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Piratenschatz gefunden

Von der Pech- zur Glückssträhne

“Ich habe eine Monster-Conch gefunden. Groß wie ein Fußball. Komm schnell.“ Calle sieht gut aus, so auf der MARLIN. „Sollen wir heute Schnorcheln gehen?“, fragt er mich im Pilothaus sitzend, während ich mich unten im Salon mich mit dem Thema „Zwischenmenschliche Kommunikation“ über What’s App beschäftige. „Ich komm gleich. Hol schon mal die großen Flossen aus dem Keller.“ „Wo sind die?“ „Im Regal Backbord unten.“

Keine 15 Minuten später sind wir mit dem Dinghy nahe der kleinen Insel Bake Island und lassen uns ins etwas trübe Wasser fallen. Calle fällt fast dem Monsterrochen auf den Kopf, der seine Kreise unter uns zieht. Links von uns eine große Seegrasfläche. Hier finde ich eine kleine, aber schon essbare Conch Schnecke. Fische zum speeren gibt s keine. Da sind die Locals wahrscheinlich schon sehr gründlich beim Abfischen.

“Hast Du die spanische Kanone gesehen, die dort auf nicht mal fünf Meter Wassertiefe liegt?“ „Eh Calle. Wie geil ist das denn. Hast Du ein Glück. Ich tauche auch runter und entdecke direkt darunter, komplett bis fast zur Unkenntlichkeit mit Korallen bewachsen, eine kleine Truhe wie man sie sonst nur im Film sieht. So mit Beschlägen aus Stahl und einem Vorhängeschloss. Mit dem kleinen Dinghyanker können wir die Truhe heben und an Bord des Dinghys bekommen. Schnell fahren wir zur MARLIN und bedecken die Truhe mit Flossen und Neoprenanzügen, damit uns keiner sieht. „Stell Dir vor die erwischen uns. Die Truhe ist Eigentum vom Staat Antigua!“ „Ach Calle. Du bist einfach zu gut und zu deutsch erzogen. Das ist unsere Truhe. Ruhig jetzt!“ Mit dem kleinen Kran für den Aussenborder heben wir die Truhe auf die Badeplattform. Ich hole schnell den Winkelschleifer aus dem Motorraum und das Schloß ist in zwei Minuten abgeflext. Mit der Brechstange machen wir vorsichtig den Deckel auf. Darunter. Goldmünzen. Wahnsinn. „Teilen?“ Calle schaut mich an. „Ich bin kein Teiler!“, antworte ich und schlage ihm auf die Schulter. „Alles gut. Wir teilen.“ Wir behalten die Münzen und der Rest der Truhe versinkt auf 7 Meter unter der Badeplattform. Was die ca. 250 Münzen wert sind, werden wir wohl erst später erfahren. Erst einmal finden die Münzen doppelt und dreifach verpackt ihren illegalen Weg in die Tiefen der Bilge. Das wir jetzt nie wieder arbeiten müssen ist unwahrscheinlich, aber vielleicht findet sich ein Liebhaber und die MARLIN kann endlich ein paar neue Segel bekommen.

Aber es sind noch nicht genug Wunder heute geschehen. Morgen werden wir illegal auslaufen nach Guadeloupe. Die Immigration will uns, als vor allen Dingen mich nicht auslaufen lassen. Am liebsten würden sie mich ins Gefängnis stecken bis Marco Rast wieder auftaucht. Tot oder lebendig. Ich sehe mich schon bei Wasser und Brot, endlich mein Zielgewicht von 75kg erreichen. Ich habe allerdings Glück und die Polizei sieht es als ausreichendes Lebenszeichen von Marco Rast an, dass er sich per email einmal bei dem deutschen Honorarkonsul Torsten Stenzel gemeldet hat. Seit dem ist er wieder von der Bildfläche verschwunden. Torsten, auch Segler, verbringt seinen Samstag damit alle Hotels mit Hilfe der Polizei anzurufen und über die Insel zu fahren um Marco Rast zu finden. Keine Spur.

Torsten glaubt mir und setzt heute alle Hebel in Bewegung, so dass der Immigration Supervisor mir den Ausreisestempel geben muss. Eine Stunde vor Büroschluß des Customs- und Immigrationbüros in English Harbour knallt die Beamtin des Ausreisestempel in meinen und Calles Pass. Danke an Torsten. Ohne ihn wäre wirklich nur der illegale Weg geblieben und die Rückkehr nach Antigua für meine restliche Lebenszeit wohl nicht mehr ohne Zittern abgegangen. So eine Geschichte wie mit Marco Rast ist mir noch nie passiert und ich hoffe für ihn, dass er weder Skipper Jan, noch mir oder Konsul Torsten über den Weg läuft. Ich würde für nichts garantieren. Meine zukünftigen Mitsegler bekommen ihre Ausweise erst wieder zurück wenn sie ausklariert sind. Ob das gesetzlich korrekt oder unkorrekt ist, sei mir mal egal. So etwas passiert mir nicht noch einmal.

Die Conch findet ihren Weg in den Druckkochtopf. Mit etwas Gewürzen und Gemüse gar gekocht, einer Dose Kokosnussmilch abgeschmeckt, verfeinert sie uns den Abend. Frankreich, wir kommen. Mit Clearance aus Antigua und einem Sack voll Gold.



Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 54 Martinique - Grenada. Noch zwei Plätze frei!
CREW 55 Grenada - Antigua. Noch zwei Plätz frei!
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines.
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques.
CREW 58 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies.

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  • 12:00:00
  • 01.04.2019
  • 17°00.9510’N, 061°46.4812’W
  • -°/ -kn
  • Antigua
  • Guadeloupe
  • 26°C
  • 15kn/E
  • 0,0m

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