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Wehmut

Am Morgen kommt ein Mail von Manfred, gerade unterwegs von Capetown nach Fremantle auf 45 Grad Süd…

>>Liebe Segelfreunde, ich schreibe ein Sammelmail wegen der beschränkten Sendezeit. Leider muß ich Euch heute eine sehr traurige Nachricht übermitteln. Unser Segelfreund Wulf, SY Phini II ist am 4. Februar nach kurzem aber schwerem Leiden (Bauchspeicheldrüsenkrebs) umgeben von seiner Familie in Hannover gestorben. Der gute Wulf hatte ja, im Nachhinein welch ein Glück, eine gelungene Weltumsegelung hinter sich und noch eine schöne Zeit in Thailand. Ich werde ihn als einen guten fröhlichen Freund, gewinnend und zuverlässig in Erinnerung behalten.

Ich bin auf dem Weg von Capetown nach Fremantle/ Perth und liege jetzt bei wenig Wind zwischen den Crozet und Kerguelen Inseln auf S 45 Grad 40 E 057 Grad. An Bord alles ok, sehr kalt, naß und neblig.<< >>Mensch Manfred, was machst Du auf 45 Grad Süd. Hast doch gerade Deine Weltumsegelung in Trinidad beendet. Noch nicht genug?<< Das mit Wulf verdränge ich erst mal, aber irgendwie geht es mir natürlich nicht aus dem Kopp. Wulf war einer, der mit seinen Immobilien, seiner Altersversicherung und seiner Goldenen gewinkt hat. Bei Mana in der Hängematte, Tuamotus, hat er mir noch von seinen Plänen vorgeschwärmt. In Thailand uns freundlich in Chalong eingeführt. Wir werden Wulf als jemanden in Erinnerung behalten, der es eilig hatte, nach Hause zu kommen. So alt war Wulf eigentlich noch gar nicht. Gerade mich macht das natürlich betroffen, weil ich gleich dran denke, wenn mein Magen mal wieder zu viel Säure produziert und Heartburn erzeugt, ich so nen Stechen in der rechten Brust habe und so weiter. Männer über vierzig halt. Am Nachmittag fahren wir wieder los. Eine Offroad bringt uns mitten durch einen Hochsicherheitstrack an einen einsamen Strand, nur ein paar Meilen oestlich von den Heads. Wieder ein so schöner Strand, dass es einen glatt umhaut. Genau das richtige für Maya, um die Batterie ein bisschen zu entladen. Hundert Stufen soll es in die Tiefe gehen, ein burgähnliches Hotel in den Felsen sein. Ein Erdrutsch hat die Stufen verschüttet und der Trail geht durch die Klippen, einem Wald, Maya auf Papas Schultern. Am kilometerlangen Strand mit der tosenden Brandung kommt mir wieder Wulf in den Kopf. Ja, es war eine gute Entscheidung mit 36 loszusegeln, um so früher um so besser, denn wer weiss, was passiert und wann und wie und so weiter. Ich sitze im Sand und tue das was man bei einer Weltumsegelung eben so oft macht. Aufs Meer gucken. Ich hätte noch eine kleine Flasche Tennessee Whiskey mitnehmen sollen. Auf Wulf. Das mache ich später noch.






  • 21:57
  • 13.02.2007
  • 34°02.49S, 025°02.65E
  • Knysna/Süd Afrika
  • Cape Town/South Africa
  • 22°C
  • 4 SW/1017
  • 0

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