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Schärengärten

Hinterher weißt Du immer mehr

“Was machst Du mit meinem Schiff?“ Ich schaue Jan mit großen Augen an. MARLIN rumpelt mit dem Kiel über felsigen Grund. Irgendwann musste es ja nun mal passieren. Irgendwann passiert es jedem mal in den Schärengärten. So wie in den Bermudas. Die Steine unter Wasser, die weder in der Karte offensichtlich verzeichnet sind, weder noch sichtbar sind halten die MARLIN fest. Mit eigener Motorkraft kommen wir da nicht mehr raus.

Inzwischen befinden wir uns in Furusund vor Anker. Der Tag ist berechtigt sein Ende zu finden. Ich bin still. Ganz still. Ungewohnt still. Aus den letzten Vorräten zauber ich meinen Gästen ein Lamm-Stew. Beim Kochen kann ich mich am ehesten entspannen. Ein Glas Argentinscher Malbec Rotwein hilft beim Verdauen dieses Tages. „Alles ein bisschen viel was?“ führe ich ein Selbstgespräch, sitzend auf der Rettungsinsel am Heck der MARLIN. „Gut gemacht alte Dame.“ Schon als ich zum ersten Mal auf diesem Schiff war und die Entscheidung getroffen habe die nächsten Jahre diesem Schiff zu vertrauen, wusste ich, dass MARLIN das richtige Schiff ist um durch Dick und Dünn zu gehen.

Wir stecken fest und das nicht im Mud sondern auf einem Felsen. Kein Vor und kein Zurück ist mehr drin. Es rumpelt mit jeder Welle, mit jedem Versuch aus der brenzligen Situation frei zu kommen. Aluminium gegen Stein. Stein gewinnt. Baum raus. Segel hoch um genügend Schräglage zu haben. Negativ. Ein vorbeifahrendes Motorboot bietet seine Hilfe an. Das Ergebnis ist leider nur, dass wir weiter auf die Steine kommen. Die Situation ist zum Haare ausreißen. Wir haben gut 30° Schräglage. „Stabile Seitenlage. Na prima.“ Ich frage mich wie wir jemals wieder von den Steinen runter kommen sollen. „Lass das Dinghy zu Wasser und hol Dir das Handlot.“ Jan sitzt im Beiboot und lotet leewärts die Wassertiefe. Vor und unter uns 1,5 Meter. Eine Bootslänge dahinter wird es wieder tiefer. Ich sehe ein innerliches Licht am Horizont. Das sollte noch so grade eben gehen. Unser Propeller ist bereits halb aus dem Wasser, als ein finnisches SAR Schiff um die Ecke biegt. Wir haben so ziemlich genau einen dicken Felsen unter uns, den es zu überwinden gilt. Na mal gut, dass wir kein Schiff aus Kunststoff sind. Die SAR Leute kommen rüber. Das übliche. „Habt ihr Wassereinbruch? Wieviel Leute sind an Bord? Gibt es Verletzte? Wenn wir euch runter ziehen sind wir nicht für Schäden verantwortlich.“ Das die Jungs das nicht zum ersten Mal machen merkt man sofort. Das sie die Felsen anscheinend kennen, merkt man auch sofort. Mit einen Jetski versuchen sie über das Spifall den Mast weiter zu neigen um den Tiefgang zu vermindern. Negativ. Außer dem Rumpeln, dass mir in der Seele weh tut, tut sich gar nichts. Wir übergeben eine unserer hundert Meter Polypropylen Landleinen zum Hauptschiff. Die Leine ist wie eine langes Gummi. Wieder rumpelt es ordentlich, dann rutsch der Kiel der MARLIN auf der anderen Seite des Felsen wieder in tiefes Wasser. „Schwein gehabt MARLIN. Verdammtes Schwein gehabt.“

Der SAR Retter kommt im Trockentauchanzug an und fragt ob er tauchen soll um Schäden auszuschließen. „Gerne!“ Nach ein paar Malen kommt er hoch. „Ihr habt ein paar Schrammen am Kiel ganz vorne. Ruder und Propeller ohne Grundberührung. Sieht nach einem Paint Job aus.“ Geld wollen sie nicht, aber die zwei Flaschen Wein aus unserer Bilge erzeugen ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Tauchers. „Danke. Seid vorsichtig. Die Schären haben es in sich und nicht alle Karten stimmen.“ Hab ich schon mal gehört.

Happaranda sollte nicht sein. Zwei Gäste, Stefanie und Heike wollten mitsegeln, aber das waren mir nicht genug für diesen Törn. Stattdessen schieben Jan und ich einen Heimaturlaub ein. Haben wir uns auch verdient. Nach dem heutigen Tag sowieso. Übermorgen werden wir Stockholm erreichen und kümmern uns dann mal um ein paar Tage um unser Schiff. Hat MARLIN sich ja nun auch verdient.

Zwischenzeitlich gibt es zumindest schon mal die zeitlichen Eckdaten des MARLIN Törnplans. Ab Oktober werden wir die Ostsee verlassen und durch den Englischen Kanal segeln. Mit der Zeitschrift YACHT steht ein Schwerwettertörn im Oktober durch die Biskaya auf dem Plan. Weiter soll es Richtung Kanaren gehen. Erstmalig stehen die Chancen gut das Du mit der ARC Ralley im November auf der MARLIN über den Atlantik segeln kannst. Interesse? Dann schaust Du hier. Auch die Pläne für die Karibik von Januar bis Mai stehen zumindest zeitlich schon mal fest. Bei der Planung hat auch Cuba wieder seinen Platz gefunden. Wen wundert es.



Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com


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  • 20:30:00
  • 04.07.2017
  • 59°39.6367'N, 18°55.3238’E
  • -°/ -kn
  • Furusund / Stockholmer Schärengarten
  • Stockholm
  • 18°C
  • 7kn/W
  • 0m

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