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Mayas neunter Geburtstag auf See

Wie die Jahre verrinnen.

Geburtstag auf See haben Micha und ich schon einige Male gefeiert. Heute ist Maya dran. Nach der rumpeligen, zerkreuzten Nacht mit Maschinenproblemen ist die Stimmung nicht gerade der Knaller, aber wir geben unser bestes Maya trotzdem ein vernünftiges Fest zu bescheren. Um fünf wird es hell, Zeit den Tag zu beginnen, meint die Neunjährige, die sonst immer gerne bis 8 in den Federn bleibt. Also los, Ständchen singen, das erste Geschenk, Lieblingsbrot und Kakao ins Deckshaus. Der traditionell gedeckte Frühstückstisch fällt aufgrund von Schräglage und häufiger Wenden aus, dafür werden die Geschenke einfach mit Luftballons an die Handläufe gebunden und baumeln von der Decke.

Während Maya Bücher, Gutscheine und Bastelzeug auspackt liegt an Backbord keine drei Seemeilen entfernt immer noch Kuba. Wir sind im Eingang der Windward Passage, hinter dem Leuchtturm wartet endlich der Atlantik, doch so ganz scheint die MARLIN nicht hinzuwollen. Eine Wende nach der anderen fahren wir, seit 24 Stunden schon, um dieses blöde Kap endlich zu umrunden und hinter uns zu lassen. Letztes Etmal 60 Seemeilen, auf der Logge stehen gut doppelt so viele Meilen. Nachdem wir uns gegen den Ost nach Ost gekämpft haben, steht der Wind in der Passage, die nach Norden offen ist, natürlich aus Nordost. Wieder Wenden. Maya rollt mit den Augen, schleppt ihre Geschenke bei jeder Wende auf die andere Seite.

Am frühen Nachmittag ist es endlich geschafft, der Leuchtturm liegt querab und der Atlantik vor uns. „Das Wasser ist direkt blauer, oder?“ Es gibt Tortilla, laute Musik, ein Mittagsschläfchen für den Skipper und dann endlich die richtige Geburtstagsparty. Mit Gesichterschminken, Schokoladenessen und Personenraten. Kindergeburtstag auf See eben. Die MARLIN springt in der Zeit auf irgendeinen Zug auf. Der Wind hat etwas nach Osten gedreht, Strömung zieht gut einen Knoten mit. Bei 10 Knoten Halbwind macht die MARLIN unter ordentlich gereffter Garderobe 7,5 Knoten. „Jetzt überqueren wir endlich richtig den Atlantik, bisher hat sich das gar nicht so angefühlt!“ stellt Maya fest. Recht hat sie.

Trotzdem liebäugeln die Skipper mit dem ein oder anderen Hafen auf den Bahamas wegen des Impellers. Die Einfahrt zu den Bermudas ist nicht gerade kurz und einfach. Das Provisorium funktioniert zwar, aber ohne Garantie. Nun wälzen wir die Handbücher und Karten auf der Suche nach einer risikoarmen Hafeneinfahrt. Kurs Long Island auf den Bahamas liegt an. Da kommen wir eh quasi vorbei. Wo es Marinas gibt, sollte man auch einen neuen Impeller finden können.



  • 20:20
  • 03.06.2014
  • 20°45.7200'N, 74°05.0100’W
  • 258°/6kn
  • Bahamas
  • Azoren / Atlantik
  • 29°
  • 27.8°
  • ENE/9kn
  • 1,5m

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