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Schneller als der Wind

MARLIN an Land

Per Mail und Telefon haben wir unseren Ankunftsort zur Gaashaga MARINA verlegt. Kaum ist die Hafeneinfahrt zu sehen geht es schneller als gedacht. Wir fahren direkt in die Box den Travellifts. Aber von wegen Travellift. Ein dicker Volvo Bulldozer steht mit einer Art Anhänger bereit. Der Anhänger ist ein 47t Recovery Trailer, der seine langen Ausleger unter den Bauch der MARLIN schiebt, seine Stempel mit den dicken Gummiplatten passen sich exakt der Form des Schiffskörpers an. Anders, der Fahrer hat alles im Griff, hebt die MARLIN an bis der Mast grade steht. „Das macht er aber nicht zum ersten Mal.“ 20 Minuten später steht MARLIN auf dem Marinaplatz und wird abgespritzt.

Die Kratzer von dem finnischen Stein sind zwar nicht lustig und deutlich sichtbar, aber nicht wirklich schlimm. Schwierig ist eher Anders. Er ist eben ein bisschen anders. Wir verhandeln über neues Antifouling und Polieren des Überwasserschiffs. Per mail hatte ich angekündigt, dass wir das selber machen wollen. „Kein Problem!“ schreibt er prompt zurück. Was er nicht schreibt, ist dass er jede Arbeitstunde, die wir am Boot arbeiten, mit 10 Euro berechnen will. Für die Marina. Nur so. Hätte er mir ja nun auch vorher mal schreiben können und nicht erst, wenn wir an Land stehen. Es gibt keine Toiletten, keine Dusche und nachts ist das Gelände abgeschlossen und gesichert wie Fort Knox.

Unsere Crew 29, die beste von allen Crews, die ich bisher hatte, macht MARLIN noch klar. „Das Deck braucht ihr nicht machen. In der Werft wird das eh dreckig. Das macht kein Sinn.“ Es ist ein schwerer Abschied. Alle weinen, liegen sich in den Armen, schwören sich ihre treue Liebe bis zum Tode, überschütten uns noch mal mit Lob, dass wir die besten Skipper aller Zeiten waren und tätscheln noch mal die MARLIN. Dann sind sie weg und wir fallen in ein tiefes Loch. Allein wissen wir im ersten Moment nicht mehr was wir mit uns anfangen sollen. Es ist alles zu viel. Typischer Fall von „After Crew Skipper Burn Out“, die unter Superskippern weit verbreitet ist. Zu schön war die Zeit. Danke noch mal.

Wenigsten gibt es direkt neben der MARLIN ein paar Bäume, ein paar Felsen und als alle von der Werft weg sind, setzten wir uns ins Gras, bauen unseren Schwenkgrill auf und lassen es uns gut gehen. Im nahen Supermarkt gibt es Lebensmittel in großer Auswahl, leider alles zum doppelten Preis, gegenüber Deutschland. Trotzdem: Mein Tag ist das nicht. Ich frage mich wie wir ungeschoren hier wieder wegkommen sollen.


Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com


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  • 23:33:00
  • 07.07.2017
  • 59°21.5944'N, 18°13.4774’E
  • -°/ -kn
  • Gaashaga / Stockholm
  • Stockholm
  • 20°C
  • 5kn/W
  • 0m

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