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Meldung von der MARLIN!

Mein Schiff spricht mit mir.

Da liegt sie die MARLIN, gelb unterlegt von ihren eigenen Bewegungen an der Mauer. Jetzt zieht sie ordentlich an ihren Leinen, unruhig, wie ein schwarzer, arabischer Hengst der auf die Rennbahn hinaus will. „Skipper. Es ist Segelwind. Zweiundzwanzig Knoten aus Süd. Wir könnten morgen Mittag schon 230 Meilen weiter NE sein und den Nordatlantik in zwei Teile teilen. An der Rückseite mit dem Tief durch die Biskaya ziehen. Und wo bist Du? Legst mich hier einfach an die Hafenmauer und verschwindest. Weichei. Versager.“ Oh Gott. Schiffe sind wie Frauen. Erst mal Vorwürfe machen ohne zuzuhören. Deshalb heißt sie ja auch die MARLIN und nicht der MARLIN.

Skipper Micha. Auch von guten Freunden lieb, das Großmaul genannt, liegt aber selber an Leinen aus Plastikschläuchen an der Mauer auf der Lauer. Die Wogen der Einweisung und ZVK Zulegung haben sich geglättet. Ich hatte meine Kurznarkose und den seligen Schlaf danach. Bin zwischenzeitlich verrohrt, verkabelt und die Chemo findet ihren Weg in meinen Körper. Bisher angenehmer als letztes Mal, aber meine Blutwerte sind auch noch stabil. Zumindest keine erneute allergische Reaktion. Ich klopfe dreimal auf Holz, aber das ist echt schwer zu finden in so einem Krankenzimmer. Die Stuhllehne ist aus Holz.

Wie findet das Bild des MARLIN Bord PC’s seinen Weg auf meinen Rechner? Eigentlich ganz einfach. Die LunaWLANnet auf dem Mast der MARLIN ist in ein freies Netz eingeloggt. Von da aus geht das Internetsignal in den Hotspot im Schiff. SSID MARLIN kann jeder im Schiff und Umgebung benutzen der das Passwort kennt. Sollte die WLAN Verbindung mal zusammenbrechen schaltet der Hotspot automatisch auf eine Internetverbindung über das portugiesische 4G Mobilfunk Netz um. Über den Miniplexer kommen die NMEA Daten aus der Raymarine Navigation, wie Position, Uhrzeit, Windgeschwindigkeit... AIS ist grade ausgeschaltet. Der Plotter ist nicht aktiv, nur das GPS ist eingeschaltet. Das kostenlose Programm NavMon PC schreibt die Daten mit und erstellt eine Grafik, über den Windverlauf. Über Sailmail erstellt Airmail, jede Stunde eine Positionsmeldung, die ich per email auf mein iPhone bekomme. Der kleine LunaPCmini läuft 24/7, also immer durch. Das System arbeitet nur mit Solar und Windenergie, verbraucht um die 1,5 Ampere bei 12V, die MARLIN hat keine Landstromverbindung. Sollte der Strom doch mal unterbrechen, startet das System von alleine wieder in die Konfiguration hoch, die auf dem Screenshot zu sehen ist. Der Monitor an Bord, dessen Stromversorgung und 4K Videosignal über den USB3 Anschluss des Bordrechners angeschlossen ist schaltet sich von alleine ab, wenn keiner die Tastatur benutzt. Ich kann mich via der Software Teamviewer beliebig per iPhone, iPad oder Tablet, PC oder MacBook auf der MARLIN einwählen und die Situation an Bord hier aus dem Krankenhaus einsehen. Das ganze gibt es auch zu kaufen. Bei den Profis: www.lunatronic.net



  • 19:33:00
  • 02.09.2016
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