt nach Bali. War wohl nicht zu schaffen, gegen 20 Knoten aus NW, Stroemung und dann haben sie Ihre Konsequenzen gezogen. Na ja, so weit davon entfernt war ich auch nicht in Bawean.

Noch nen paar Seglernews: Die Welle hat in Ceylon zwei Schiffe versenkt und eins am Ruder beschaedigt, berichtet Michael von der NIN.

15:52 Der Motor laeuft wieder. Johann, der Gute ist nicht kaputt. Wenn die Oeltemperatur zu hoch ist muss ja auch die Wassertemperatur steigen und der Oeldruck fallen. Na ja, zischen den Wolken hab ich dann einfach mal den Motor gestartet und gewartet bis das Warnpiepsen kommt, dann die Hand vorsichtig auf den Oelfilter gelegt, in dem der Temperatursensor eingeschraubt ist. Dieser ist handwarm. Also keine 140 Grad wie das Instrument schreibt, also reinige ich die Kontakte, mit dem Erfolg, dass jetzt gar nichts mehr angezeigt wird. Vielleicht ist die Leitung ja hinueber, aber das spaeter. Ich glaube ich kann Johann ganz normal laufen lassen, oeffne mal die Oelkappe, leichter Unterdruck, das ist alles gut, auch keine Rauchnebelschwaden aus dem Inneren. Alles gut. Bumms, mir faellt ein Brocken Granit vom Herzen ins Wasser. Platsch!

So. Das war mein erstes Epicentrum, um das es heute ging, das letztere heisst Wetter und ist nicht weiter als Uebel, ein Dreck, Schundmist, verhext und zum Ko..en. Seit gestern Nacht bekommen wir nur was auf die Mappe, von Links, von Vorn, ach, ich kann es nicht beschreiben. Zum letzten Mal gehabt auf dem Weg nach Anatom auf Vanuatu. Wind, Boen, Regen, schwarze Wolken, alles, peitschende Wassermassen von steuerbord nach backbord und anderherum, Boeen in Sturmstaerke, danach wieder flatternde Segel, wieder Sturmstaerke, zwanzig Minuten spaeter, so die ganze Zeit. Heute Mittag kurze Pause. Jetzt kommt der Wind von Vorne und ich muss (kann ;-)! wieder motoren und frischt auf... Hoffentlich nicht wieder so eine Nacht.

NIN ist heute rausgefahren Richtung Norden von Kumai. Erste Berichte gibt es um 20:00. Bin ja mal gespannt, was er fuern nen Wetter hat. Die PRINZEN, kreuzen weiterhin vor GoaGoa oder eine der Inseln dort. Entfernung weiterhin 50 Meilen bis zum naechsten Wegpunkt. Auch Regen- und Gewitterboen, Gegenstrom immer, zwoelf Stunden 0,5 dann zwoelf Stunden 1,5 Knoten.

Ist Segeln nicht schoen?

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06:04 Ab 2 Uhr war vor uns wieder eine schwarze Wand, mit Blitzen und Regen, Segel klein und schlafen gehen. Eine Stunde vorher hat meinen Kurs einer dieser japanischen Schuhcartons gekreuzt. Die Dinger sehen echt so aus, unglaublich, wie im Science Fiction irgendwelchen bloeden Transportraumschiffe, die Lichtjahr fuer Lichtjahr ohne Besatzung im Weltall rumirren und ihren Dienst tun. 200 Meter vor meiner Nase rauscht diese kantige Teil mit seinen tausenden von Toyotas oder Hondas irgendwo hin. Ich glaube die haben mich wirklich nicht gesehen, die Elektronik schon, aber da war keiner auf der Wache, haben die ja auch gar nicht. Angst und Bange wird einem da. Nur gut, dass mich mein Seglerinstinkt wieder 10 Minuten geweckt hat: >>Hey Mischa, da stimmt was nicht, Du musst aufstehen.<< Vielleicht hoere ich ja im Unterbewusstsein die Schraubengeraeusche. Aber komisch, ich hab doch so schlechte Ohren.

Averagekurs ist in etwa Nord. Werden also Kumai glatt verpassen, wenn der Wind nicht noch mehr westlich dreht. Na ja, irgendwo treffen wir auf Land, da wird es etwas ruhiger sein, ich kann den Daimler noch mal schaun und wenn’s nicht klappt, dann lass ich mich von nem Fischer reinziehen. Geht alles. Kein Problem. Nur bis wir das sind dauert noch mindestens 24 Stunden ;-)



  • 06:04
  • 29.12.2004
  • 04°59.13S, 112°39.20E
  • Java Sea/Indonesien
  • Kumai/Borneo/Singapore
  • 28°C
  • 4-6 NW
  • 2-3

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