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Die Welle hinter mir

Schiffsalltag

Nach der ersten Nacht haben meine Mitsegler nun alle Seebeine und verdrehen nicht mehr die Augen bei der Frage: „Essen?“ Prima. Haben wir das Problem schon mal im Griff. Ich stell mich zwecks akrobatischer Übungen in die Kombüse. MARLIN prescht selbständig, leicht schlingernd in die richtige Richtung. Cuba. Ein erstes GPS-Etmal gibt es auch unter Autopilot: 220 Meilen in 24 Stunden. Etwas über neun Knoten Durchschnitt. Knapp unter der Höchstmarke bei Handsteuerung. Ich setze mich auf das Heck der MARLIN und schaue den Wellen dabei zu wie sie das Heck der MARLIN anheben und wieder absenken. „Komm Flo, wir reffen mal nen bisschen!“ Ein halber Meter weniger Fock reicht schon um das Schlingern rauszunehmen. Jetzt knallt nur noch jede siebzigste sechs Meter Welle mit Getöse gegen den roten Rumpf und ergießt sich über die MARLIN und manchmal ins Cockpit. Raff bleibt es schon. Entsprechend spielt sich das Leben im geschützten Pilothaus ab.

Kommunikation, Blogposts und Wetter passiert fast ausschliesslich über das Iridium GO! und die Software UUPlus. Im Gegensatz zu Sailmail und PACTOR kann ich hier auch Attachments schicken. Ok. Nicht dick. Aber die PDF Files um Rechnungen und Angebote für unsere Lunatronic Kunden zu administrieren reicht das System. „All you can Eat!“ mein, so viele Daten wie ich will zu einem festen Preis. Meint aber auch 150 Minuten telefonieren pro Monat. Alles im Festpreis enthalten. Wer nach Cuba will und gleichzeitig eine gewisse Mehr-Wert-Menge an e-mails hat, der ist mit der FLAT Rate bestens beraten, den dort gibt es Internet nur mit 5 Taken/h in Hotels und Marinas. An den schönen Cayos, den schönen Ankerplätzen, wird man Internethotspot vergeblich suchen und das Telefonnetz ist GSM. Kein Internet über Mobilfunk. Ja. Cuba. Andere Welt. Cuba wir kommen. Cuba wir freuen uns auf Dich.

Beim Kontrollblick in den Motorraum schaue ich auf heftiges Durcheinander. Der Korb mit dem Kompressor hat sich in die Schiffsmitte ergossen. Dazu zwei Setzkästen mit Schrauben und Ersatzteilen. Sind aber zu geblieben. War wohl richtig schräg letzte Nacht in den Squalls. Beim Rundgang übers Schiff: Keine Schäden. Das Dinghy steht voll mit Wasser, kann man schnell die Ablassschläuche öffnen. Ein Eimer am Heckkorb hat sich fast losgerissen. Nun. Meine Lieblingspütz. Wäre ja schade, wenn die mal wieder weg ist. Aber auch nicht das erste Mal.

Den größten Schreck aber bekomme ich, als ich in den Tiefkühler schaue. Die Eisschicht an der Kühlplatte ist abgetaut. Flo hilft mir das entsprechende Bodenbrett unter der Tür in der Achterkabine anzuheben. Hier habe ich einen Grob-Filter für Partikel aus dem Kühlwasserkreislauf der Kühlkompressoren eingebaut. Siehe da. Der Filter ist voller Kristalle, die Johnson Umwälzpumpe Pumpe arbeitet nicht mehr richtig. Statt die Pumpe auseinanderzunehmen, helfen ein paar leichte Schläge mit der Ratsche und die Flügel der Pumpe sind sind wieder frei. Eine halbe Stunde später sind Kühlschrank und Freezer wieder auf Temperatur. Nur die Pfütze Salzwasser in der Bilge, die kann ich mir nicht erklären. Sicher kommt die von oben, von den Brechern, die übers Deck gehen. Aber welchen Weg findet das Wasser. Morgen. Werde ich mal ein bisschen drüber senieren.

Gleich ist Wachwechsel. Dann mal schnell raus mit dem Post und ab in die Koje.






  • 19:59:00
  • 15.02.2018
  • 14°52.4011’N, 073°35.8100’W
  • 300°/ 8,5kn
  • Karibisches Meer
  • Cuba
  • 30°C
  • 75-90°/28-35kn
  • 4m

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